Verbraucherrecht

  • Fernabsatzrecht

    Fernabsatzrecht regelt Verbraucherverträge, die Unternehmer und Verbraucher ausschließlich unter Verwendung von Fernkommunikationsmitteln schließen, etwa über Internet, Telefon, E-Mail oder Versandhandel. Voraussetzung ist regelmäßig ein für den Fernabsatz organisiertes Vertriebs- oder Dienstleistungssystem. Das Recht verpflichtet Unternehmer zu umfassenden vorvertraglichen Informationen und gewährt Verbrauchern grundsätzlich ein Widerrufsrecht. Ausnahmen gelten unter anderem für bestimmte Waren, Dienstleistungen, Finanzgeschäfte oder…

  • Außerhalb von Geschäftsräumen geschlossener Vertrag

    Ein außerhalb von Geschäftsräumen geschlossener Vertrag ist ein Verbrauchervertrag, der bei gleichzeitiger körperlicher Anwesenheit von Unternehmer und Verbraucher außerhalb der Geschäftsräume des Unternehmers angebahnt oder geschlossen wird. Erfasst werden insbesondere Haustürsituationen, Verkaufsveranstaltungen oder unmittelbar anschließende Vertragsschlüsse in Geschäftsräumen beziehungsweise per Fernkommunikation. Wegen des möglichen Überraschungs- und Überrumpelungseffekts gelten besondere Informationspflichten und grundsätzlich ein gesetzliches Widerrufsrecht….

  • |

    Verbraucherrecht

    Verbraucherrecht umfasst die Vorschriften, die Verbraucher bei Verträgen mit Unternehmern und bei der Teilnahme am Wirtschaftsleben schützen. Es betrifft unter anderem Kauf, Dienstleistungen, Kredite, digitale Produkte, Fernabsatz, Widerruf, Allgemeine Geschäftsbedingungen, Produktsicherheit und kollektive Rechtsdurchsetzung. Zahlreiche Regeln beruhen auf europäischem Recht. Sie sollen Informationsungleichgewichte ausgleichen, faire Vertragsbedingungen sichern und wirksame Ansprüche bei mangelhaften Leistungen oder unlauteren…

  • Verbraucherschutz

    Verbraucherschutz bezeichnet die Gesamtheit rechtlicher, institutioneller und praktischer Maßnahmen, die private Konsumenten vor gesundheitlichen, wirtschaftlichen und informationellen Nachteilen schützen. Er umfasst Vertragsrecht, Produktsicherheit, Lebensmittelrecht, Datenschutz, Finanzdienstleistungen, Wettbewerbsrecht und kollektive Rechtsdurchsetzung. Zentrale Instrumente sind Informationspflichten, Widerrufsrechte, Gewährleistung, Verbote irreführender Praktiken, behördliche Marktüberwachung und Verbandsklagen. Ziel ist ein fairer Markt, in dem Verbraucher informierte und selbstbestimmte Entscheidungen…

  • |

    Verbrauchsgüterkauf

    Ein Verbrauchsgüterkauf ist ein Kaufvertrag, bei dem ein Verbraucher von einem Unternehmer eine Ware kauft. Für diese Vertragsart gelten neben dem allgemeinen Kaufrecht besondere Schutzvorschriften der §§ 474 ff. BGB. Sie betreffen insbesondere Pflichtinformationen, Gefahrübergang, Mängelrechte, Beweislast und Garantien. Viele Regeln sind zwingend und dürfen nicht zum Nachteil des Verbrauchers abbedungen werden. Auch Waren mit…

  • |

    Digitale Produkte

    Digitale Produkte ist der gesetzliche Oberbegriff für digitale Inhalte und digitale Dienstleistungen. Erfasst werden etwa Software, Apps, E-Books, Streamingangebote, Cloudspeicher und soziale Netzwerke. Für Verbraucherverträge über solche Leistungen enthalten die §§ 327 ff. BGB besondere Regeln zu Bereitstellung, Vertragsmäßigkeit, Aktualisierungen, Änderungen und Rechtsbehelfen bei Mängeln. Die Vorschriften gelten unter Voraussetzungen auch dann, wenn der Verbraucher…

  • |

    Digitale Inhalte

    Digitale Inhalte sind Daten, die in digitaler Form erstellt und bereitgestellt werden. Dazu gehören beispielsweise E-Books, Musikdateien, Filme, Software, Computerspiele und digitale Dokumente. Verbraucherverträge über digitale Inhalte richten sich insbesondere nach den §§ 327 ff. BGB, soweit keine spezielleren Regeln eingreifen. Der Unternehmer schuldet rechtzeitige Bereitstellung, vereinbarte Beschaffenheit, Funktionalität, Kompatibilität, Sicherheit und erforderliche Aktualisierungen. Bei…

  • |

    Digitale Dienstleistungen

    Digitale Dienstleistungen ermöglichen dem Verbraucher, Daten digital zu erstellen, zu verarbeiten, zu speichern, abzurufen oder mit anderen Nutzern auszutauschen. Beispiele sind Cloudspeicher, soziale Netzwerke, Videoplattformen und webbasierte Software. Für Verbraucherverträge gelten insbesondere die §§ 327 ff. BGB. Der Unternehmer muss die vereinbarte Funktionalität, Verfügbarkeit, Kompatibilität, Sicherheit und notwendige Aktualisierungen gewährleisten. Bei fortlaufender Bereitstellung bestehen Pflichten…

  • |

    Gewährleistungsfrist

    Die Gewährleistungsfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen Ansprüche wegen eines Mangels verjähren können. Im Kaufrecht beträgt die regelmäßige Frist für bewegliche Sachen zwei Jahre ab Ablieferung, für Bauwerke und bestimmte Baumaterialien fünf Jahre. Beim Werkvertrag gelten je nach Leistung unterschiedliche Fristen. Der Begriff bezeichnet keine freiwillige Garantie. Hemmung, Neubeginn, arglistiges Verschweigen, gebrauchte Sachen und besondere…

  • |

    Garantie

    Eine Garantie ist eine freiwillige, zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung übernommene Verpflichtung, für eine bestimmte Beschaffenheit, Haltbarkeit oder Leistung einzustehen. Garantiegeber kann der Verkäufer, Hersteller oder ein Dritter sein. Inhalt, Dauer, räumlicher Geltungsbereich und Rechtsfolgen ergeben sich aus der Garantieerklärung und einschlägigen gesetzlichen Schutzvorschriften. Gesetzliche Mängelrechte des Käufers bestehen unabhängig daneben und dürfen durch eine Garantie…