Gesetz

Ein Gesetz ist eine staatlich gesetzte, verbindliche Rechtsregel. Im formellen Sinn ist es ein Beschluss des zuständigen Parlaments im verfassungsrechtlich vorgesehenen Gesetzgebungsverfahren. Im materiellen Sinn bezeichnet der Begriff jede abstrakt-generelle Rechtsnorm mit Außenwirkung, unabhängig davon, ob sie vom Parlament, von der Exekutive oder einer Selbstverwaltungskörperschaft erlassen wurde.

Formelles und materielles Gesetz

Ein Parlamentsgesetz ist Gesetz im formellen Sinn. Rechtsverordnungen und Satzungen sind keine formellen, aber regelmäßig materielle Gesetze. Haushaltsgesetze können dagegen formelle Gesetze sein, ohne abstrakt-generelle Außenwirkung zu entfalten.

Rangordnung

Gesetze müssen mit höherrangigem Recht vereinbar sein. Bundesgesetze stehen unter dem Grundgesetz; Landesgesetze müssen zudem die bundesstaatliche Kompetenzordnung beachten.

Beispiel

Das Bürgerliche Gesetzbuch wurde vom Gesetzgeber beschlossen und enthält zahlreiche Rechtsnormen für privatrechtliche Beziehungen.

Häufige Fragen

Ist jede Rechtsnorm ein Parlamentsgesetz?

Nein. Rechtsnormen können auch in Rechtsverordnungen, Satzungen oder Gewohnheitsrecht enthalten sein.

Wer prüft die Verfassungsmäßigkeit?

Gerichte prüfen Gesetze im Rahmen ihrer Zuständigkeit; formelle nachkonstitutionelle Parlamentsgesetze dürfen nur Verfassungsgerichte verwerfen.

Verwandte Begriffe

Rechtsnorm, Rechtsverordnung, Satzung, Gesetzgebungsverfahren, Normenhierarchie

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • | | |

    Nürnberger Prozesse

    Die Nürnberger Prozesse waren alliierte Strafverfahren gegen führende Verantwortliche des nationalsozialistischen Regimes nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Hauptkriegsverbrecherprozess verhandelte der Internationale Militärgerichtshof von 1945 bis 1946 über Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und verbrecherische Organisationen. Zwölf weitere amerikanische Verfahren folgten. Die Prozesse stärkten den Grundsatz individueller strafrechtlicher Verantwortung nach Völkerrecht, blieben…

  • |

    Paraphe

    Eine Paraphe ist ein verkürztes handschriftliches Namenszeichen, häufig aus Initialen oder einem charakteristischen Kürzel. Sie dient im Rechts- und Geschäftsverkehr vor allem dazu, einzelne Seiten, Änderungen oder vorläufig abgestimmte Vertragstexte zu kennzeichnen. Eine Paraphe ist nicht ohne Weiteres eine Unterschrift: Ob sie eine gesetzlich vorgeschriebene Schriftform wahrt, hängt davon ab, ob das Zeichen nach Erscheinungsbild…

  • | |

    Besatzungsstatut

    Das Besatzungsstatut regelte seit dem 21. September 1949 die Beziehungen zwischen der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland und den drei westlichen Besatzungsmächten. Es überließ deutschen Organen grundsätzlich die Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung, behielt den Alliierten jedoch weitreichende Befugnisse vor, insbesondere für Abrüstung, auswärtige Angelegenheiten, Deutschland als Ganzes und Sicherheit. Das 1951 gelockerte Statut endete 1955 mit…

  • Richterrecht

    Richterrecht bezeichnet Rechtssätze und Grundsätze, die Gerichte durch Auslegung, Konkretisierung und Fortbildung des geltenden Rechts entwickeln. Es entsteht besonders bei unbestimmten Gesetzesbegriffen, Regelungslücken oder neuen Sachverhalten. Richterrecht ist nicht ohne Weiteres mit einem formellen Gesetz gleichzusetzen; seine Bindungswirkung hängt von Rechtsordnung, Gericht und Entscheidungstyp ab. Entstehung Gerichte wenden bestehende Rechtsnormen auf Einzelfälle an. Dabei entwickeln…

  • Trennungsthese

    Trennungsthese ist die rechtsphilosophische These, dass zwischen der Geltung des Rechts und seiner moralischen Richtigkeit kein notwendiger begrifflicher Zusammenhang besteht. Eine Norm kann danach rechtlich gelten, obwohl sie ungerecht ist. Die Trennungsthese prägt viele Formen des Rechtspositivismus, schließt moralische Kritik am Recht aber nicht aus; sie trennt vielmehr die Beschreibung geltenden Rechts von seiner Bewertung….

  • Gesellschaftsvertrag

    Gesellschaftsvertrag ist ein rechts- und staatsphilosophisches Gedankenmodell, das staatliche Herrschaft und politische Ordnung auf eine gedachte Übereinkunft freier Menschen zurückführt. Es dient der Begründung von Legitimität, Rechten und Pflichten. Grundgedanke Der Begriff gehört zur Rechtsphilosophie und verbindet Fragen nach Gerechtigkeit, Legitimität und Geltung des Rechts. Rechtliche Bedeutung Er dient als Maßstab für Begründung, Bewertung oder…