|

Gaststättenrecht

Gaststättenrecht regelt den Betrieb von Gaststätten, insbesondere den gewerbsmäßigen Ausschank von Getränken und die Abgabe zubereiteter Speisen zum Verzehr an Ort und Stelle. Es dient dem Schutz von Gästen, Nachbarschaft, Jugend und öffentlicher Sicherheit. Je nach Bundesland gelten das Gaststättengesetz des Bundes oder eigene Landesgesetze. Hinzu kommen Gewerbe-, Lebensmittel-, Bau-, Immissionsschutz-, Jugendschutz- und Nichtraucherschutzrecht sowie kommunale Sperrzeit- und Sondernutzungsregelungen. Der Betrieb einer Gaststätte berührt daher regelmäßig mehrere Rechtsgebiete gleichzeitig.

Rechtliche Bedeutung

Das Rechtsgebiet ist Teil des besonderen Gewerberechts. Ob eine Erlaubnis erforderlich ist, richtet sich nach dem anwendbaren Bundes- oder Landesrecht und insbesondere danach, ob Alkohol ausgeschenkt wird.

Voraussetzungen und Folgen

Betreiber müssen regelmäßig Zuverlässigkeit, geeignete Räume und weitere fachrechtliche Voraussetzungen nachweisen. Behörden können Auflagen erteilen und bei Verstößen einschreiten. Eine Gaststättenerlaubnis ersetzt keine Baugenehmigung oder lebensmittelrechtliche Registrierung.

Beispiel

Ein Unternehmer möchte eine Bar mit Alkoholausschank eröffnen. Er benötigt je nach Landesrecht eine Gaststättenerlaubnis und muss zusätzlich Bau-, Lebensmittel- und Jugendschutzrecht beachten.

Häufige Fragen

Braucht jedes Café eine Erlaubnis?

Das hängt vom Landesrecht und Angebot ab. Reiner Ausschank alkoholfreier Getränke kann erlaubnisfrei, aber weiterhin anzeigepflichtig sein.

Wer ist zuständig?

Regelmäßig die örtliche Gewerbe- oder Gaststättenbehörde; Zuständigkeiten unterscheiden sich nach Bundesland.

Verwandte Begriffe

Gaststättenerlaubnis, Gewerberecht, Gewerbeerlaubnis

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Gewerbeerlaubnis

    Eine Gewerbeerlaubnis ist eine behördliche Zulassung, die vor Aufnahme bestimmter besonders überwachungsbedürftiger Gewerbe erforderlich ist. Während gewöhnliche Gewerbe lediglich angezeigt werden, verlangt das Gesetz etwa für Bewachung, Vermittlung, Spielhallen oder einzelne Verkehrs- und Gaststättentätigkeiten eine vorherige Prüfung. Typische Voraussetzungen sind persönliche Zuverlässigkeit, geordnete Vermögensverhältnisse, Sachkunde und geeignete Räume. Die konkrete Erlaubnis richtet sich stets nach…

  • Gewerbe

    Ein Gewerbe ist grundsätzlich jede erlaubte, selbstständige, auf Dauer angelegte und mit Gewinnerzielungsabsicht ausgeübte Tätigkeit, die weder Urproduktion noch freier Beruf oder bloße Verwaltung eigenen Vermögens ist. Der Begriff dient vor allem der Abgrenzung im Gewerbe-, Steuer- und Handelsrecht. Seine genaue Bedeutung kann je nach Gesetz variieren. Gewerbliche Tätigkeiten unterliegen regelmäßig der Anzeigepflicht und gegebenenfalls…

  • Reisegewerbe

    Reisegewerbe ist eine gewerbliche Tätigkeit, bei der jemand ohne vorherige Bestellung außerhalb seiner gewerblichen Niederlassung oder ohne eine solche Niederlassung Waren anbietet, Bestellungen aufsucht oder Leistungen anbietet. Typische Fälle sind Haustürverkauf, mobile Verkaufsstände oder umherziehende Dienstleistungen. Das Reisegewerbe ist in §§ 55 ff. GewO geregelt und erfordert grundsätzlich eine Reisegewerbekarte, soweit keine gesetzliche Ausnahme oder…

  • Bewachungsgewerbe

    Bewachungsgewerbe ist die gewerbsmäßige Bewachung fremden Lebens oder Eigentums. Wer ein solches Unternehmen betreiben will, benötigt grundsätzlich eine Erlaubnis nach § 34a GewO. Betreiber und eingesetzte Wachpersonen müssen zuverlässig sein; je nach Tätigkeit sind Unterrichtung oder Sachkundeprüfung erforderlich. Zusätzlich gelten Bewachungsverordnung, Datenschutz-, Waffen-, Arbeits- und Strafrecht. Besonders sensible Aufgaben wie Kontrollgänge im öffentlichen Raum oder…

  • Gewerbeordnung (GewO)

    Die Gewerbeordnung, abgekürzt GewO, ist das zentrale Bundesgesetz für die Ausübung gewerblicher Tätigkeiten in Deutschland. Sie beruht auf dem Grundsatz der Gewerbefreiheit, ordnet aber Anzeigen, Erlaubnisse und besondere Überwachung für bestimmte Tätigkeiten an. Geregelt werden unter anderem Gewerbeanmeldung, Untersagung wegen Unzuverlässigkeit, Reisegewerbe, erlaubnispflichtige Vermittler und Bewachungsgewerbe. Ergänzend gelten Spezialgesetze, Landesrecht und kommunale Zuständigkeitsvorschriften. Damit prägt…

  • Gewerbeanmeldung

    Die Gewerbeanmeldung ist die Anzeige des Beginns eines stehenden Gewerbes bei der zuständigen Gewerbebehörde. Sie informiert die Verwaltung über Betriebsinhaber, Tätigkeit und Betriebsstätte und ermöglicht die Weiterleitung an andere Stellen. Die Anmeldung ist grundsätzlich gleichzeitig mit Aufnahme des Gewerbes vorzunehmen. Sie ersetzt keine erforderliche Erlaubnis, Eintragung oder fachrechtliche Genehmigung. Auch Ummeldung, Verlegung, Erweiterung und Aufgabe…