Familienrecht

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    Sorgerechtsverfügung

    Sorgerechtsverfügung ist eine letztwillige Anordnung, mit der ein sorgeberechtigter Elternteil für den Fall seines Todes eine Person als Vormund seines minderjährigen Kindes benennt oder eine bestimmte Person ausschließt. Sie muss die Form eines Testaments oder Erbvertrags einhalten. Das Familiengericht bleibt an das Kindeswohl gebunden und prüft die Eignung des Benannten. Die Verfügung überträgt nicht schon…

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    Sorgerechtsentzug

    Sorgerechtsentzug ist die familiengerichtliche Entziehung einzelner Teile oder der gesamten elterlichen Sorge zum Schutz eines gefährdeten Kindes. Er setzt eine konkrete Gefährdung des körperlichen, geistigen oder seelischen Wohls voraus, die Eltern nicht abwenden können oder wollen. Das Gericht muss den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz beachten und vorrangig mildere Hilfen oder Teilmaßnahmen prüfen. Entzogene Befugnisse werden einem Pfleger oder…

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    Ehewohnungszuweisung

    Die Ehewohnungszuweisung ist die gerichtliche Überlassung der Ehewohnung an einen Ehegatten zur alleinigen Nutzung während des Getrenntlebens. Nach § 1361b BGB setzt sie voraus, dass dies notwendig ist, um eine unbillige Härte zu vermeiden; das Wohl im Haushalt lebender Kinder ist besonders zu berücksichtigen. Eigentum und Mietvertrag werden dadurch nicht automatisch endgültig verändert. Bei Gewalt…

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    Kontinuitätsgrundsatz

    Kontinuitätsgrundsatz ist ein familienrechtliches Abwägungskriterium, nach dem bei Entscheidungen über Sorge, Aufenthalt oder Umgang die Stabilität der bisherigen Lebensverhältnisse des Kindes berücksichtigt wird. Verlässliche Bezugspersonen, Betreuung, Schule, Geschwister und soziales Umfeld sollen nicht ohne gewichtigen Grund verändert werden. Der Grundsatz ist kein starrer Vorrang des bestehenden Zustands. Er wird mit Bindungen, Förderungsmöglichkeiten, Kindeswillen und weiteren…

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    Nestmodell

    Das Nestmodell ist eine Betreuungsform nach der Trennung, bei der die Kinder dauerhaft in der bisherigen Familienwohnung bleiben und die Eltern abwechselnd dort wohnen und sie betreuen. Anders als beim Wechselmodell wechseln damit nicht die Kinder, sondern die Eltern ihren Aufenthaltsort. Das Modell beruht regelmäßig auf einer Vereinbarung der Eltern; einen gesetzlichen Anspruch darauf gibt…

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    Förderungsgrundsatz

    Der Förderungsgrundsatz bezeichnet im Sorge- und Umgangsrecht die Erwartung, dass jeder Elternteil die Beziehung des Kindes zum anderen Elternteil unterstützt und nicht beeinträchtigt. Er knüpft insbesondere an die Wohlverhaltenspflicht aus § 1684 Absatz 2 BGB und an die Kindeswohlprüfung an. Der Elternteil soll Kontakte ermöglichen, das Kind altersgerecht vorbereiten und Konflikte von ihm fernhalten. Grenzen…

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    Umgangsvereinbarung

    Umgangsvereinbarung ist eine Abrede der Eltern oder anderer Umgangsbeteiligter über Zeitpunkt, Dauer, Ort und Ausgestaltung persönlicher Kontakte eines Kindes. Sie kann informell, schriftlich, mit Unterstützung des Jugendamts oder als gerichtlich gebilligter Vergleich geschlossen werden. Maßstab bleibt stets das Kindeswohl; das Umgangsrecht des Kindes kann nicht beliebig abbedungen werden. Für eine zwangsweise Durchsetzung muss die Regelung…

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    Paritätsmodell

    Das Paritätsmodell bezeichnet eine Betreuung getrennt lebender Kinder, bei der beide Eltern annähernd gleiche Betreuungsanteile übernehmen. Entscheidend ist die tatsächliche Verteilung von Betreuung, Verantwortung und Alltagsorganisation, nicht allein eine rechnerisch exakt hälftige Zahl von Übernachtungen. Der Begriff wird häufig für eine symmetrische Form des Wechselmodells verwendet. Rechtliche Folgen können sich besonders beim Kindesunterhalt, beim Kindergeld…

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    Geschwisterbindung

    Geschwisterbindung bezeichnet die persönliche und emotionale Beziehung zwischen Geschwistern, die bei familiengerichtlichen Entscheidungen als Bestandteil des Kindeswohls zu berücksichtigen ist. Sie kann für Aufenthalt, Betreuung, Umgang, Pflegeverhältnisse oder eine Trennung von Geschwistern erheblich sein. Das Gesetz ordnet keinen ausnahmslosen gemeinsamen Aufenthalt an. Entscheidend sind Intensität, Dauer, Altersabstand, gemeinsame Erfahrungen, Schutzbedürfnisse und der Wille jedes Kindes….

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    Begleiteter Umgang

    Begleiteter Umgang ist der persönliche Kontakt eines Kindes mit einem Umgangsberechtigten in Anwesenheit eines mitwirkungsbereiten Dritten. Das Familiengericht kann diese Schutzmaßnahme anordnen, wenn unbegleitete Kontakte das Kindeswohl gefährden könnten, ein vollständiger Ausschluss aber nicht erforderlich oder nicht verhältnismäßig wäre. Als Begleiter kommen Fachkräfte, Träger der Jugendhilfe oder geeignete Einzelpersonen in Betracht. Ziel sind sichere Begegnungen…