|

Ineligibilität

Ineligibilität bedeutet fehlende Wählbarkeit für ein bestimmtes Mandat oder Amt. Der Bewerber erfüllt eine gesetzliche oder verfassungsrechtliche Voraussetzung nicht oder unterliegt einem ausdrücklichen Ausschlussgrund. Anders als bei der Inkompatibilität kann der Mangel nicht erst nach erfolgreicher Wahl durch Aufgabe einer anderen Funktion behoben werden. Wählbarkeitsbeschränkungen greifen in die passive Wahlrechtsgleichheit ein und bedürfen deshalb einer klaren Grundlage sowie eines sachlich tragfähigen, verhältnismäßigen Grundes.

Rechtliche Einordnung

Ineligibilität gehört zum Wahl- und Staatsorganisationsrecht. Typische Voraussetzungen betreffen Alter, Staatsangehörigkeit, Wohnsitz oder einen gesetzlich angeordneten Verlust der Wählbarkeit.

Voraussetzungen und Bedeutung

Prüfungsmaßstab

Maßgeblich sind Wahlgesetz, Verfassung, Stichtag und der konkrete Ausschlusstatbestand. Wegen der Bedeutung des passiven Wahlrechts sind unklare Regeln grundsätzlich eng auszulegen.

Rechtsfolge

Ein ineligibler Bewerber darf nicht zugelassen oder nicht wirksam gewählt werden. Fehler können Gegenstand der Wahlprüfung und gegebenenfalls gerichtlicher Kontrolle sein.

Beispiel

Ein Bewerber erreicht das gesetzlich vorgeschriebene Mindestalter erst nach dem maßgeblichen Wahltag. Fehlt ihm am Stichtag die Wählbarkeit, kann seine Kandidatur zurückgewiesen werden.

Häufige Fragen

Was ist passives Wahlrecht?

Es ist das Recht, sich wählen zu lassen und ein erlangtes Mandat anzunehmen.

Kann Ineligibilität nach der Wahl geheilt werden?

Grundsätzlich nicht rückwirkend; entscheidend ist die gesetzlich bestimmte Voraussetzung zum maßgeblichen Zeitpunkt.

Wie unterscheidet sie sich von Inkompatibilität?

Ineligibilität verhindert die Wahlfähigkeit, Inkompatibilität nur die gleichzeitige Ausübung bestimmter Funktionen.

Weiterführende Hinweise

Passende Wörterbuchartikel: Grundrecht, Rechtsstaatsprinzip, Verfassungsrecht. Weiterführende, nicht werbliche Informationen bieten das-grundgesetz.de, grundrechte-faq.de und das Grundgesetz.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Staatssymbole

    Staatssymbole bezeichnet Zeichen, Lieder und Formen, durch die ein Staat seine Einheit, Identität und Hoheitsgewalt sichtbar macht. Der Begriff gehört zum Staats- und Verfassungsrecht und ordnet das Verhältnis staatlicher Institutionen, gesellschaftlicher Gruppen oder politischer Akteure. Seine Anwendung muss Freiheit, Gleichheit, demokratische Legitimation und staatliche Neutralität miteinander verbinden. Maßgeblich sind das Grundgesetz, ergänzende Gesetze und die…

  • Kleine Anfrage

    Kleine Anfrage bezeichnet ein parlamentarisches Instrument, mit dem eine Fraktion oder die erforderliche Zahl von Abgeordneten schriftliche Auskünfte der Bundesregierung verlangt. Er ist für die demokratische Legitimation, Funktionsfähigkeit und Kontrolle staatlicher Organe von besonderer Bedeutung. Zugleich bestimmt er Rechte, Verfahren oder institutionelle Grenzen innerhalb der parlamentarischen Demokratie. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem Grundgesetz, dem…

  • |

    Rechenschaftspflicht

    Rechenschaftspflicht bedeutet, dass der Verantwortliche die Datenschutzgrundsätze nicht nur einhalten, sondern deren Einhaltung auch nachweisen können muss. Er benötigt dafür angemessene organisatorische Strukturen, dokumentierte Entscheidungen, Zuständigkeiten, Schutzmaßnahmen und Kontrollen. Umfang und Tiefe richten sich nach Art, Umfang, Umständen, Zwecken und Risiken der Verarbeitung. Typische Nachweise sind Verarbeitungsverzeichnisse, Löschkonzepte, Interessenabwägungen, Einwilligungsprotokolle, Sicherheitskonzepte und Datenschutz-Folgenabschätzungen. Rechtliche Bedeutung…

  • Wehrverfassung

    Wehrverfassung ist die Gesamtheit der Verfassungsnormen über Aufstellung, Auftrag, Organisation, Führung und Kontrolle der Streitkräfte. Im Grundgesetz regelt sie insbesondere die Bundeswehr, die Befehls- und Kommandogewalt, Verteidigungs- und Spannungsfall, Wehrpflicht, parlamentarische Kontrolle sowie zulässige Einsätze. Sie verbindet staatliche Verteidigungsfähigkeit mit Demokratie, Rechtsstaat und Grundrechtsschutz. Militärische Gewalt darf deshalb nur auf verfassungsrechtlicher Grundlage und innerhalb klarer…

  • | | |

    Beschwerdekommunikation beim EGMR

    Beschwerdekommunikation beim EGMR bezeichnet die förmliche Mitteilung einer Individualbeschwerde an den betroffenen Vertragsstaat. Der Gerichtshof übermittelt den maßgeblichen Sachverhalt, stellt konkrete Fragen zu Zulässigkeit und Begründetheit und setzt Fristen für staatliche Stellungnahmen. Die Kommunikation zeigt, dass die Beschwerde eine erste Filterung überstanden hat, bedeutet aber noch keine Zulässigkeits- oder Erfolgsentscheidung. Anschließend erhält der Beschwerdeführer regelmäßig…

  • Fragerecht des Abgeordneten

    Fragerecht des Abgeordneten bezeichnet das Recht eines Abgeordneten, von der Bundesregierung Informationen zu verlangen, die für die Wahrnehmung des Mandats erforderlich sind. Er ist für die demokratische Legitimation, Funktionsfähigkeit und Kontrolle staatlicher Organe von besonderer Bedeutung. Zugleich bestimmt er Rechte, Verfahren oder institutionelle Grenzen innerhalb der parlamentarischen Demokratie. Die Einzelheiten ergeben sich aus dem Grundgesetz,…