Direkter Vorsatz

Direkter Vorsatz bezeichnet das sichere Wissen des Täters, dass er den gesetzlichen Tatbestand verwirklichen wird. Der Begriff gehört zum Allgemeinen Teil des Strafrechts und bestimmt Voraussetzungen, Zurechnung oder persönliche Verantwortlichkeit einer Straftat. Seine genaue Einordnung entscheidet häufig darüber, ob und wegen welcher Beteiligungs- oder Begehungsform ein Täter strafbar ist. Maßgeblich sind das Strafgesetzbuch und die hierzu entwickelte strafgerichtliche Rechtsprechung. Der Begriff ist für Aufbau und Ergebnis der strafrechtlichen Prüfung regelmäßig von zentraler Bedeutung.

Rechtliche Bedeutung

Die rechtliche Bedeutung folgt insbesondere aus dem Allgemeinen Teil des Strafgesetzbuchs und der strafgerichtlichen Rechtsprechung.

Voraussetzungen und Folgen

Dolus directus zweiten Grades liegt auch vor, wenn der Erfolg unerwünscht, aber als sicher erkannt ist

Beispiel

Der Täter weiß sicher, dass seine Handlung fremdes Eigentum zerstören wird

Häufige Fragen

Welche Rechtsgrundlagen sind maßgeblich?

Entscheidend sind insbesondere die Vorschriften des Allgemeinen Teils des StGB sowie die Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs.

Warum ist die Abgrenzung wichtig?

Von ihr hängen Tatbestand, Vorsatz, Schuld, Beteiligungsform oder die Möglichkeit einer Strafbefreiung ab.

Verwandte Begriffe

Strafrecht, Vorsatz, Tatbestand

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Hauptverhandlung

    Hauptverhandlung ist der zentrale Abschnitt des Strafverfahrens, in dem das Gericht den Tatvorwurf öffentlich und mündlich verhandelt. Es erhebt die Beweise, hört Verfahrensbeteiligte an und entscheidet anschließend durch Urteil oder Einstellung. Grundlage sind insbesondere Unmittelbarkeit, Mündlichkeit und rechtliches Gehör. Bedeutung und Voraussetzungen Die rechtliche Einordnung richtet sich nach dem jeweiligen Verfahrensrecht und dem konkreten Einzelfall….

  • |

    Täterarbeit

    Täterarbeit bezeichnet fachlich angeleitete Maßnahmen, die einen gewaltausübenden Menschen zur Übernahme von Verantwortung und zur Veränderung seines gewalttätigen Verhaltens befähigen sollen. Im Bereich häuslicher Gewalt soll sie insbesondere erneute Übergriffe verhindern. Artikel 16 der Istanbul-Konvention verpflichtet die Vertragsstaaten, entsprechende Programme einzurichten oder zu unterstützen. Vorrang haben Sicherheit, Unterstützung und Menschenrechte des Opfers. Täterarbeit ersetzt weder…

  • Strafantrag

    Ein Strafantrag ist die Erklärung eines Antragsberechtigten, dass eine bestimmte Straftat verfolgt werden soll. Bei Antragsdelikten bildet er eine besondere Prozessvoraussetzung. Antragsberechtigt ist grundsätzlich der Verletzte; die Frist beträgt regelmäßig drei Monate ab Kenntnis von Tat und Täter. Der Strafantrag ist von der Strafanzeige zu unterscheiden: Diese teilt lediglich einen möglichen Sachverhalt mit, während der…

  • | |

    Verbotenes Kraftfahrzeugrennen

    Ein verbotenes Kraftfahrzeugrennen ist nach § 315d StGB das nicht erlaubte Ausrichten oder Durchführen eines Kraftfahrzeugrennens, die Teilnahme als Kraftfahrzeugführer oder eine sogenannte Alleinfahrt: Der Fahrer bewegt sich dabei mit nicht angepasster Geschwindigkeit grob verkehrswidrig und rücksichtslos fort, um eine nach den Umständen höchstmögliche Geschwindigkeit zu erreichen. Gefährdet die Fahrt Menschen oder bedeutende fremde Sachen…

  • Gesamtstrafenbildung

    Gesamtstrafenbildung ist das Verfahren, mit dem das Gericht bei mehreren selbstständigen Straftaten aus den jeweils festgesetzten Einzelstrafen eine Gesamtstrafe bestimmt. Zunächst werden für jede Tat Einzelstrafen gebildet. Die höchste davon ist die Einsatzstrafe; sie wird unter zusammenfassender Würdigung der Person des Täters und der Taten erhöht. Eine bloße Addition ist unzulässig. Die Gesamtstrafe muss die…

  • |

    Zeugnisverweigerungsrecht

    Zeugnisverweigerungsrecht ist die gesetzliche Befugnis eines Zeugen, die Aussage insgesamt zu verweigern, insbesondere wegen eines Angehörigenverhältnisses nach § 52 StPO oder wegen beruflicher Verschwiegenheit nach §§ 53, 53a StPO. Davon unterscheidet sich das Auskunftsverweigerungsrecht des § 55 StPO: Es erlaubt grundsätzlich nur, einzelne Antworten abzulehnen, wenn dadurch für den Zeugen oder einen nahen Angehörigen die…