Widerrufsfrist
Die Widerrufsfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen ein Verbraucher einen erfassten Vertrag ohne Angabe von Gründen widerrufen kann. Sie beträgt regelmäßig 14 Tage, kann bei bestimmten Verträgen aber anders ausgestaltet sein. Der Fristbeginn setzt häufig Vertragsschluss, Warenempfang und ordnungsgemäße Widerrufsbelehrung sowie weitere Pflichtinformationen voraus. Fehlt eine ordnungsgemäße Belehrung, kann sich die Frist erheblich verlängern; gesetzliche Höchstfristen und Ausnahmen sind zu beachten. Die genaue Berechnung richtet sich nach den gesetzlichen Regeln über Fristbeginn und Fristende.
Rechtliche Bedeutung
Der rechtzeitige Widerruf löst ein Rückgewährverhältnis aus. Maßgeblich ist grundsätzlich die rechtzeitige Absendung der Widerrufserklärung, nicht deren Eingang. Ein bestimmtes Wort ist nicht erforderlich, der Wille zum Widerruf muss aber eindeutig sein.
Voraussetzungen und Folgen
Fristbeginn und Dauer hängen vom Vertragstyp ab. Wochenenden und Feiertage können das Fristende beeinflussen. Bei Dienstleistungen kann Wertersatz geschuldet sein, wenn der Unternehmer auf ausdrücklichen Wunsch vor Fristablauf begonnen und ordnungsgemäß belehrt hat.
Beispiel
Ein Verbraucher erhält am 3. Mai eine online bestellte Ware und wurde ordnungsgemäß belehrt. Er erklärt den Widerruf innerhalb der gesetzlichen Frist per E-Mail.
Häufige Fragen
Muss der Widerruf begründet werden?
Nein. Eine Begründung ist grundsätzlich nicht erforderlich.
Reicht die Rücksendung der Ware aus?
Regelmäßig muss der Widerruf eindeutig erklärt werden; die bloße kommentarlos erfolgte Rücksendung genügt nicht immer.
Verwandte Begriffe
Widerrufsbelehrung, Fernabsatzrecht, Verbraucherrecht
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.