|

Anklageschrift

Anklageschrift ist die schriftliche Erklärung der Staatsanwaltschaft, mit der sie eine bestimmte Tat zur gerichtlichen Entscheidung stellt und die Eröffnung des Hauptverfahrens beantragt. Der Begriff gehört zum Strafrecht oder Strafprozessrecht und bestimmt die Einordnung einer Tat, die Stellung eines Beteiligten oder den Ablauf des Verfahrens. Seine Voraussetzungen und Rechtsfolgen richten sich nach den einschlägigen Strafgesetzen. Rechtsprechung und Verfahrensgrundrechte prägen die Anwendung im Einzelfall. Eine sorgfältige Abgrenzung zu verwandten Begriffen ist regelmäßig erforderlich.

Rechtliche Bedeutung

Sie bezeichnet Angeschuldigten, Tat, Zeit, Ort, gesetzliche Merkmale, Beweismittel und weitere gesetzlich erforderliche Angaben. Der Anklagesatz begrenzt den Prozessgegenstand.

Voraussetzungen und Folgen

undefined

Beispiel

Die Staatsanwaltschaft beschreibt einen konkreten Betrugsvorwurf und benennt Zeugen sowie Urkunden als Beweismittel.

Häufige Fragen

Welche Bedeutung hat Anklageschrift?

Der Begriff beeinflusst die rechtliche Bewertung, den Fortgang des Strafverfahrens oder die Rechte und Pflichten eines Verfahrensbeteiligten.

Kann die Entscheidung überprüft werden?

Je nach Maßnahme oder Verfahrensstand bestehen Einwendungen, Anträge oder besondere Rechtsbehelfe nach der Strafprozessordnung.

Verwandte Begriffe

Strafrecht, Prozessrecht, Strafantrag, In dubio pro reo

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Anfangsverdacht

    Anfangsverdacht liegt vor, wenn zureichende tatsächliche Anhaltspunkte für eine verfolgbare Straftat bestehen und deshalb Ermittlungen einzuleiten sind. Der Begriff gehört zum Strafrecht oder Strafprozessrecht und bestimmt die Einordnung einer Tat, die Stellung eines Beteiligten oder den Ablauf des Verfahrens. Seine Voraussetzungen und Rechtsfolgen richten sich nach den einschlägigen Strafgesetzen. Rechtsprechung und Verfahrensgrundrechte prägen die Anwendung…

  • Jugendrichter

    Der Jugendrichter ist ein Richter am Amtsgericht, der für bestimmte Strafsachen gegen Jugendliche und Heranwachsende zuständig ist. Er entscheidet als Einzelrichter insbesondere bei weniger schweren Vorwürfen und wenn keine Jugendstrafe von mehr als einem Jahr zu erwarten ist. Darüber hinaus nimmt er besondere Aufgaben im Jugendstrafverfahren wahr. Seine Entscheidung orientiert sich an Tat, Persönlichkeit, Entwicklungsstand…

  • |

    Widerruf der Strafaussetzung

    Der Widerruf der Strafaussetzung beendet die Bewährung und führt grundsätzlich dazu, dass die zuvor ausgesetzte Freiheitsstrafe vollstreckt wird. Er kommt insbesondere in Betracht, wenn der Verurteilte während der Bewährungszeit eine neue Straftat begeht und damit die günstige Prognose widerlegt oder gröblich beziehungsweise beharrlich gegen Auflagen, Weisungen oder Bewährungsaufsicht verstößt. Ein Widerruf unterbleibt, wenn mildere Maßnahmen,…

  • |

    Absolute Revisionsgründe

    Absolute Revisionsgründe sind besonders schwerwiegende Verfahrensfehler, bei denen das Gesetz unwiderlegbar vermutet, dass das Strafurteil auf dem Fehler beruht. § 338 StPO zählt sie abschließend auf. Dazu gehören unter anderem eine vorschriftswidrige Gerichtsbesetzung, die Mitwirkung eines ausgeschlossenen Richters, unzulässige Beschränkungen der Öffentlichkeit und das Fehlen der Urteilsgründe innerhalb der gesetzlichen Frist. Der Revisionsführer muss den…

  • | |

    Nachlassverwaltung

    Nachlassverwaltung ist ein gerichtlich angeordnetes Verfahren zur Verwaltung und Befriedigung eines überschuldeten oder unübersichtlichen Nachlasses durch einen Nachlassverwalter. Sie trennt den Nachlass haftungsrechtlich weitgehend vom Eigenvermögen des Erben und dient vorrangig den Nachlassgläubigern. Der Erbe verliert die Befugnis, den Nachlass selbst zu verwalten oder über ihn zu verfügen. Nach Begleichung der Verbindlichkeiten erhält er einen…

  • | |

    Vorlagepflicht letztinstanzlicher Gerichte

    Vorlagepflicht letztinstanzlicher Gerichte verpflichtet ein nationales Gericht, dessen Entscheidung nicht mehr mit innerstaatlichen Rechtsmitteln angefochten werden kann, eine entscheidungserhebliche Frage zur Auslegung des Unionsrechts grundsätzlich dem Europäischen Gerichtshof vorzulegen. Ausnahmen bestehen insbesondere bei fehlender Entscheidungserheblichkeit, bereits geklärter Rechtsfrage oder derart eindeutiger Auslegung, dass vernünftige Zweifel ausgeschlossen sind. Bei Zweifeln an der Gültigkeit eines Unionsakts besteht…