Legitimität

Legitimität bezeichnet die Anerkennungswürdigkeit und Rechtfertigung von Recht, Herrschaft oder staatlichen Entscheidungen. Eine Maßnahme kann legal sein, weil sie den geltenden Regeln entspricht, und dennoch als nicht legitim kritisiert werden. Legitimität kann sich unter anderem auf demokratische Zustimmung, Grundrechte, faire Verfahren, Gemeinwohl und sachliche Gründe stützen.

Grundgedanke

Legitimität fragt nicht nur nach formaler Geltung, sondern nach überzeugender Rechtfertigung. Der Begriff gehört zur Rechtsphilosophie und steht in engem Zusammenhang mit Rechtsbegriff, Gerechtigkeit und Geltung des Rechts.

Bedeutung für das Recht

Der Begriff hilft, geltendes Recht von tatsächlicher Wirksamkeit und moralischer Bewertung zu unterscheiden. Er beeinflusst Auslegung, Kritik und Begründung rechtlicher Regeln.

Beispiel

Eine formell korrekte Entscheidung kann Akzeptanz verlieren, wenn das Verfahren intransparent und willkürlich erscheint.

Häufige Fragen

Ist Legalität gleich Legitimität?

Nein. Legalität betrifft Regelkonformität, Legitimität die Rechtfertigungs- und Anerkennungswürdigkeit.

Welche praktische Bedeutung hat der Begriff?

Er strukturiert die rechtliche Argumentation und macht unterschiedliche Maßstäbe für Geltung, Rechtfertigung und Bewertung sichtbar.

Verwandte Begriffe

Rechtsphilosophie, Rechtspositivismus, Naturrecht, Recht und Moral, Legitimität, Legalität

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Gewichtungsformel

    Gewichtungsformel Gewichtungsformel ist ein Modell der Prinzipientheorie, mit dem das relative Gewicht kollidierender Rechtsprinzipien nachvollziehbar bestimmt werden soll. Berücksichtigt werden insbesondere abstraktes Gewicht, konkrete Eingriffsintensität und Sicherheit der tatsächlichen Annahmen. Die Formel versteht sich nicht als mathematischer Entscheidungsautomat, sondern als Gerüst rationaler Begründung. Sie soll offenlegen, welche Bewertungen ein Abwägungsergebnis tragen, und dadurch gerichtliche Kontrolle…

  • Gesetz

    Ein Gesetz ist eine staatlich gesetzte, verbindliche Rechtsregel. Im formellen Sinn ist es ein Beschluss des zuständigen Parlaments im verfassungsrechtlich vorgesehenen Gesetzgebungsverfahren. Im materiellen Sinn bezeichnet der Begriff jede abstrakt-generelle Rechtsnorm mit Außenwirkung, unabhängig davon, ob sie vom Parlament, von der Exekutive oder einer Selbstverwaltungskörperschaft erlassen wurde. Formelles und materielles Gesetz Ein Parlamentsgesetz ist Gesetz…

  • |

    Debellatio

    Debellatio bezeichnet in der älteren Völkerrechtslehre die vollständige militärische Niederwerfung eines Staates bei gleichzeitigem Zusammenbruch seiner handlungsfähigen Staatsgewalt. Teilweise wurde daran der Untergang des besiegten Staates und der Erwerb seines Gebiets durch den Sieger geknüpft. Nach heutigem Völkerrecht ist diese Vorstellung wegen des Gewaltverbots, des Selbstbestimmungsrechts und des Annexionsverbots weitgehend überholt. Eine militärische Besetzung allein…

  • Rechtsregel

    Rechtsregel Rechtsregel ist eine Norm, die für bestimmte Voraussetzungen eine rechtliche Folge anordnet und grundsätzlich nach dem Muster erfüllt oder nicht erfüllt angewendet wird. Liegen Tatbestand und Geltungsbedingungen vor, folgt die vorgesehene Rechtsfolge, soweit keine Ausnahme oder höherrangige Norm entgegensteht. In der Prinzipientheorie wird die Rechtsregel vom Rechtsprinzip unterschieden: Regeln beanspruchen definitive Anwendung, Prinzipien verlangen…

  • Rechtsbegriff

    Rechtsbegriff bezeichnet die theoretische Bestimmung dessen, was Recht ist und wodurch es sich von Moral, Sitte, Politik und bloßer Machtausübung unterscheidet. Grundgedanke Der Begriff gehört zur Rechtsphilosophie und betrifft die Grundlagen von Recht, Geltung und Gerechtigkeit. Beispiel Die Einordnung wird sichtbar, wenn gesetztes Recht und moralische Bewertung zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Häufige Fragen Ist dies…

  • |

    Usucapio

    Die Usucapio ist der Erwerb des Eigentums durch Ersitzung im römischen Recht. Sie verfestigt eine bestimmte Besitzlage nach Ablauf der vorgeschriebenen Zeit und kann insbesondere Mängel eines vorherigen Erwerbs ausgleichen. Im klassischen Regelmodell werden eine ersitzungsfähige Sache, Eigenbesitz, ein geeigneter Erwerbsgrund und anfänglicher guter Glaube vorausgesetzt. Die Fristen und Voraussetzungen verändern sich historisch. Gestohlene oder…