Strafrecht

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    Psychische Gewalt

    Psychische Gewalt bezeichnet Verhaltensweisen, die die seelische Integrität eines Menschen durch Einschüchterung, Drohungen, Erniedrigung oder kontrollierende Übergriffe beeinträchtigen. Sie kann ohne körperliche Verletzung auftreten. Artikel 33 der Istanbul-Konvention verlangt die strafrechtliche Erfassung vorsätzlicher schwerwiegender Beeinträchtigungen durch Nötigung oder Drohungen. Im deutschen Recht richtet sich die Strafbarkeit nach konkreten Tatbeständen; der allgemeine Ausdruck ersetzt deren Voraussetzungen…

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    Lanzarote-Ausschuss

    Der Lanzarote-Ausschuss ist der Ausschuss der Vertragsparteien der Lanzarote-Konvention zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch. Er überprüft die Umsetzung des Übereinkommens anhand staatlicher Angaben und weiterer Informationen. Seine Mitglieder sind Vertreter der Vertragsparteien; zusätzlich können Teilnehmer und Beobachter mitwirken. Er erarbeitet Bewertungen, Empfehlungen und Auslegungshilfen und fördert den Erfahrungsaustausch. Der Ausschuss…

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    Lanzarote-Konvention

    Die Lanzarote-Konvention ist das Übereinkommen des Europarats von 2007 zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und sexuellem Missbrauch. Sie verpflichtet ihre Vertragsparteien zu Prävention, wirksamer Strafverfolgung, Opferhilfe und kindgerechten Verfahren. Als Kind gilt nach dem Vertrag jede Person unter achtzehn Jahren. Die Umsetzung überwacht der Lanzarote-Ausschuss. Die Konvention schafft jedoch keine unmittelbare Individualbeschwerde zu…

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    Code pénal von 1810

    Der Code pénal von 1810 ist das unter Napoleon erlassene französische Strafgesetzbuch, das Straftaten und Strafen systematisch regelte. Es unterschied nach der gesetzlichen Strafandrohung zwischen crimes, délits und contraventions und verband kodifiziertes Strafrecht mit einer teils sehr strengen Sanktionsordnung. Gemeinsam mit dem Strafverfahrensgesetzbuch von 1808 prägte es die französische Strafrechtspflege des neunzehnten Jahrhunderts. Der historische…

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    Code d’instruction criminelle von 1808

    Der Code d’instruction criminelle von 1808 ist das napoleonische französische Strafverfahrensgesetzbuch, das Ermittlungen, Anklage und gerichtliche Behandlung von Straftaten ordnete. Es verband Elemente älterer schriftlicher Untersuchungsverfahren mit Errungenschaften der Revolution, darunter öffentliche mündliche Verhandlungen und Geschworenenentscheidungen in bestimmten Strafsachen. Die Kodifikation ergänzte das materielle Strafrecht, statt selbst hauptsächlich Straftatbestände festzulegen. Ihr Verfahrensmodell prägte die weitere…

  • Risikoverringerung

    Risikoverringerung bezeichnet im Strafrecht eine Fallgruppe, in der der Täter eine bereits bestehende Gefahr für ein Rechtsgut nicht erhöht, sondern vermindert oder in einen weniger schweren Verlauf umlenkt. Trotz naturwissenschaftlicher Mitverursachung wird der Erfolg regelmäßig nicht objektiv zugerechnet, weil das Verhalten kein rechtlich missbilligtes Risiko geschaffen oder gesteigert hat. Maßgeblich ist ein Vergleich der Gefahrenlage…

  • Bandenbegriff

    Bandenbegriff bezeichnet im Strafrecht den Zusammenschluss von mindestens drei Personen, die sich mit dem Willen verbunden haben, künftig für eine gewisse Dauer mehrere selbstständige Straftaten des im jeweiligen Tatbestand bezeichneten Typs zu begehen. Eine feste Organisation, ausdrückliche Vereinbarung oder persönliche Bekanntschaft aller Mitglieder ist nicht erforderlich. Die Verbindung muss jedoch über eine einzelne Tat hinausreichen…

  • Erlaubtes Risiko

    Erlaubtes Risiko bezeichnet ein gesellschaftlich akzeptiertes und rechtlich hingenommenes Gefahrenniveau, das trotz möglicher Schadensfolgen keine objektive Zurechnung begründet. Wer sich innerhalb der maßgeblichen Sorgfalts-, Verkehrs- und Sicherheitsregeln bewegt, schafft grundsätzlich kein rechtlich missbilligtes Risiko. Der Begriff begrenzt insbesondere die Strafbarkeit bei Erfolgsdelikten und trägt dem Umstand Rechnung, dass zahlreiche nützliche Tätigkeiten wie Straßenverkehr, Medizin oder…

  • Absichtslos doloses Werkzeug

    Absichtslos doloses Werkzeug bezeichnet eine Person, die zwar wissentlich die objektiven Merkmale einer Straftat verwirklicht, aber nicht die vom Tatbestand verlangte besondere Absicht besitzt. Ein Hintermann veranlasst dieses Handeln und verfügt selbst über das besondere subjektive Merkmal. Ob er deshalb mittelbarer Täter sein kann, hängt von der Deliktsstruktur ab und ist umstritten. Die Figur betrifft…

  • Dazwischentreten Dritter

    Dazwischentreten Dritter bezeichnet im Strafrecht die Einwirkung einer weiteren Person auf einen bereits in Gang gesetzten Kausalverlauf. Für die Erfolgszurechnung ist entscheidend, ob der Ersttäter trotz dieses Beitrags ein rechtlich missbilligtes Risiko geschaffen hat, das sich im Erfolg verwirklicht. Eigenverantwortliches, völlig neues und außerhalb gewöhnlicher Erfahrung liegendes Verhalten des Dritten kann den Zurechnungszusammenhang unterbrechen; vorhersehbare…