Grobe Fahrlässigkeit im Versicherungsrecht
Grobe Fahrlässigkeit im Versicherungsrecht bezeichnet ein besonders schweres Außerachtlassen der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt, bei dem naheliegende Vorsichtsmaßnahmen unbeachtet bleiben. Der Begriff ist für Umfang, Voraussetzungen und Grenzen des Versicherungsschutzes praktisch bedeutsam. Er entscheidet häufig darüber, ob und in welcher Höhe der Versicherer leisten muss oder welche Rechte den Beteiligten zustehen. Die genaue rechtliche Beurteilung richtet sich stets nach Vertrag, Versicherungsbedingungen und Einzelfall. Maßgeblich bleiben dabei das Versicherungsvertragsgesetz und die wirksam vereinbarten Versicherungsbedingungen.
Rechtliche Bedeutung
Die rechtliche Bedeutung ergibt sich aus dem Versicherungsvertragsgesetz, dem konkreten Versicherungsvertrag und den einbezogenen Versicherungsbedingungen.
Voraussetzungen und Folgen
Bei grob fahrlässiger Herbeiführung des Versicherungsfalls kann der Versicherer seine Leistung grundsätzlich entsprechend der Schwere des Verschuldens kürzen
Beispiel
Ein Versicherter lässt eine brennende Kerze über längere Zeit unbeaufsichtigt
Häufige Fragen
Welche Regelungen sind maßgeblich?
Entscheidend sind insbesondere das VVG, der Versicherungsschein und die wirksam einbezogenen Versicherungsbedingungen.
Muss jeder Streit gerichtlich geklärt werden?
Nein. Zunächst kommen eine Prüfung durch den Versicherer, Beschwerdeverfahren oder eine außergerichtliche Schlichtung in Betracht.
Verwandte Begriffe
Versicherungsrecht, Versicherungsvertrag, Versicherungsfall
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.