|

Darlehensgeber

Darlehensgeber ist die Vertragspartei, die dem Darlehensnehmer einen Geldbetrag oder vertretbare Sachen zur Verfügung stellt. Beim Gelddarlehen hat er Anspruch auf Rückzahlung und, soweit vereinbart, auf Zinsen. Darlehensgeber können Banken, Unternehmen oder Privatpersonen sein. Handelt ein Unternehmer gegenüber einem Verbraucher, gelten besondere verbraucherschützende Form-, Informations-, Kreditwürdigkeits- und Widerrufsvorschriften.

Rechtliche Bedeutung

Die Hauptpflicht des Darlehensgebers besteht in der vereinbarten Bereitstellung des Darlehens. Seine Ansprüche werden häufig durch Bürgschaften, Grundpfandrechte, Sicherungsabtretungen oder Sicherungsübereignungen abgesichert.

Voraussetzungen und Folgen

Der Darlehensgeber muss vertragliche Auszahlungsvoraussetzungen beachten und darf Kündigungs- oder Sicherheitenrechte nur im gesetzlichen und vertraglichen Rahmen ausüben. Banken unterliegen zusätzlich aufsichtsrechtlichen Anforderungen. Bei Verbraucherdarlehen können Pflichtverstöße besondere zivilrechtliche Folgen haben.

Beispiel

Eine Bank gewährt einem Unternehmer einen Betriebsmittelkredit und lässt sich Forderungen als Sicherheit abtreten. Sie ist Darlehensgeberin und Sicherungsnehmerin.

Häufige Fragen

Muss der Darlehensgeber eine Bank sein?

Nein. Auch Privatpersonen oder andere Unternehmen können Darlehen gewähren; gewerbsmäßiges Kreditgeschäft kann aber erlaubnispflichtig sein.

Darf er Sicherheiten verlangen?

Ja. Art und Umfang müssen vereinbart, rechtlich wirksam und gegebenenfalls verbraucherschutzrechtlich zulässig sein.

Verwandte Begriffe

Darlehensnehmer, Kreditvertrag, Sicherungsabtretung

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Pflichtteil

    Der Pflichtteil ist ein gesetzlicher Geldanspruch bestimmter naher Angehöriger, die durch Testament oder Erbvertrag von der Erbfolge ausgeschlossen wurden. Pflichtteilsberechtigt sind grundsätzlich Abkömmlinge, der Ehegatte und unter bestimmten Voraussetzungen die Eltern des Erblassers. Der Anspruch richtet sich gegen den Erben und beträgt die Hälfte des Werts des gesetzlichen Erbteils. Der Pflichtteilsberechtigte wird dadurch nicht selbst…

  • Girokonto

    Das Girokonto ist ein auf laufende Verrechnung angelegtes Zahlungskonto, über das der Kontoinhaber bargeldlose Zahlungen empfangen und veranlassen kann. Es dient insbesondere Überweisungen, Lastschriften, Kartenumsätzen, Daueraufträgen und Bargeldverfügungen. Rechtliche Grundlage ist regelmäßig ein Giro- beziehungsweise Zahlungsdiensterahmenvertrag mit einer Bank oder einem anderen Zahlungsdienstleister. Guthaben, eingeräumte Überziehung, Entgelte, Verfügungsberechtigung und Schutz vor nicht autorisierten Zahlungen richten…

  • Selbstbehalt

    Der Selbstbehalt ist der Betrag, der einem Unterhaltspflichtigen trotz seiner Zahlungsverpflichtungen zur Deckung des eigenen Lebensbedarfs verbleiben soll. Er begrenzt die Leistungsfähigkeit und variiert nach Art des Unterhalts, Erwerbstätigkeit und Rang des Berechtigten. Besonders streng sind die Maßstäbe gegenüber minderjährigen und privilegierten volljährigen Kindern. Die in unterhaltsrechtlichen Leitlinien genannten Beträge sind wichtige Orientierungspunkte, ersetzen aber…

  • Kaufvertrag

    Ein Kaufvertrag ist ein gegenseitiger Vertrag, durch den sich der Verkäufer verpflichtet, dem Käufer eine Sache oder ein Recht zu übergeben, zu übereignen und frei von Sach- und Rechtsmängeln zu verschaffen. Der Käufer muss den vereinbarten Kaufpreis zahlen und die Kaufsache abnehmen. Der Vertrag kommt durch zwei übereinstimmende Willenserklärungen, Angebot und Annahme, zustande. Hauptpflichten Die…

  • Sachmangel

    Ein Sachmangel liegt vor, wenn eine Sache bei Gefahrübergang nicht den subjektiven, objektiven oder Montageanforderungen entspricht. Im Kaufrecht ist insbesondere entscheidend, ob sie die vereinbarte Beschaffenheit besitzt, sich für die vertraglich vorausgesetzte oder gewöhnliche Verwendung eignet und die übliche Beschaffenheit aufweist. Ein Sachmangel löst die gesetzlichen Gewährleistungsrechte aus. Subjektive Anforderungen Die Sache muss insbesondere die…