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Paritätsmodell

Das Paritätsmodell bezeichnet eine Betreuung getrennt lebender Kinder, bei der beide Eltern annähernd gleiche Betreuungsanteile übernehmen. Entscheidend ist die tatsächliche Verteilung von Betreuung, Verantwortung und Alltagsorganisation, nicht allein eine rechnerisch exakt hälftige Zahl von Übernachtungen. Der Begriff wird häufig für eine symmetrische Form des Wechselmodells verwendet. Rechtliche Folgen können sich besonders beim Kindesunterhalt, beim Kindergeld und bei der Verteilung familienbezogener Kosten ergeben.

Rechtliche Bedeutung

Auch bei annähernd gleicher Betreuung bleiben beide Eltern barunterhaltspflichtig. Der Bedarf des Kindes und die Haftungsanteile richten sich nach den Einkommensverhältnissen und den durch die Doppelbetreuung entstehenden Mehrkosten.

Voraussetzungen und Folgen

Eine gerichtliche Regelung setzt voraus, dass das Modell dem Kindeswohl entspricht. Entfernung der Haushalte, Erreichbarkeit von Schule und Betreuung, Kooperationsfähigkeit, Kindeswille und bisherige Betreuungspraxis sind wichtige Gesichtspunkte.

Beispiel

Die Tochter lebt im wöchentlichen Wechsel bei beiden Eltern. Beide begleiten Schule und Arzttermine und teilen Kleidung, Vereinsbeiträge und weitere kindbezogene Kosten nach einer Vereinbarung.

Häufige Fragen

Müssen die Betreuungszeiten exakt gleich sein?

Nein. Maßgeblich ist eine annähernd gleichwertige tatsächliche Betreuung; geringfügige Abweichungen schließen Parität nicht zwingend aus.

Entfällt im Paritätsmodell der Kindesunterhalt?

Nein. Beide Eltern haften nach ihren Einkünften; Mehrbedarf und bereits unmittelbar getragene Kosten sind einzubeziehen.

Kann das Gericht ein Paritätsmodell anordnen?

Eine gerichtliche Umgangsregelung mit paritätischer Betreuung ist möglich, wenn sie im konkreten Fall dem Kindeswohl am besten entspricht.

Weiterführende Hinweise

Ergänzend sind die Wörterbuchartikel Kindeswille, Selbstbehalt, Getrenntleben und Kindeswohlgefährdung hilfreich. Vertiefende, nicht werbliche Informationen bieten § 1684 BGB sowie die dort nachgewiesenen gesetzlichen Grundlagen.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

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