Weltraumrettungsübereinkommen
Das Weltraumrettungsübereinkommen ist der 1968 geschlossene völkerrechtliche Vertrag über die Rettung von Raumfahrzeugbesatzungen, ihre Rückführung und die Rückgabe von Weltraumobjekten. Es konkretisiert Hilfspflichten bei Unfall, Notlage oder unbeabsichtigter Landung und verpflichtet seine Vertragsparteien zu bestimmten Benachrichtigungs- und Unterstützungsmaßnahmen. Besatzungsmitglieder sind sicher und unverzüglich an Vertreter der Startbehörde zurückzuführen. Für geborgene Weltraumobjekte gelten eigene Rückgaberegeln; Rettung von Menschen und Bergung von Gegenständen unterliegen deshalb nicht in jeder Hinsicht denselben Voraussetzungen.
Hilfe, Meldung und Rückgabe
Erhält ein Vertragsstaat Kenntnis von einer Notlage, muss er die Startbehörde und den UN-Generalsekretär nach den Vertragsregeln informieren. Im eigenen Hoheitsbereich trifft ihn eine besondere Rettungspflicht. Bei Objektbergung sind Identifizierung, ein Rückgabeersuchen und die vertraglichen Kostenregeln zu beachten.
Beispiel
Eine Raumkapsel landet nach einem technischen Defekt im Gebiet eines anderen Vertragsstaats. Dieser organisiert Hilfe für die Besatzung und benachrichtigt die zuständigen Stellen. Über die Rückgabe der Kapsel ist gesondert nach den Objektregeln zu befinden.
FAQ
Darf man eine Notbesatzung als Druckmittel festhalten?
Das Übereinkommen verlangt ihre sichere und unverzügliche Rückführung.
Sind Menschen und Gegenstände gleich geregelt?
Nein. Die Bestimmungen über Rettung und Objektbergung unterscheiden sich.
Wer erhält eine geborgene Kapsel zurück?
Maßgeblich sind die Rückgaberegeln zugunsten der Startbehörde und die erforderliche Identifizierung.
Verwandte Begriffe
Einwilligung im Völkerrecht · Höhere Gewalt im Völkerrecht · Vertragsverletzung im Völkerrecht · Völkerrechtspersönlichkeit internationaler Organisationen
Quellen und weiterführende Informationen
UN-Vertragssammlung: Weltraumrettungsübereinkommen · Völkerrechtliche Verträge und Artikel 59 GG
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.