Familienrecht

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    Mangelfall

    Mangelfall bezeichnet eine Unterhaltssituation, in der das für Unterhaltszahlungen verfügbare Einkommen des Verpflichteten nicht ausreicht, um sämtliche gleichrangigen Ansprüche vollständig zu erfüllen, ohne seinen notwendigen Selbstbehalt zu unterschreiten. Die vorhandene Verteilungsmasse wird dann nach einer Quote auf die gleichrangigen Berechtigten verteilt. Zuvor sind Einkommen, zulässige Abzüge, Rangfolge und Einsatzobliegenheiten sorgfältig zu bestimmen. Vorrangige Ansprüche werden…

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    Eheverbot

    Eheverbot bezeichnet einen gesetzlichen Umstand, der einer wirksamen Eheschließung entgegensteht oder ihre Aufhebbarkeit begründet. Das deutsche Recht untersagt insbesondere eine weitere Ehe während einer bestehenden Ehe oder Lebenspartnerschaft sowie die Ehe zwischen bestimmten nahen Verwandten. Eheverbote schützen die bestehende familienrechtliche Ordnung und klare Personenstandsverhältnisse. Sie werden grundsätzlich durch den Standesbeamten vor der Eheschließung geprüft und…

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    Erwerbsobliegenheit

    Erwerbsobliegenheit ist die unterhaltsrechtliche Pflicht, die eigene Arbeitskraft in zumutbarem Umfang einzusetzen, um den eigenen Lebensbedarf zu decken oder geschuldeten Unterhalt leisten zu können. Sie ist keine unmittelbar vollstreckbare Arbeitspflicht. Verletzt ein Unterhaltsberechtigter oder Unterhaltspflichtiger sie schuldhaft, kann ihm jedoch erzielbares Einkommen fiktiv zugerechnet werden. Umfang und Intensität richten sich nach Alter, Gesundheit, Ausbildung, Betreuungspflichten,…

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    Einbenennung

    Einbenennung ist die familienrechtliche Namensänderung eines Kindes, durch die es den Ehenamen eines Elternteils und seines Ehegatten erhält. Sie soll die namensmäßige Zugehörigkeit zur neuen Familiengemeinschaft ermöglichen, ohne die rechtliche Abstammung zu verändern. Erforderlich sind gesetzlich bestimmte Erklärungen und häufig die Einwilligung des anderen rechtlichen Elternteils oder des Kindes. Verweigert ein Elternteil die Zustimmung, kann…

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    Sorgerechtsübertragung

    Sorgerechtsübertragung bezeichnet die familiengerichtliche Zuweisung der elterlichen Sorge oder eines Teilbereichs auf einen Elternteil. Leben gemeinsam sorgeberechtigte Eltern getrennt, kann jeder Elternteil die Übertragung nach § 1671 BGB beantragen. Sie erfolgt, wenn der andere zustimmt und das Kind grundsätzlich nicht widerspricht oder wenn zu erwarten ist, dass die Aufhebung der gemeinsamen Sorge und die Übertragung…

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    Alleinentscheidungsbefugnis

    Alleinentscheidungsbefugnis ist die rechtliche Befugnis eines Elternteils, eine kindbezogene Angelegenheit ohne Zustimmung des anderen zu entscheiden. Sie kann unmittelbar aus dem Gesetz folgen, etwa bei Alltagsfragen oder Gefahr im Verzug, auf alleiniger Sorge beruhen oder durch das Familiengericht für eine konkrete Streitfrage übertragen werden. Umfang und Dauer richten sich nach der jeweiligen Rechtsgrundlage. Eine punktuelle…

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    Namensbestimmung des Kindes

    Namensbestimmung des Kindes ist die rechtsverbindliche Erklärung der sorgeberechtigten Eltern darüber, welchen Geburtsnamen ihr Kind führt. Maßgeblich sind insbesondere gemeinsamer Ehename, Namensführung der Eltern und bestehende Sorgeverhältnisse. Bei gemeinsamer Sorge ohne Ehenamen treffen die Eltern die Bestimmung grundsätzlich gemeinsam; das Familiengericht kann das Bestimmungsrecht bei Uneinigkeit übertragen. Die Erklärung wirkt regelmäßig auch für weitere gemeinsame…

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    Teilübertragung der elterlichen Sorge

    Die Teilübertragung der elterlichen Sorge ist die gerichtliche Zuweisung eines abgrenzbaren Sorgebereichs an nur einen Elternteil, während die gemeinsame Sorge im Übrigen fortbesteht. Übertragen werden können etwa Aufenthaltsbestimmungsrecht, Gesundheitsfürsorge, Schulangelegenheiten oder Vermögenssorge. Sie kommt in Betracht, wenn der Konflikt auf bestimmte Themen begrenzt ist und die Teilübertragung dem Kindeswohl am besten entspricht. Als milderes Mittel…

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    Entscheidungsübertragung

    Entscheidungsübertragung ist die gerichtliche Zuweisung der Befugnis, in einer einzelnen Angelegenheit oder einer bestimmten Art von Angelegenheiten des Kindes allein zu entscheiden. Nach § 1628 BGB kommt sie in Betracht, wenn gemeinsam sorgeberechtigte Eltern sich in einer für das Kind erheblichen Frage nicht einigen können. Das Gericht wählt den Elternteil aus, dessen Entscheidungskompetenz dem Kindeswohl…

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    Kindesanhörung

    Kindesanhörung ist die persönliche Befragung eines minderjährigen Kindes durch das Familiengericht in einem Verfahren, das seine Person betrifft. Sie soll dem Gericht einen unmittelbaren Eindruck von Wünschen, Bindungen, Belastungen und Verständnis des Kindes vermitteln. Das Kind wird nicht als Zeuge vernommen, sondern als eigenständiger Beteiligter ernst genommen. Von einer Anhörung darf nur unter den gesetzlich…