Allgemeine Rechtslehre

  • Rechtsbewusstsein

    Rechtsbewusstsein bezeichnet die Vorstellungen, Kenntnisse, Bewertungen und Erwartungen, die ein Mensch oder eine gesellschaftliche Gruppe mit Recht und Gerechtigkeit verbindet. Es umfasst sowohl Wissen über rechtliche Regeln als auch Einstellungen zu ihrer Legitimität, Befolgung und Durchsetzung. Rechtsbewusstsein kann vom geltenden Recht abweichen und verändert sich durch Erfahrung, Bildung, öffentliche Debatten und sozialen Wandel. Der Begriff…

  • Rechtskultur

    Rechtskultur bezeichnet die historisch und gesellschaftlich geprägte Art, wie eine Gemeinschaft Recht versteht, gestaltet, anwendet und bewertet. Dazu gehören Rechtsvorstellungen, institutionelle Traditionen, Verfahrensstile, berufliche Selbstbilder und der alltägliche Umgang mit Konflikten. Rechtskultur ist weiter als die Gesamtheit geltender Normen. Sie erklärt, weshalb ähnliche Gesetze in verschiedenen Staaten oder sozialen Gruppen unterschiedlich interpretiert, genutzt und akzeptiert…

  • Rechtspluralismus

    Rechtspluralismus bezeichnet das gleichzeitige Bestehen mehrerer normativer Ordnungen innerhalb eines sozialen Raums. Neben staatlichem Recht können etwa Völkerrecht, Unionsrecht, religiöse Regeln, Gewohnheitsrecht, indigene Ordnungen oder private Regelwerke Verhalten steuern und Konflikte bearbeiten. Der Begriff beschreibt sowohl rechtlich anerkannte Mehrschichtigkeit als auch faktische Normkonkurrenz. Er wird vor allem in Rechtssoziologie, Rechtstheorie, Rechtsvergleichung und Völkerrecht verwendet. Begriff…

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    Paulskirchenverfassung

    Paulskirchenverfassung war die 1849 von der Frankfurter Nationalversammlung beschlossene Verfassung für einen deutschen Nationalstaat, die jedoch nicht dauerhaft wirksam wurde. Der Begriff ist für das Verständnis der Entwicklung der deutschen Rechtsordnung und ihrer Institutionen von besonderer Bedeutung. Historischer Zusammenhang Der Begriff gehört zur Rechtsgeschichte und steht mit Verfassungsentwicklung, Kodifikation und Institutionenbildung in Verbindung. Bedeutung Seine…

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    Reichsverfassung von 1871

    Reichsverfassung von 1871 war die Verfassung des Deutschen Kaiserreichs und ordnete den föderalen Bundesstaat unter dem preußischen König als Deutschem Kaiser. Der Begriff ist für das Verständnis der Entwicklung der deutschen Rechtsordnung und ihrer Institutionen von besonderer Bedeutung. Historischer Zusammenhang Der Begriff gehört zur Rechtsgeschichte und steht mit Verfassungsentwicklung, Kodifikation und Institutionenbildung in Verbindung. Bedeutung…

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    Deutscher Bund

    Deutscher Bund war der 1815 gegründete Staatenbund souveräner deutscher Staaten, der bis 1866 bestand und durch die Bundesversammlung in Frankfurt organisiert war. Der Begriff ist für das Verständnis der Entwicklung der deutschen Rechtsordnung und ihrer Institutionen von besonderer Bedeutung. Historischer Zusammenhang Der Begriff gehört zur Rechtsgeschichte und steht mit Verfassungsentwicklung, Kodifikation und Institutionenbildung in Verbindung….

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    Heiliges Römisches Reich

    Heiliges Römisches Reich war die bis 1806 bestehende vielgliedrige Herrschaftsordnung in Mitteleuropa, deren Verfassung auf Kaiser, Reichsständen und gemeinsamen Institutionen beruhte. Der Begriff ist für das Verständnis der Entwicklung der deutschen Rechtsordnung und ihrer Institutionen von besonderer Bedeutung. Historischer Zusammenhang Der Begriff gehört zur Rechtsgeschichte und steht mit Verfassungsentwicklung, Kodifikation und Institutionenbildung in Verbindung. Bedeutung…

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    Reichskammergericht

    Das Reichskammergericht war eines der beiden höchsten Gerichte des Heiligen Römischen Reichs. Es wurde 1495 im Zuge der Reichsreform errichtet und entschied vor allem über Streitigkeiten zwischen Reichsständen, Landfriedensbrüche sowie Rechtsmittel gegen Urteile territorialer Gerichte. Das Gericht war vom Kaiser organisatorisch teilweise verselbständigt und trug wesentlich zur Professionalisierung der Rechtsprechung und zur Rezeption des römischen…

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    Reichsgericht

    Das Reichsgericht war von 1879 bis 1945 das oberste ordentliche Gericht des Deutschen Reichs mit Sitz in Leipzig. Es entschied insbesondere als Revisionsgericht in Zivil- und Strafsachen und sollte nach der Reichsjustizreform eine einheitliche Anwendung des Reichsrechts gewährleisten. Seine Rechtsprechung prägte das Bürgerliche Gesetzbuch und zahlreiche allgemeine Rechtsgrundsätze. Zugleich war seine Rolle während des Nationalsozialismus…

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    Historische Rechtsschule

    Historische Rechtsschule ist eine im frühen 19. Jahrhundert entstandene juristische Strömung, die Recht als geschichtlich gewachsenes Produkt des Volksgeistes verstand. Der Begriff ist für das Verständnis der Entwicklung der deutschen Rechtsordnung und ihrer Institutionen von besonderer Bedeutung. Historischer Zusammenhang Der Begriff gehört zur Rechtsgeschichte und steht mit Verfassungsentwicklung, Kodifikation und gerichtlicher Institutionenbildung in Verbindung. Bedeutung…