Völkerrecht

Begriffe des Völkerrechts und der internationalen Rechtsordnung.

  • Konsularischer Schutz

    Konsularischer Schutz bezeichnet die Unterstützung, die ein Staat seinen Angehörigen durch Konsulate im Ausland gewährt. Er umfasst insbesondere Hilfe bei Festnahme, Verlust von Reisedokumenten, Unglücksfällen oder Todesfällen. Anders als der diplomatische Schutz setzt er grundsätzlich keine völkerrechtliche Verantwortlichkeit des Aufenthaltsstaats voraus und dient zunächst praktischer Betreuung. Umfang und Grenzen ergeben sich vor allem aus dem…

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    Kombattant

    Ein Kombattant ist ein Angehöriger der Streitkräfte einer Konfliktpartei, der nach dem humanitären Völkerrecht grundsätzlich unmittelbar an Feindseligkeiten teilnehmen darf. Wird er im internationalen bewaffneten Konflikt gefangen genommen, besitzt er regelmäßig Anspruch auf Kriegsgefangenenstatus und darf allein wegen rechtmäßiger Kampfhandlungen nicht strafrechtlich verfolgt werden. Er muss sich von der Zivilbevölkerung unterscheiden und die Regeln des…

  • Nichtinterventionsprinzip

    Das Nichtinterventionsprinzip verpflichtet Staaten, sich nicht in Angelegenheiten einzumischen, die nach dem Völkerrecht der inneren oder äußeren Zuständigkeit eines anderen Staates vorbehalten sind. Verboten ist insbesondere zwangsausübender Einfluss auf dessen freie politische, wirtschaftliche oder gesellschaftliche Entscheidungen. Das Prinzip schützt die souveräne Gleichheit der Staaten. Bloße Kritik, diplomatische Stellungnahmen oder rechtmäßige Maßnahmen internationaler Organisationen sind dagegen…

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    Staatenlosigkeit

    Staatenlosigkeit bezeichnet den Zustand, dass kein Staat eine Person nach seinem Recht als eigenen Staatsangehörigen ansieht. Der Staatenlose besitzt deshalb keinen Heimatstaat, dessen diplomatischen Schutz er regelmäßig in Anspruch nehmen könnte. Staatenlosigkeit kann durch Geburt, diskriminierende Staatsangehörigkeitsregeln, Staatszerfall oder den Verlust einer Staatsangehörigkeit entstehen. Völkerrechtliche Übereinkommen sollen Staatenlose schützen und neue Fälle vermeiden; Einreise, Aufenthalt…

  • Hohe See

    Die Hohe See umfasst die Meeresgebiete, die weder zur ausschließlichen Wirtschaftszone, zum Küstenmeer oder zu den inneren Gewässern eines Staates noch zu den Archipelgewässern eines Archipelstaats gehören. Sie steht grundsätzlich allen Staaten offen. Dort gelten insbesondere die Freiheit der Schifffahrt, des Überflugs, der Forschung und der Kabelverlegung. Kein Staat darf Teile der Hohen See seiner…

  • Seevölkerrecht

    Das Seevölkerrecht regelt die rechtliche Ordnung der Meere und die Befugnisse von Küsten-, Flaggen- und Hafenstaaten. Es bestimmt insbesondere Breite und Status des Küstenmeers, Rechte in der ausschließlichen Wirtschaftszone und auf dem Festlandsockel sowie die Freiheit der Hohen See. Zentrale Grundlage ist das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen. Daneben gelten Völkergewohnheitsrecht, Spezialabkommen und nationale Vorschriften über…

  • Ausschließliche Wirtschaftszone

    Die ausschließliche Wirtschaftszone ist ein bis zu 200 Seemeilen von den Basislinien reichender Meeresbereich, in dem der Küstenstaat besondere souveräne Rechte zur Erforschung, Nutzung, Erhaltung und Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen besitzt. Sie gehört nicht zum Staatsgebiet und ist nicht mit dem Küstenmeer gleichzusetzen. Andere Staaten behalten insbesondere die Freiheit der Schifffahrt, des Überflugs und der Verlegung…

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    UN-Sonderberichterstatter

    Ein UN-Sonderberichterstatter ist ein unabhängiger Sachverständiger, den der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen für ein bestimmtes Menschenrechtsthema oder die Lage in einem Staat mandatiert. Er handelt persönlich, wird nicht als UN-Bediensteter tätig und erhält grundsätzlich kein Gehalt. Zu seinen Aufgaben gehören Länderbesuche, Berichte, thematische Studien und Mitteilungen an Staaten zu behaupteten Verletzungen. Er entscheidet keine Rechtsstreitigkeiten,…

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    Staatenberichtsverfahren

    Das Staatenberichtsverfahren ist ein internationaler Kontrollmechanismus, bei dem ein Vertragsstaat regelmäßig darlegt, wie er die Pflichten eines Menschenrechtsvertrags innerstaatlich umsetzt. Ein unabhängiger Vertragsausschuss prüft den Bericht, berücksichtigt ergänzende Informationen und führt einen Dialog mit staatlichen Vertretern. Anschließend veröffentlicht er abschließende Bemerkungen mit Kritik und Empfehlungen. Das Verfahren entscheidet nicht über einen einzelnen Anspruch, sondern bewertet…

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    Ausschuss gegen Folter

    Der Ausschuss gegen Folter ist ein unabhängiges Vertragsorgan der Vereinten Nationen, das die Einhaltung des Übereinkommens gegen Folter überwacht. Seine Sachverständigen prüfen Staatenberichte, können unter Voraussetzungen vertrauliche Untersuchungen zu systematischer Folter durchführen und behandeln Staaten- oder Individualbeschwerden, soweit der betroffene Staat die jeweilige Zuständigkeit anerkannt hat. Der Ausschuss ist kein Strafgericht. Seine Feststellungen und Empfehlungen…