Personenbeförderungsgesetz (PBefG)

Das Personenbeförderungsgesetz, abgekürzt PBefG, regelt die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen mit Straßenbahnen, Oberleitungsomnibussen, Kraftfahrzeugen und bestimmten flexiblen Verkehrsformen. Es bestimmt Genehmigungsvoraussetzungen, Rechte und Pflichten der Unternehmer sowie die staatliche Verkehrsplanung. Erfasst werden insbesondere Linienverkehr, Taxi, Mietwagen und gebündelter Bedarfsverkehr. Das Gesetz verbindet Verkehrssicherheit, Daseinsvorsorge, Klimaziele, Wettbewerb und Schutz der Fahrgäste in einem besonderen wirtschaftsverwaltungsrechtlichen Regelungssystem. Die jeweilige Verkehrsform bestimmt dabei Inhalt und Reichweite der Genehmigungspflichten.

Rechtliche Bedeutung

Das PBefG bildet die zentrale Grundlage des Personenbeförderungsrechts. Für viele Verkehrsangebote ist vor Betriebsaufnahme eine behördliche Genehmigung erforderlich.

Voraussetzungen und Folgen

Genehmigungen setzen insbesondere Zuverlässigkeit, finanzielle Leistungsfähigkeit und fachliche Eignung voraus. Je nach Verkehrsform gelten zusätzliche Betriebs-, Tarif-, Beförderungs-, Rückkehr- oder Bereitstellungspflichten. Verstöße können Bußgelder, Auflagen oder Genehmigungswiderruf auslösen.

Beispiel

Ein Unternehmer möchte einen Mietwagenverkehr mit App-Vermittlung betreiben. Er benötigt eine Genehmigung nach dem PBefG und muss insbesondere Betriebssitz und Rückkehrpflicht beachten.

Häufige Fragen

Gilt das PBefG für private Fahrgemeinschaften?

Unentgeltliche oder nur kostendeckende Mitnahmen fallen unter gesetzlichen Voraussetzungen nicht in den genehmigungspflichtigen Anwendungsbereich.

Wer erteilt Genehmigungen?

Die nach Landesrecht bestimmte Genehmigungsbehörde, häufig eine kommunale oder staatliche Verkehrsbehörde.

Verwandte Begriffe

Personenbeförderungsrecht, Taxi-Genehmigung, Gewerbeerlaubnis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Vergaberecht

    Vergaberecht regelt die Beschaffung von Liefer-, Bau- und Dienstleistungen sowie Konzessionen durch öffentliche Auftraggeber und bestimmte weitere Auftraggeber. Es soll Wettbewerb, Transparenz, Gleichbehandlung, Wirtschaftlichkeit und Verhältnismäßigkeit sichern. Oberhalb der unionsrechtlichen Schwellenwerte gelten insbesondere der vierte Teil des GWB und Vergabeverordnungen; unterhalb der Schwellenwerte greifen Haushaltsrecht, Unterschwellenvergabeordnung, VOB/A und landesrechtliche Vorgaben. Bedeutung Das Vergaberecht strukturiert Vorbereitung,…

  • Personenbeförderungsrecht

    Personenbeförderungsrecht regelt die entgeltliche oder geschäftsmäßige Beförderung von Personen, insbesondere mit Straßenbahnen, Omnibussen, Taxen, Mietwagen und gebündeltem Bedarfsverkehr. Zentrale Grundlage ist das Personenbeförderungsgesetz. Das Recht verbindet Gewerbezulassung, Verkehrssicherheit, Daseinsvorsorge, kommunale Planung und Wettbewerbsregulierung. Für zahlreiche Verkehrsformen ist eine Genehmigung erforderlich. Unternehmer müssen insbesondere zuverlässig, fachlich geeignet und finanziell leistungsfähig sein sowie betriebliche und fahrzeugbezogene Vorgaben…

  • Berufszulassungsrecht

    Berufszulassungsrecht umfasst die Vorschriften, die den Zugang zu einer selbstständigen oder abhängigen beruflichen Tätigkeit von staatlicher Erlaubnis, Anerkennung, Qualifikation oder Registrierung abhängig machen. Betroffen sind etwa Heilberufe, Rechtsberatung, Handwerk, Bewachung, Verkehr und Finanzdienstleistungen. Solche Regelungen greifen in die Berufsfreiheit aus Art. 12 GG ein und benötigen eine gesetzliche Grundlage sowie einen legitimen, verhältnismäßigen Schutzgrund. Unionsrechtliche…

  • Glücksspielrecht

    Glücksspielrecht regelt Veranstaltung, Vermittlung und Teilnahme an öffentlichen Glücksspielen. Ein Glücksspiel liegt typischerweise vor, wenn für eine Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung überwiegend vom Zufall abhängt. Zentrale Ziele sind Suchtbekämpfung, Jugend- und Spielerschutz, Kanalisierung des Spieltriebs, Betrugsabwehr und Integrität des Sports. Maßgeblich sind der Glücksspielstaatsvertrag 2021, Landesgesetze, gewerberechtliche Vorschriften und strafrechtliche Verbote…

  • |

    Handwerksrecht

    Handwerksrecht regelt die selbstständige Ausübung handwerklicher Tätigkeiten, die Organisation des Handwerks und die berufliche Bildung in Handwerksberufen. Zentrale Grundlage ist die Handwerksordnung. Sie unterscheidet zulassungspflichtige, zulassungsfreie und handwerksähnliche Gewerbe. Für zulassungspflichtige Handwerke ist grundsätzlich die Eintragung in die Handwerksrolle erforderlich. Kammern, Innungen, Meisterprüfung, Ausbildung und Betriebsleitung gehören ebenfalls zum Regelungsbereich. Das Rechtsgebiet verbindet Gewerbefreiheit mit…