Abfindung

Eine Abfindung ist eine einmalige Geldleistung, mit der Ansprüche oder Nachteile aus der Beendigung eines Rechtsverhältnisses ausgeglichen werden. Besonders häufig ist sie im Arbeitsrecht, wenn ein Arbeitsverhältnis endet und der Arbeitnehmer als Ausgleich eine Zahlung erhält. Ein allgemeiner Anspruch auf Abfindung besteht bei einer Kündigung jedoch nicht. Er kann sich aus Gesetz, Vertrag, Sozialplan, Tarifvertrag, gerichtlichem Vergleich oder einer individuellen Vereinbarung ergeben.

Abfindung im Arbeitsrecht

Eine Abfindung wird häufig im Kündigungsschutzprozess oder in einem Aufhebungsvertrag vereinbart. In besonderen Fällen sieht das Gesetz einen Anspruch vor, etwa bei einer betriebsbedingten Kündigung mit Abfindungsangebot nach § 1a KSchG.

Höhe und Folgen

Die Höhe ist grundsätzlich Verhandlungssache. Als Orientierung wird häufig ein halbes Bruttomonatsgehalt pro Beschäftigungsjahr verwendet, ohne dass daraus regelmäßig ein Anspruch folgt. Steuerliche und sozialrechtliche Folgen sind gesondert zu prüfen.

Beispiel

Arbeitgeber und Arbeitnehmer beenden einen Kündigungsschutzprozess durch Vergleich. Der Arbeitnehmer akzeptiert das Ende des Arbeitsverhältnisses und erhält dafür eine vereinbarte Abfindung.

Häufige Fragen

Gibt es nach jeder Kündigung eine Abfindung?

Nein. Ohne besondere Anspruchsgrundlage oder Vereinbarung entsteht grundsätzlich kein Abfindungsanspruch.

Ist eine Abfindung steuerpflichtig?

Ja, sie unterliegt grundsätzlich der Einkommensteuer. Unter Voraussetzungen kann eine steuerliche Tarifermäßigung greifen.

Verwandte Begriffe

Kündigung, Arbeitsvertrag, Aufhebungsvertrag, Kündigungsschutzklage, Vergleich.

Weitere Erläuterungen zu zivilrechtlichen Verträgen bietet zivilrecht-faq.de.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Gemeinsames Sorgerecht

    Gemeinsames Sorgerecht bedeutet, dass beide Eltern die elterliche Sorge für ihr minderjähriges Kind gemeinsam tragen. Sie müssen Angelegenheiten von erheblicher Bedeutung grundsätzlich einvernehmlich entscheiden. Lebt das Kind überwiegend bei einem Elternteil, darf dieser alltägliche Angelegenheiten regelmäßig allein regeln. Trennung oder Scheidung beenden die gemeinsame Sorge nicht automatisch. Bei dauerhaftem erheblichen Streit kann das Familiengericht einzelne…

  • Mietminderung

    Die Mietminderung ist die gesetzliche Herabsetzung der geschuldeten Miete, wenn die Mietsache einen erheblichen Mangel aufweist, der ihre vertragsgemäße Nutzung beeinträchtigt. Sie tritt grundsätzlich kraft Gesetzes ein, solange der Mangel besteht; eine Zustimmung des Vermieters ist nicht erforderlich. Die Höhe richtet sich nach dem Ausmaß der Gebrauchseinschränkung. Kennt der Mieter den Mangel bereits bei Vertragsschluss…

  • Endvermögen

    Das Endvermögen ist im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug der Verbindlichkeiten bei Beendigung des Güterstands gehört. Es wird dem Anfangsvermögen gegenübergestellt; die positive Differenz bildet grundsätzlich den Zugewinn. Maßgeblicher Stichtag ist je nach Beendigungsgrund unterschiedlich. Bei Scheidung kommt für die Berechnung regelmäßig der Zeitpunkt der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrags besondere…

  • Umgangspflegschaft

    Die Umgangspflegschaft ist eine familiengerichtliche Maßnahme zur Durchführung einer Umgangsregelung, wenn die betreuende Person ihre Pflicht zur Ermöglichung des Umgangs dauerhaft oder wiederholt erheblich verletzt. Der Umgangspfleger erhält einen begrenzten Wirkungskreis und darf insbesondere die Herausgabe des Kindes zur Durchführung des Umgangs verlangen sowie den Aufenthalt für die Umgangsdauer bestimmen. Die Maßnahme greift in die…

  • Testamentsvollstrecker

    Der Testamentsvollstrecker ist eine vom Erblasser eingesetzte Person, die dessen letztwillige Anordnungen ausführt und den Nachlass nach den Vorgaben des Testaments oder Erbvertrags verwaltet. Während der Testamentsvollstreckung kann der Erbe über die der Verwaltung unterliegenden Nachlassgegenstände grundsätzlich nicht selbst verfügen. Aufgabe, Befugnisse und Dauer richten sich nach der letztwilligen Verfügung und ergänzend nach dem Gesetz….