|

Zweitstimme

Die Zweitstimme ist bei der Bundestagswahl die Stimme für die Landesliste einer Partei. Sie ist grundsätzlich maßgeblich dafür, wie viele der 630 Sitze eine Partei im Bundestag erhält. Zugleich bestimmt sie, welche erfolgreichen Wahlkreisbewerber einer Partei durch Zweitstimmen gedeckt sind. Parteien unterhalb der gesetzlichen Sperrklausel werden grundsätzlich nicht berücksichtigt, wobei derzeit die vom Bundesverfassungsgericht angeordnete Wahlkreisausnahme gilt.

Maßgebliche Parteienstimme

Die Zweitstimme verwirklicht das Verhältniswahlelement der personalisierten Verhältniswahl. Sie wird für eine Landesliste abgegeben. Die Sitzverteilung erfolgt bundesweit nach den gültigen Zweitstimmen und wird anschließend auf die Landeslisten verteilt.

Verhältnis zur Erststimme

Erst- und Zweitstimme können verschiedenen Parteien gegeben werden. Die Erststimme priorisiert Personen; die Zweitstimme begrenzt über die Zweitstimmendeckung die Zahl der Parteisitze.

Beispiel

Ein Wähler gibt seine Erststimme einem Wahlkreisbewerber der Partei A und seine Zweitstimme der Landesliste der Partei B. Beide Stimmen werden getrennt ausgewertet.

FAQ

Welche Stimme ist für die Parteistärke wichtiger?

Die Zweitstimme bestimmt grundsätzlich die Sitzanzahl einer Partei.

Kann man Stimmen aufteilen?

Ja. Erst- und Zweitstimme müssen nicht derselben Partei gelten.

Wo gibt es aktuelle Informationen?

Bei der Bundeswahlleiterin, in § 1 BWahlG und auf wahlrecht-faq.de.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Domaine réservé

    Domaine réservé bezeichnet den Bereich staatlicher Angelegenheiten, der nach dem jeweils geltenden Völkerrecht grundsätzlich der eigenen Entscheidung eines Staats vorbehalten ist. Der Umfang ist nicht unveränderlich: Durch völkerrechtliche Verträge, Gewohnheitsrecht oder andere verbindliche Regeln können zunächst innerstaatliche Fragen internationale Bedeutung erhalten. Die Berufung auf innere Zuständigkeit befreit deshalb nicht von bestehenden internationalen Verpflichtungen. Der Begriff…

  • Diskontinuitätsprinzip

    Diskontinuitätsprinzip bezeichnet den parlamentarischen Grundsatz, nach dem unerledigte Vorlagen und Anträge mit dem Ende einer Wahlperiode grundsätzlich gegenstandslos werden. Der Begriff ist für Aufbau, Zuständigkeiten und demokratische Legitimation der Bundesrepublik Deutschland von besonderer Bedeutung. Er ordnet das Verhältnis staatlicher Organe und sichert zugleich verfassungsrechtliche Grenzen öffentlicher Gewalt. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem Grundgesetz, der…

  • Vergleichsverfahren nach dem Seerechtsübereinkommen

    Das Vergleichsverfahren nach dem Seerechtsübereinkommen ist ein Verfahren friedlicher Streitbeilegung, in dem eine Kommission eine Verständigung zwischen den Streitparteien fördert. Artikel 284 ermöglicht eine vereinbarte Unterwerfung; Anlage V regelt das Verfahren und enthält auch besondere obligatorische Formen. Die Kommission untersucht den Streit und unterbreitet Vorschläge. Ihre Schlussfolgerungen und Empfehlungen sind grundsätzlich nicht bindend. Das Verfahren…

  • |

    Anerkennung eines Staates

    Die Anerkennung eines Staates ist die Erklärung oder das Verhalten eines bestehenden Staates, durch das er ein neues Gemeinwesen als Staat behandelt und zur Aufnahme völkerrechtlicher Beziehungen bereit ist. Nach überwiegender Auffassung schafft die Anerkennung die Staatlichkeit nicht erst, sondern bestätigt eine bereits aufgrund von Staatsgebiet, Staatsvolk und Staatsgewalt bestehende Rechtslage. Sie hat dennoch erhebliche…

  • | |

    Konventionskonforme Auslegung

    Konventionskonforme Auslegung ist die Interpretation innerstaatlicher Rechtsnormen unter Berücksichtigung der Europäischen Menschenrechtskonvention und der einschlägigen Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Sie soll innerhalb der anerkannten Auslegungsmethoden Ergebnisse ermöglichen, die internationalen Menschenrechtsverpflichtungen entsprechen. In Deutschland vermittelt die EMRK grundsätzlich den Rang eines Bundesgesetzes; zugleich beeinflusst sie die Auslegung der Grundrechte. Die Methode erlaubt keine beliebige…

  • Fraktion im Bundestag

    Fraktion im Bundestag bezeichnet einen Zusammenschluss von Abgeordneten zur dauerhaften gemeinsamen politischen Arbeit im Deutschen Bundestag. Er ist für die demokratische Legitimation, Funktionsfähigkeit und Kontrolle staatlicher Organe von besonderer Bedeutung. Zugleich bestimmt er Rechte, Verfahren oder institutionelle Grenzen innerhalb der parlamentarischen Demokratie. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem Grundgesetz, dem Wahl- und Parlamentsrecht sowie der…