Artenschutzrecht
Artenschutzrecht schützt wild lebende Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensstätten vor Beeinträchtigungen, Entnahme, Fang, Tötung, Handel und sonstiger Nutzung. Es ist Teil des Naturschutzrechts und wird stark durch internationales und europäisches Recht geprägt. In Deutschland enthält insbesondere das Bundesnaturschutzgesetz allgemeine und besondere Schutzvorschriften; je nach Art und Handlung gelten unterschiedliche Verbote, Genehmigungen, Ausnahmen und Nachweispflichten.
Rechtliche Bedeutung
Zu unterscheiden sind allgemeiner Artenschutz, besonderer Artenschutz und Handelskontrollen. Besonders und streng geschützte Arten unterliegen weitergehenden Zugriffs-, Besitz- und Vermarktungsverboten. Bei Vorhaben ist häufig zu prüfen, ob Fortpflanzungs- oder Ruhestätten beschädigt oder Tiere erheblich gestört werden.
Voraussetzungen und Folgen
Ausnahmen von artenschutzrechtlichen Verboten verlangen gesetzlich anerkannte Gründe, fehlende zumutbare Alternativen und je nach Regelung die Wahrung des Erhaltungszustands. Vermeidungsmaßnahmen können verhindern, dass ein Verbotstatbestand eintritt.
Beispiel
Vor einer Rodung wird festgestellt, dass Fledermäuse Baumhöhlen als Quartier nutzen. Rodungszeitpunkt, Schutzmaßnahmen und gegebenenfalls eine Ausnahme müssen geprüft werden.
Häufige Fragen
Sind nur seltene Arten geschützt?
Nein. Allgemeine Schutzvorschriften gelten breiter; besonders strenge Regeln betreffen speziell geschützte Arten.
Gilt Artenschutz auch im Siedlungsbereich?
Ja. Geschützte Arten und Lebensstätten können auch an Gebäuden, in Gärten oder innerstädtischen Flächen vorkommen.
Verwandte Begriffe
Siehe Bundesnaturschutzgesetz, Naturschutzrecht und Umweltrecht.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.