Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG)

Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) ist das zentrale Bundesgesetz zum Schutz von Natur und Landschaft. Es regelt unter anderem Ziele und Grundsätze des Naturschutzes, Landschaftsplanung, Eingriffe, Schutzgebiete, gesetzlich geschützte Biotope, Natura 2000, Arten- und Meeresnaturschutz sowie Erholung in Natur und Landschaft. Viele Vorschriften werden durch Landesrecht ergänzt oder im Rahmen verfassungsrechtlicher Abweichungsmöglichkeiten landesrechtlich ausgestaltet.

Rechtliche Bedeutung

Das Gesetz setzt auch unionsrechtliche Vorgaben um, insbesondere aus der Vogelschutz- und der FFH-Richtlinie. Es verbindet vorsorgende Planung mit Genehmigungsanforderungen, Verboten und Kompensationspflichten.

Voraussetzungen und Folgen

Für konkrete Vorhaben sind neben dem BNatSchG häufig landesrechtliche Naturschutzgesetze und andere Fachgesetze maßgeblich. Bei besonders oder streng geschützten Arten gelten Zugriffsverbote; Ausnahmen setzen gesetzlich bestimmte Gründe und weitere Voraussetzungen voraus.

Beispiel

Ein Bauvorhaben würde Fortpflanzungsstätten einer streng geschützten Tierart beeinträchtigen. Die Behörde muss artenschutzrechtliche Verbote und mögliche Vermeidungsmaßnahmen prüfen.

Häufige Fragen

Gilt das BNatSchG unmittelbar in allen Ländern?

Viele Vorschriften gelten bundesweit; zugleich bestehen Ergänzungs- und teilweise Abweichungsmöglichkeiten der Länder.

Regelt es nur Naturschutzgebiete?

Nein. Sein Anwendungsbereich reicht von Landschaftsplanung und Eingriffsregelung bis zum Arten-, Biotop- und Meeresnaturschutz.

Verwandte Begriffe

Siehe Naturschutzrecht, Artenschutzrecht und den aktuellen Gesetzestext des BNatSchG.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Abfallrecht

    Abfallrecht umfasst die Vorschriften zur Vermeidung, Erfassung, Beförderung, Verwertung und Beseitigung von Abfällen. Es soll Ressourcen schonen und eine umweltverträgliche Abfallbewirtschaftung sichern. Prägend sind die Abfallhierarchie, Produktverantwortung sowie Pflichten von Erzeugern, Besitzern, Entsorgungsunternehmen und öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern. Das Rechtsgebiet wird durch Unionsrecht, das Kreislaufwirtschaftsgesetz, Spezialgesetze, Verordnungen und Landesrecht bestimmt. Bedeutung Rechtlich zentral ist die Abgrenzung zwischen…

  • Immissionsschutzrecht

    Immissionsschutzrecht umfasst die Regeln zum Schutz von Menschen, Tieren, Pflanzen, Boden, Wasser, Atmosphäre sowie Kultur- und Sachgütern vor schädlichen Umwelteinwirkungen. Dazu zählen insbesondere Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Licht, Wärme und ähnliche Einwirkungen. Das Rechtsgebiet enthält Anforderungen an Anlagen, Produkte und Verkehrswege sowie Instrumente zur Luftreinhaltung und Lärmminderung. Zentral ist das Bundes-Immissionsschutzgesetz. Rechtliche Bedeutung Rechtlich wird zwischen…

  • Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG)

    Das Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) ist das zentrale Bundesgesetz zum Schutz des Bodens und zur Sanierung von Altlasten. Es soll Bodenfunktionen nachhaltig sichern oder wiederherstellen, schädliche Bodenveränderungen abwehren, Vorsorge treffen und Altlasten sowie dadurch verursachte Gewässerverunreinigungen sanieren. Das Gesetz definiert zentrale Begriffe, bestimmt Pflichten und Verantwortliche und ermöglicht behördliche Untersuchungs-, Sicherungs- und Sanierungsanordnungen. Bedeutung Das BBodSchG gilt…

  • Wasserrecht

    Wasserrecht umfasst die Vorschriften zum Schutz, zur Nutzung und zur Bewirtschaftung von oberirdischen Gewässern, Küstengewässern und Grundwasser. Es regelt insbesondere Gewässerbenutzungen, Erlaubnisse und Bewilligungen, Gewässerausbau, Hochwasserschutz, Wasserschutzgebiete, Abwasser, Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen und die Erreichung ökologischer Bewirtschaftungsziele. Das Rechtsgebiet wird stark durch Unionsrecht, Bundesrecht und ergänzendes Landesrecht geprägt. Bedeutung Zentrale Grundlage ist das Wasserhaushaltsgesetz. Viele…

  • Nachhaltigkeitsprinzip

    Das Nachhaltigkeitsprinzip verlangt, gegenwärtige Bedürfnisse so zu erfüllen, dass natürliche Lebensgrundlagen, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Entwicklung auch für künftige Generationen erhalten bleiben. Im Recht dient es als übergreifendes Leit- und Abwägungsprinzip. Besonders prägt es Umwelt-, Klima-, Haushalts-, Planungs- und Ressourcenrecht. Seine konkrete Bindungswirkung hängt jedoch von der jeweiligen gesetzlichen oder verfassungsrechtlichen Ausgestaltung ab. Bedeutung Nachhaltigkeit…

  • |

    Immissionsschutzrechtliche Genehmigung

    Die immissionsschutzrechtliche Genehmigung ist die behördliche Zulassung für Errichtung und Betrieb bestimmter, potenziell umweltrelevanter Anlagen. Welche Anlagen genehmigungsbedürftig sind, bestimmen das Bundes-Immissionsschutzgesetz und insbesondere die 4. BImSchV. Die Genehmigung ist grundsätzlich eine gebundene Entscheidung: Sind sämtliche gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt, besteht regelmäßig ein Anspruch auf Erteilung. Das Verfahren bündelt zahlreiche anlagenbezogene öffentlich-rechtliche Prüfungen. Rechtliche Bedeutung Geprüft…