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Codex Hammurapi

Der Codex Hammurapi ist eine im 18. Jahrhundert vor Christus unter dem babylonischen König Hammurapi entstandene Sammlung von Rechtssätzen. Der auf einer Stele überlieferte Text behandelt unter anderem Eigentum, Handel, Familie, Arbeit, Haftung und Strafen. Er ist kein Gesetzbuch im heutigen systematischen Sinn, sondern verbindet königliche Herrschaftslegitimation mit kasuistischen Entscheidungen. Seine abgestuften Rechtsfolgen spiegeln die soziale Ordnung Altbabyloniens und das damalige Vergeltungsdenken wider.

Aufbau und Inhalt

Ein Prolog stellt den König als Wahrer gerechter Ordnung dar. Es folgen Wenn-dann-Regeln für typische Konflikte; ein Epilog sichert die Autorität des Textes symbolisch ab.

Rechtsgeschichtliche Bedeutung

Die Sammlung ist eine besonders umfangreiche Quelle altorientalischen Rechts, aber weder die älteste Rechtssammlung noch unmittelbarer Ursprung moderner Kodifikationen. Zum Vergleich bieten sich Corpus Iuris Civilis, Lex Salica, Sachsenspiegel und die allgemeine Rechtsgeschichte an.

Beispiel

Verursachte ein Baumeister durch mangelhafte Arbeit den Einsturz eines Hauses, knüpften die Rechtssätze je nach Schaden und Stellung der Betroffenen drastische Folgen an.

FAQ

Galt der Satz „Auge um Auge“ immer wörtlich?

Nein. Rechtsfolgen unterschieden sich nach Tat, Schaden und sozialer Stellung; häufig waren Zahlungen vorgesehen.

Ist der Text vollständig erhalten?

Die berühmte Stele ist umfangreich, weist aber Lücken auf; weitere Textzeugen ergänzen die Überlieferung.

Gilt der Codex heute?

Nein. Er ist eine historische Quelle. Entwicklungslinien moderner Verfassungen erläutert das-grundgesetz.de.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

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