Handwerksordnung (HwO)
Die Handwerksordnung, abgekürzt HwO, ist das zentrale Gesetz für das deutsche Handwerksrecht. Sie regelt die Zulassung und Ausübung handwerklicher Gewerbe, die Handwerksrolle, Meisterprüfung, Berufsausbildung sowie Organisation und Aufgaben der Handwerkskammern und Innungen. Ihre Anlagen ordnen Tätigkeiten zulassungspflichtigen, zulassungsfreien und handwerksähnlichen Gewerben zu. Die HwO dient sowohl der Berufsfreiheit als auch Qualitätssicherung, Gefahrenabwehr und geordneter beruflicher Bildung im Handwerk. Sie prägt damit Zugang, Organisation und Nachwuchssicherung eines bedeutenden Wirtschaftsbereichs.
Rechtliche Bedeutung
Für Betriebe ist besonders bedeutsam, ob die ausgeübte Tätigkeit einem zulassungspflichtigen Handwerk der Anlage A zuzuordnen ist. Davon hängen Qualifikations- und Eintragungspflichten ab.
Voraussetzungen und Folgen
Ein zulassungspflichtiger Betrieb darf grundsätzlich nur nach Eintragung in die Handwerksrolle geführt werden. Neben Meisterprüfung bestehen gesetzliche Zugangswege wie Altgesellenregelung, Ausnahmebewilligung oder anerkannte gleichwertige Qualifikation.
Beispiel
Eine Unternehmerin möchte einen Friseurbetrieb eröffnen. Die Handwerkskammer prüft nach der HwO, ob Meisterqualifikation oder eine andere Zugangsberechtigung und Eintragung vorliegen.
Häufige Fragen
Gilt die HwO auch für handwerksähnliche Gewerbe?
Ja. Sie erfasst auch die in Anlage B aufgeführten zulassungsfreien und handwerksähnlichen Gewerbe.
Welche Stelle vollzieht die HwO?
Wesentliche Aufgaben nehmen die Handwerkskammern wahr; daneben sind staatliche Behörden zuständig.
Verwandte Begriffe
Handwerksrecht, Handwerksrolle, Meisterpflicht
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.