|

Internationaler Pakt über bürgerliche und politische Rechte

Der Internationale Pakt über bürgerliche und politische Rechte ist ein zentraler Menschenrechtsvertrag der Vereinten Nationen von 1966. Er verpflichtet seine Vertragsstaaten unter anderem zum Schutz von Leben, persönlicher Freiheit, fairem Verfahren, Privatleben, Religions-, Meinungs- und Versammlungsfreiheit sowie politischer Teilhabe. Bestimmte Rechte dürfen in einem öffentlichen Notstand nur unter engen Voraussetzungen eingeschränkt werden; einige Garantien sind notstandsfest. Die Umsetzung überwacht der UN-Menschenrechtsausschuss durch mehrere Kontrollverfahren.

Geschützte Rechte

Der Pakt enthält Freiheits- und Verfahrensrechte sowie Diskriminierungsverbote. Staaten müssen die Garantien achten, gewährleisten und wirksame Rechtsbehelfe bereitstellen.

Kontrolle

Der Menschenrechtsausschuss prüft Berichte und, bei zusätzlicher Zustimmung, Individualmitteilungen. Verwandt sind das Fakultativprotokoll zum IPbpR, die EMRK und der internationale Menschenrechtsschutz.

Beispiel

Ein Staat verbietet pauschal jede regierungskritische Äußerung. Das kann gegen die Meinungsfreiheit des Pakts verstoßen, wenn keine zulässige und verhältnismäßige Beschränkung vorliegt.

FAQ

Gilt der Pakt unmittelbar in Deutschland?

Er ist durch Zustimmungsgesetz innerstaatlich verbindlich; seine konkrete Anwendung hängt von der jeweiligen Norm ab.

Ist er identisch mit der EMRK?

Nein. Beide schützen ähnliche Rechte, gehören aber zu unterschiedlichen Vertragssystemen.

Wo werden Grundrechte erläutert?

Deutsche Grundrechte erklärt grundrechte-faq.de; internationale Beschwerden anwalt-menschenrechtsbeschwerde.de.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Notfall-Wegweisungsanordnung

    Eine Notfall-Wegweisungsanordnung ist eine Schutzmaßnahme nach dem Leitbild von Artikel 52 der Istanbul-Konvention, durch die ein Täter häuslicher Gewalt bei unmittelbarer Gefahr die Wohnung des Opfers oder des gefährdeten Betroffenen verlassen muss. Ergänzend werden das Betreten der Wohnung oder Kontakte untersagt. Die Vertragsstaaten müssen zuständigen Behörden entsprechende Befugnisse für einen ausreichenden Schutzzeitraum einräumen. Die konkrete…

  • |

    Piraterie im Völkerrecht

    Piraterie im Völkerrecht sind bestimmte private Gewalt-, Festhalte- oder Plünderungshandlungen, die Besatzung oder Passagiere eines privaten Schiffs oder Luftfahrzeugs zu persönlichen Zwecken auf Hoher See oder an einem Ort außerhalb staatlicher Hoheitsgewalt gegen ein anderes Schiff, Luftfahrzeug, Personen oder Sachen begehen. Auch freiwillige Beteiligung und Anstiftung können erfasst sein. Wegen des gemeinsamen Interesses an ihrer…

  • |

    Geschlechtsspezifische Gewalt

    Geschlechtsspezifische Gewalt bezeichnet Gewalt, die sich gegen einen Menschen wegen seines Geschlechts richtet oder eine Geschlechtsgruppe unverhältnismäßig stark betrifft. Im Regelungszusammenhang der Istanbul-Konvention steht Gewalt gegen Frauen im Mittelpunkt. Das Gewalthilfegesetz verwendet eine eigene, auf Frauen bezogene Definition und erfasst körperliche, sexuelle und psychische Schäden oder Leiden sowie entsprechende Gefährdungen. Der Begriff beschreibt einen Zusammenhang…

  • Restitution im Völkerrecht

    Restitution im Völkerrecht ist die Wiederherstellung des Zustands, der vor einer völkerrechtswidrigen Handlung bestand. Sie bildet eine Form der Wiedergutmachung innerhalb der Staatenverantwortlichkeit und kann etwa die Rückgabe eines Gegenstands oder die Aufhebung einer rechtswidrigen Maßnahme umfassen. Nach Artikel 35 der ILC-Artikel wird sie insbesondere durch materielle Unmöglichkeit und eine grob unverhältnismäßige Belastung gegenüber dem…

  • Vorrang der UN-Charta

    Der Vorrang der UN-Charta bezeichnet die Kollisionsregel des Artikels 103 der Charta der Vereinten Nationen. Stehen Verpflichtungen eines UN-Mitglieds aus der Charta im Widerspruch zu seinen Pflichten aus einem anderen internationalen Übereinkommen, gehen die Charta-Verpflichtungen vor. Erfasst werden grundsätzlich auch verbindliche Beschlüsse des Sicherheitsrats, soweit sie auf der Charta beruhen. Die Regel beseitigt den anderen…

  • |

    Sekundäre Viktimisierung

    Sekundäre Viktimisierung bezeichnet zusätzliche Schädigungen eines bereits von Gewalt betroffenen Menschen durch den Umgang anderer Personen oder Institutionen mit dem ursprünglichen Übergriff. Sie kann etwa durch herabsetzende Behandlung, ungerechtfertigte Schuldzuweisungen oder vermeidbar belastende Verfahrensabläufe entstehen. Die Istanbul-Konvention verlangt, solche weiteren Belastungen bei Schutz und Unterstützung zu vermeiden. Der Begriff beschreibt eine Schutzperspektive, keinen selbständigen Straftatbestand….

Ein Kommentar

Die Kommentare sind geschlossen.