Medizinrecht

  • Transplantationsrecht

    Das Transplantationsrecht regelt die Spende, Entnahme, Vermittlung und Übertragung menschlicher Organe und Gewebe. Seine zentrale Rechtsgrundlage ist das Transplantationsgesetz. Das Rechtsgebiet soll die Selbstbestimmung des Spenders, den Schutz lebender Spender, eine medizinisch und rechtlich kontrollierte Todesfeststellung sowie eine gerechte Verteilung knapper Spenderorgane gewährleisten. Es enthält außerdem Organisations-, Dokumentations- und Kontrollpflichten für Entnahmekrankenhäuser, Transplantationszentren und Vermittlungsstellen…

  • Einwilligung in die ärztliche Behandlung

    Die Einwilligung in die ärztliche Behandlung ist die vorherige Zustimmung des Patienten zu einer medizinischen Maßnahme, die in seinen Körper oder seine Gesundheit eingreift. Sie rechtfertigt den Eingriff nur, wenn der Patient einwilligungsfähig ist und zuvor ordnungsgemäß aufgeklärt wurde. Die Einwilligung kann ausdrücklich oder durch schlüssiges Verhalten erklärt und grundsätzlich jederzeit widerrufen werden. Fehlt sie,…

  • Sterbehilfe

    Sterbehilfe ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Handlungen und Unterlassungen am Lebensende. Rechtlich ist sorgfältig zwischen aktiver Tötung, Beihilfe zum Suizid, Behandlungsabbruch und schmerzlindernder Therapie mit möglichen lebensverkürzenden Nebenfolgen zu unterscheiden. Die Zulässigkeit hängt insbesondere vom freien und ernsthaften Willen des Betroffenen, seiner Einwilligungsfähigkeit und der konkreten Handlung ab. Die Tötung auf Verlangen bleibt nach §…

  • Dokumentationspflicht des Arztes

    Die Dokumentationspflicht des Arztes verlangt, sämtliche aus fachlicher Sicht wesentlichen Maßnahmen und Ergebnisse einer Behandlung zeitnah in der Patientenakte festzuhalten. Dazu zählen insbesondere Anamnese, Diagnosen, Untersuchungen, Befunde, Therapien, Eingriffe, Einwilligungen und Aufklärungen. Die Dokumentation dient der Behandlungskontinuität, Information weiterer Behandler und Beweissicherung. Fehlt eine gebotene Eintragung, kann dies im Haftungsprozess zu Beweiserleichterungen zugunsten des Patienten…

  • Behandlungsabbruch

    Ein Behandlungsabbruch ist die Beendigung oder Nichtaufnahme einer medizinischen Maßnahme, insbesondere einer lebenserhaltenden Behandlung. Er ist rechtlich zulässig, wenn er dem aktuellen, vorausverfügten oder mutmaßlichen Willen des Patienten entspricht. Dabei besteht grundsätzlich kein Unterschied zwischen dem Abschalten eines Geräts und dem Unterlassen einer weiteren Behandlung. Entscheidend sind Selbstbestimmung und Einwilligung, nicht die medizinische Bewertung eines…

  • Aufklärungsfehler

    Ein Aufklärungsfehler liegt vor, wenn ein Patient vor einer medizinischen Maßnahme nicht rechtzeitig, nicht verständlich oder nicht ausreichend über den Eingriff, seine wesentlichen Risiken und mögliche echte Behandlungsalternativen informiert wird. Die Folge kann sein, dass die erteilte Einwilligung unwirksam ist. Verwirklicht sich ein aufklärungspflichtiges Risiko, kommen trotz fachgerechter Behandlung Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld wegen…

  • Palliativmedizin

    Palliativmedizin ist die medizinische Behandlung und Begleitung von Menschen mit einer unheilbaren, fortschreitenden und lebensbegrenzenden Erkrankung. Ihr Ziel ist nicht die Heilung, sondern die Linderung von Schmerzen und anderen belastenden Symptomen sowie die Erhaltung bestmöglicher Lebensqualität. Rechtlich maßgeblich bleiben Aufklärung, Einwilligung, Patientenwille und fachlicher Standard. Eine fachgerecht dosierte Symptomlinderung ist grundsätzlich zulässig, auch wenn unbeabsichtigte…

  • Organisationsverschulden im Krankenhaus

    Organisationsverschulden im Krankenhaus bezeichnet eine schuldhafte Verletzung organisatorischer Pflichten, durch die Patienten gefährdet oder geschädigt werden. Krankenhausträger und verantwortliche Leitung müssen Abläufe, Personal, Hygiene, Geräte, Rufbereitschaften und Zuständigkeiten so organisieren, dass eine Behandlung nach dem geschuldeten fachlichen Standard möglich ist. Haftung kann etwa entstehen, wenn qualifiziertes Personal fehlt, Befunde nicht weitergeleitet werden oder erkennbare Sicherheits-…

  • Selbstbestimmungsaufklärung

    Die Selbstbestimmungsaufklärung ist die ärztliche Information, die einem Patienten eine eigenverantwortliche Entscheidung über eine medizinische Maßnahme ermöglichen soll. Sie umfasst insbesondere Wesen, Ablauf, Bedeutung, Erfolgsaussichten, wesentliche Risiken und echte Behandlungsalternativen. Anders als die therapeutische Information dient sie nicht unmittelbar dem Behandlungserfolg, sondern der Wirksamkeit der Einwilligung. Unterbleibt sie oder ist sie unzureichend, kann der Eingriff…

  • Beweislast im Arzthaftungsrecht

    Die Beweislast im Arzthaftungsrecht bestimmt, welche Partei im Prozess die Voraussetzungen eines Haftungsanspruchs nachweisen muss. Grundsätzlich beweist der Patient den Behandlungsfehler, den Gesundheitsschaden und die Ursächlichkeit zwischen beiden; der Behandler muss insbesondere eine ordnungsgemäße Aufklärung und Einwilligung darlegen. Wegen typischer Informations- und Beweisschwierigkeiten sieht § 630h BGB für bestimmte Dokumentationsmängel, voll beherrschbare Risiken und grobe…