Kommunalrechtlicher Organstreit

Der kommunalrechtliche Organstreit ist ein gerichtlicher Konflikt zwischen Organen oder Organteilen einer Gemeinde über kommunale Rechte und Zuständigkeiten. Er betrifft etwa Gemeinderat, Bürgermeister oder einzelne Ratsmitglieder. Maßgeblich sind Gemeindeordnung und Prozessrecht.

Funktion und Voraussetzungen

Das Gericht klärt die organschaftliche Rechtsposition, nicht bloße politische Meinungsverschiedenheiten.

Beispiel

Ein Ratsmitglied rügt die Verletzung seines Informationsrechts durch den Bürgermeister.

Verwandte Begriffe

Gemeinderat, Bürgermeister

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Gemeindeverfassung

    Die Gemeindeverfassung beschreibt die rechtliche Grundordnung einer Gemeinde, insbesondere die Struktur ihrer Organe, Entscheidungsverfahren und Formen demokratischer Mitwirkung. Sie ergibt sich vor allem aus der Gemeindeordnung des jeweiligen Landes und ergänzenden Satzungen oder Geschäftsordnungen. Je nach Bundesland bestehen unterschiedliche Modelle, etwa mit starkem Bürgermeister oder unterschiedlichen Rollen des Gemeinderats. Die Gemeindeverfassung konkretisiert die kommunale Selbstverwaltung….

  • Gemeinderatsbeschluss

    Ein Gemeinderatsbeschluss ist die Entscheidung des Gemeinderats in einer Angelegenheit seiner Zuständigkeit. Er kommt nur zustande, wenn die Sitzung ordnungsgemäß einberufen, beschlussfähig und die erforderliche Mehrheit erreicht ist. Der Beschluss kann Satzungen, Haushaltsentscheidungen, Planungen oder Einzelfallentscheidungen betreffen. Form und Rechtswirkungen richten sich nach der Gemeindeordnung und der Geschäftsordnung des Gemeinderats. Funktion und Voraussetzungen Fehler bei…

  • Kommunalverfassungsrecht

    Das Kommunalverfassungsrecht regelt Organisation, Zuständigkeiten und innere Willensbildung der Gemeinden und anderer kommunaler Körperschaften. Es bestimmt insbesondere die Stellung von Gemeinderat, Bürgermeister, Ausschüssen und Gemeindebürgern. Die wesentlichen Regeln stehen in den Gemeindeordnungen der Länder; sie konkretisieren die kommunale Selbstverwaltungsgarantie. Das Kommunalverfassungsrecht ist vom Kommunalabgabenrecht und vom allgemeinen Verwaltungsrecht zu unterscheiden. Funktion und Voraussetzungen Es ordnet…

  • Bürgerbegehren

    Ein Bürgerbegehren ist ein Instrument unmittelbarer kommunaler Demokratie. Bürger beantragen damit, dass über eine kommunale Angelegenheit ein Bürgerentscheid durchgeführt wird. Gegenstand, Unterschriftenzahl, Begründung und Frist richten sich nach Landesrecht. Funktion und Voraussetzungen Unzulässig sind häufig Angelegenheiten, die gesetzlich dem Bürgermeister oder einem anderen Organ vorbehalten sind. Beispiel Bürger sammeln Unterschriften für einen Bürgerentscheid über den…

  • Gemeinde

    Eine Gemeinde ist eine kommunale Gebietskörperschaft und damit eine juristische Person des öffentlichen Rechts. Sie nimmt örtliche Angelegenheiten im Rahmen der kommunalen Selbstverwaltung eigenverantwortlich wahr. Zu ihren Aufgaben zählen etwa Bauleitplanung, örtliche Infrastruktur, Daseinsvorsorge und Kultur. Gemeinden handeln durch ihre Organe, insbesondere Gemeinderat und Bürgermeister, und unterliegen der staatlichen Kommunalaufsicht. Funktion und Voraussetzungen Die Gemeinde…

  • Gemeinderatsausschuss

    Ein Gemeinderatsausschuss ist ein vom Gemeinderat gebildetes Gremium, das bestimmte Angelegenheiten vorbereitet, berät oder in gesetzlich zulässigem Umfang selbst entscheidet. Ausschüsse dienen der Arbeitsteilung und ermöglichen eine vertiefte Behandlung einzelner Themen, etwa Bau, Finanzen oder Umwelt. Bildung, Zusammensetzung, Zuständigkeiten und Öffentlichkeit richten sich nach Gemeindeordnung und Geschäftsordnung. Funktion und Voraussetzungen Der Gemeinderat darf Ausschüssen nur…