Haftungsrecht

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    Therapiefehler

    Ein Therapiefehler ist eine Abweichung vom geschuldeten medizinischen Standard bei Auswahl, Durchführung, Überwachung oder Anpassung einer Behandlung. Er kann etwa eine ungeeignete Therapie, fehlerhafte Dosierung, mangelhafte Operationsdurchführung, fehlende Verlaufskontrolle oder verspätete Reaktion auf Komplikationen betreffen. Nicht jede erfolglose Therapie ist fehlerhaft; maßgeblich sind Indikation, medizinischer Erkenntnisstand und konkrete Situation zum Behandlungszeitpunkt. Rechtliche Bedeutung Der Arzt…

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    Befunderhebungsfehler

    Ein Befunderhebungsfehler liegt vor, wenn ein Behandelnder medizinisch gebotene Befunde nicht rechtzeitig erhebt oder sichert. Anders als beim Diagnosefehler fehlt damit eine erforderliche Untersuchungsgrundlage. Typische Fälle sind unterlassene Labor-, Bildgebungs-, Kontroll- oder Nachuntersuchungen. Der Fehler kann besondere Beweiserleichterungen auslösen, wenn der hypothetisch erhobene Befund wahrscheinlich reaktionspflichtig gewesen wäre und das Unterlassen der gebotenen Reaktion grob…

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    Grober Behandlungsfehler

    Ein grober Behandlungsfehler ist ein objektiv schwerwiegender Verstoß gegen bewährte ärztliche Behandlungsregeln oder gesicherte medizinische Erkenntnisse, der aus fachlicher Sicht nicht mehr verständlich erscheint, weil er einem Arzt schlechterdings nicht unterlaufen darf. Die Bewertung erfolgt durch das Gericht auf Grundlage medizinischer Sachverständigengutachten. Entscheidend ist nicht persönliches Verschulden, sondern Gewicht und Unverständlichkeit des fachlichen Fehlers. Rechtliche…

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    Geburtsschaden

    Ein Geburtsschaden ist eine gesundheitliche Beeinträchtigung des Kindes oder der Mutter, die im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Entbindung oder unmittelbarer Nachsorge entsteht. Rechtlich ist zwischen schicksalhaften Komplikationen und Schäden infolge eines Behandlungs-, Diagnose-, Überwachungs- oder Organisationsfehlers zu unterscheiden. Nur wenn eine zurechenbare Pflichtverletzung vorliegt und den Schaden verursacht hat, kommen insbesondere Ansprüche auf Schadensersatz und Schmerzensgeld…

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    Prospekthaftung

    Prospekthaftung bezeichnet die Haftung für unrichtige, unvollständige oder irreführende Angaben in einem Kapitalanlage- oder Wertpapierprospekt. Ein Prospekt muss dem Anleger ein zutreffendes Gesamtbild der angebotenen Anlage vermitteln und wesentliche Risiken verständlich darstellen. Anspruchsgegner können je nach Rechtsgrundlage Emittenten, Anbieter, Prospektverantwortliche oder weitere Hintermänner sein. Neben spezialgesetzlichen Ansprüchen kommen allgemeine zivilrechtliche Haftungsgrundlagen in Betracht. Maßgeblich sind…

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    Beratungsfehler bei Kapitalanlagen

    Ein Beratungsfehler bei Kapitalanlagen liegt vor, wenn ein Anlageberater seine Pflichten gegenüber dem Anleger verletzt und dadurch eine ungeeignete oder uninformierte Anlageentscheidung verursacht. Die Beratung muss sowohl zur Person des Anlegers als auch zum empfohlenen Produkt passen. Fehler können insbesondere unzureichende Risikoaufklärung, verschwiegene Kosten oder Provisionen, falsche Angaben, fehlende Plausibilitätsprüfung oder die Empfehlung eines nicht…