Legalitätsprinzip im Strafverfahren

Legalitätsprinzip im Strafverfahren verpflichtet die Staatsanwaltschaft grundsätzlich, bei zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkten wegen verfolgbarer Straftaten einzuschreiten und den Sachverhalt zu erforschen. Der Begriff gehört zum Strafprozessrecht und beeinflusst Rechte, Ermittlungsmaßnahmen, gerichtliche Entscheidungen oder den Ablauf des Verfahrens. Seine Voraussetzungen und Grenzen ergeben sich vor allem aus der Strafprozessordnung, dem Grundgesetz und der Europäischen Menschenrechtskonvention. Die Anwendung muss ein rechtsstaatliches und faires Verfahren gewährleisten. Seine genaue Reichweite richtet sich nach dem jeweiligen Regelungszweck.

Rechtliche Bedeutung

Das Prinzip sichert gleichmäßige Strafverfolgung und begrenzt behördliches Ermessen. Gesetzliche Einstellungsmöglichkeiten nach dem Opportunitätsprinzip bilden ausdrücklich geregelte Ausnahmen.

Voraussetzungen und Folgen

Für die rechtliche Einordnung sind Verfahrensstand, Zuständigkeit, Form, Frist und die Rechte der Beteiligten maßgeblich. Ermittlungsmaßnahmen benötigen eine gesetzliche Grundlage und müssen insbesondere erforderlich und verhältnismäßig sein.

Beispiel

Konkrete Beweisanzeichen für eine Straftat verpflichten die Staatsanwaltschaft grundsätzlich zur Einleitung eines Ermittlungsverfahrens.

Häufige Fragen

Welche Bedeutung hat Legalitätsprinzip im Strafverfahren?

Der Begriff beeinflusst den Fortgang des Strafverfahrens, die Befugnisse der Strafverfolgungsorgane oder die Verteidigungs- und Beteiligtenrechte.

Ist eine gerichtliche Überprüfung möglich?

Je nach Maßnahme oder Entscheidung bestehen Einwendungen, Anträge oder besondere Rechtsbehelfe nach der Strafprozessordnung.

Verwandte Begriffe

Strafrecht, Prozessrecht, In dubio pro reo, Anklageschrift

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Objektiver Tatbestand

    Objektiver Tatbestand: Der objektive Tatbestand umfasst die äußerlich feststellbaren Merkmale einer Straftat, insbesondere Täter, Tatobjekt, Handlung, Erfolg und gegebenenfalls Kausalität. Bestandteile Zum objektiven Tatbestand gehören die äußerlich wahrnehmbaren gesetzlichen Merkmale, etwa Tathandlung, Tatobjekt und Taterfolg. Bei Erfolgsdelikten sind regelmäßig auch Kausalität und objektive Zurechnung zu prüfen. Abgrenzung Der subjektive Tatbestand betrifft innere Merkmale wie Vorsatz…

  • Jugendschöffengericht

    Das Jugendschöffengericht ist ein Spruchkörper des Amtsgerichts für Jugendstrafsachen. Es besteht grundsätzlich aus einem Jugendrichter als Vorsitzendem und zwei Jugendschöffen. Zuständig ist es insbesondere, wenn eine umfangreichere Beweisaufnahme oder eine schwerere Rechtsfolge als beim Jugendrichter zu erwarten ist, ohne dass die Sache vor die Jugendkammer gehört. Seine Verhandlung berücksichtigt die besonderen Schutz- und Erziehungsgrundsätze des…

  • |

    Straftatbestand

    Straftatbestand: Ein Straftatbestand beschreibt die gesetzlichen Merkmale eines Verhaltens, dessen Verwirklichung grundsätzlich mit Strafe bedroht ist. Einordnung Der Begriff gehört zum deutschen Strafrecht. Ausgangspunkt ist das Strafgesetzbuch; daneben bestehen zahlreiche strafrechtliche Nebengesetze. Prüfung Eine Straftat wird grundsätzlich anhand von Tatbestandsmäßigkeit, Rechtswidrigkeit und Schuld geprüft. Zum Tatbestand gehören objektive und subjektive Merkmale. Beispiel Wer eine fremde…

  • Schenkung

    Schenkung ist ein grundlegender Begriff des deutschen Zivilrechts. Voraussetzungen, Rechtsfolgen und Abgrenzungen ergeben sich aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch sowie der Rechtsprechung. Die konkrete Anwendung richtet sich nach dem Einzelfall und dem jeweiligen Rechtsverhältnis. Bedeutung und Voraussetzungen Der Begriff strukturiert Rechte und Pflichten der Beteiligten und ist im Zusammenhang mit den gesetzlichen Regelungen auszulegen. Beispiel Ob…

  • Wiederbeschaffungswert

    Wiederbeschaffungswert ist ein Rechtsbegriff, dessen Voraussetzungen und Rechtsfolgen sich nach den einschlägigen Vorschriften und dem Einzelfall richten. Rechtliche Einordnung Entscheidend sind die gesetzlichen Voraussetzungen, Zuständigkeiten und Fristen. Beispiel Die konkrete Anwendung hängt vom Sachverhalt ab. Häufige Fragen Kann die Entscheidung überprüft werden? Je nach Verfahren sind Rechtsbehelfe möglich. Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und…

  • Schöffengericht

    Schöffengericht ist ein Spruchkörper des Amtsgerichts für Strafsachen mittlerer Schwere. Es ist grundsätzlich mit einem Berufsrichter und zwei ehrenamtlichen Schöffen besetzt. Die Schöffen wirken bei Beratung und Abstimmung mit gleichem Stimmrecht mit. Zuständigkeit und Besetzung richten sich nach der erwarteten Rechtsfolge und der Bedeutung des Verfahrens. Für die Anwendung sind die gesetzlichen Voraussetzungen und die…