Strafrecht

  • Geldstrafe

    Die Geldstrafe ist eine strafrechtliche Sanktion, deren Höhe in Tagessätzen bestimmt wird. Die Zahl der Tagessätze richtet sich nach der Schuld, die Höhe eines Tagessatzes grundsätzlich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters. Tagessatzsystem Nach § 40 StGB wird die Geldstrafe grundsätzlich in fünf bis dreihundertsechzig Tagessätzen verhängt. Bei Gesamtstrafen können andere Höchstgrenzen gelten. Höhe des…

  • Strafzumessung

    Strafzumessung ist die gerichtliche Bestimmung von Art und Höhe der Strafe innerhalb des gesetzlichen Strafrahmens. Grundlage ist nach § 46 StGB vor allem die Schuld des Täters. Zumessungsgrundsätze Das Gericht wägt alle für und gegen den Täter sprechenden Umstände ab. Dazu gehören insbesondere Beweggründe, Gesinnung, Ausführung und Folgen der Tat, Vorleben, persönliche und wirtschaftliche Verhältnisse…

  • Anstiftung

    Anstiftung ist das vorsätzliche Bestimmen eines anderen zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat. Der Anstifter wird nach § 26 StGB grundsätzlich wie ein Täter bestraft. Voraussetzungen Erforderlich sind eine vorsätzliche rechtswidrige Haupttat und ein Hervorrufen des Tatentschlusses beim Haupttäter. Der Anstifter muss sowohl hinsichtlich des Bestimmens als auch hinsichtlich der Haupttat mit Vorsatz handeln. Abgrenzung…

  • Beihilfe

    Beihilfe ist die vorsätzliche Unterstützung einer vorsätzlich begangenen rechtswidrigen Tat eines anderen. Der Gehilfe wird nach § 27 StGB bestraft; seine Strafe ist gegenüber derjenigen des Täters zu mildern. Voraussetzungen Die Hilfeleistung muss die Haupttat fördern oder erleichtern. Der Gehilfe benötigt doppelten Vorsatz: Er muss sowohl die Unterstützung als auch die wesentlichen Merkmale der Haupttat…

  • Freiheitsstrafe

    Die Freiheitsstrafe ist eine strafrechtliche Sanktion, bei der dem Verurteilten für eine bestimmte Zeit oder lebenslang die Freiheit entzogen wird. Ihre Dauer und Vollstreckung richten sich insbesondere nach den §§ 38 ff. StGB. Dauer Die zeitige Freiheitsstrafe beträgt grundsätzlich mindestens einen Monat und höchstens fünfzehn Jahre. Lebenslange Freiheitsstrafe darf nur verhängt werden, wenn das Gesetz…

  • Entschuldigender Notstand

    Der entschuldigende Notstand nimmt einem Täter unter engen Voraussetzungen den persönlichen Schuldvorwurf, wenn er eine gegenwärtige Gefahr für Leben, Leib oder Freiheit von sich, einem Angehörigen oder einer nahestehenden Person abwendet. Die Tat bleibt rechtswidrig, wird aber nach § 35 StGB entschuldigt. Voraussetzungen Die Gefahr muss gegenwärtig und nicht anders abwendbar sein. Geschützt werden nur…

  • Versuch

    Ein Versuch liegt vor, wenn der Täter nach seiner Vorstellung von der Tat unmittelbar zur Verwirklichung eines Straftatbestands ansetzt, die Tat aber nicht vollendet. Seine Strafbarkeit richtet sich insbesondere nach §§ 22 und 23 StGB. Voraussetzungen Erforderlich sind Tatentschluss und unmittelbares Ansetzen. Der Tatentschluss umfasst den auf alle Tatbestandsmerkmale gerichteten Vorsatz. Unmittelbar setzt der Täter…

  • Rücktritt vom Versuch

    Der Rücktritt vom Versuch ermöglicht Straffreiheit wegen der versuchten Tat, wenn der Täter freiwillig die weitere Tatausführung aufgibt oder die Vollendung verhindert. Die Voraussetzungen regelt § 24 StGB. Voraussetzungen Zunächst darf der Versuch nicht fehlgeschlagen sein. Beim unbeendeten Versuch genügt regelmäßig die freiwillige Aufgabe der weiteren Ausführung. Beim beendeten Versuch muss der Täter die Vollendung…

  • Täterschaft

    Täterschaft bezeichnet die strafrechtlich verantwortliche Begehung einer Tat als eigener Täter. Nach § 25 StGB kann eine Straftat allein, durch einen anderen oder gemeinschaftlich mit mehreren begangen werden. Formen der Täterschaft Das Gesetz unterscheidet unmittelbare Täterschaft, mittelbare Täterschaft und Mittäterschaft. Maßgeblich ist häufig, wer das Tatgeschehen beherrscht und die Tat als eigene will. Abgrenzung zur…

  • Mittäterschaft

    Mittäterschaft liegt vor, wenn mehrere Täter eine Straftat aufgrund eines gemeinsamen Tatplans arbeitsteilig begehen. Nach § 25 Abs. 2 StGB wird jedem Mittäter die gemeinschaftlich begangene Tat zugerechnet. Voraussetzungen Erforderlich sind ein gemeinsamer Tatentschluss und ein wesentlicher Tatbeitrag. Der Beitrag kann je nach Tatplan auch im Vorbereitungsstadium liegen; entscheidend sind Gewicht und Einbindung in das…