Familienrecht

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    Umgangskosten

    Umgangskosten sind Aufwendungen, die einem Elternteil durch die Wahrnehmung des persönlichen Kontakts mit seinem Kind entstehen. Dazu gehören insbesondere Fahrt-, Übernachtungs-, Verpflegungs- und gegebenenfalls erhöhte Wohnkosten. Grundsätzlich trägt jeder Elternteil seine eigenen Umgangskosten. Im Unterhaltsrecht können außergewöhnlich hohe und notwendige Belastungen jedoch den unterhaltsrechtlich verfügbaren Betrag beeinflussen oder einen Mehrbedarf des Kindes begründen. Maßgeblich sind…

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    Samenspenderregister

    Samenspenderregister ist das beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte geführte Register über Personen, deren Samen bei ärztlich unterstützten heterologen Befruchtungen verwendet wurde. Es ermöglicht dem hierdurch gezeugten Kind, nach Erreichen des gesetzlichen Mindestalters Auskunft über die Identität des Spenders zu erhalten. Entnahmeeinrichtungen und ärztliche Einrichtungen müssen bestimmte Daten erheben und übermitteln. Die Speicherung ist langfristig…

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    Umgangsrecht des biologischen Vaters

    Das Umgangsrecht des biologischen Vaters ermöglicht dem leiblichen, aber nicht rechtlichen Vater Kontakt zum Kind, wenn er ernsthaftes Interesse gezeigt hat und der Umgang dem Kindeswohl dient. Die Regelung in § 1686a BGB betrifft insbesondere Fälle, in denen ein anderer Mann rechtlicher Vater ist. Das Recht setzt nicht voraus, dass bereits eine sozial-familiäre Beziehung besteht….

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    Umgangsbestimmungsrecht

    Das Umgangsbestimmungsrecht bezeichnet die Befugnis, Kontakte eines minderjährigen Kindes zu anderen Personen zu regeln. Es gehört zur Personensorge und umfasst grundsätzlich Entscheidungen über Ort, Zeit und Bedingungen solcher Kontakte. Gegenüber dem anderen Elternteil wird es durch dessen eigenes Umgangsrecht und das Recht des Kindes aus § 1684 BGB begrenzt. Bei Streit entscheidet das Familiengericht am…

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    Stiefkindadoption

    Stiefkindadoption ist die Annahme eines Kindes durch den Ehegatten oder unter gesetzlichen Voraussetzungen den Partner eines rechtlichen Elternteils. Der Annehmende wird rechtlicher Elternteil; die rechtliche Beziehung zum anderen bisherigen Elternteil erlischt grundsätzlich. Erforderlich sind insbesondere die Einwilligungen der beteiligten Personen, eine familiengerichtliche Entscheidung und die positive Prüfung des Kindeswohls. Die Adoption darf nicht lediglich dazu…

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    Wohlverhaltenspflicht

    Die Wohlverhaltenspflicht verpflichtet getrennt lebende Eltern nach § 1684 Absatz 2 BGB, alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt oder die Erziehung erschwert. Sie verlangt insbesondere, Umgang zu fördern, das Kind nicht gegen den anderen Elternteil aufzubringen und verlässliche Übergaben zu ermöglichen. Die Pflicht gilt wechselseitig. Ihre konkrete Reichweite…

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    Elternkonsens

    Elternkonsens ist die von beiden Eltern getragene Einigung über eine kindbezogene Frage, insbesondere Sorge, Aufenthalt, Betreuung oder Umgang. Das Familienverfahrensrecht fördert einvernehmliche Lösungen, weil freiwillig vereinbarte Regelungen häufig verlässlicher umgesetzt werden. Ein Konsens ist jedoch nur beachtlich, soweit er dem Kindeswohl entspricht und Rechte des Kindes wahrt. Er kann informell, schriftlich, gerichtlich protokolliert oder durch…

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    Sukzessivadoption

    Sukzessivadoption ist die zeitlich aufeinanderfolgende Adoption desselben Kindes durch zwei Partner. Zunächst nimmt ein Partner das Kind allein an; später adoptiert der andere Partner das bereits angenommene Kind. Dadurch kann eine gemeinsame rechtliche Elternschaft entstehen. Die Zulässigkeit hängt von der jeweiligen Partnerschaftsform und den gesetzlichen Adoptionsvoraussetzungen ab. Erforderlich bleiben eine eigenständige Kindeswohlprüfung, die notwendigen Einwilligungen…

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    Loyalitätskonflikt

    Ein Loyalitätskonflikt entsteht, wenn ein Kind den Eindruck gewinnt, sich zwischen nahestehenden Bezugspersonen entscheiden oder die Zuneigung zu einem Elternteil gegenüber dem anderen verbergen zu müssen. Im Familienrecht ist er besonders bei Trennung, Sorge- und Umgangsstreit bedeutsam. Er ist kein eigener gesetzlicher Tatbestand, kann aber Kindeswille, Belastbarkeit und Kindeswohlbewertung beeinflussen. Gerichte und Verfahrensbeteiligte müssen unterscheiden,…

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    Doppelresidenz

    Doppelresidenz bezeichnet eine Betreuungsform, bei der ein Kind nach der Trennung in beiden elterlichen Haushalten regelmäßig und in erheblichem Umfang lebt. Der Begriff wird häufig für das Wechselmodell verwendet, betont jedoch die zwei tatsächlichen Lebensmittelpunkte. Eine eigenständige gesetzliche Statusform ist die Doppelresidenz nicht. Ihre Ausgestaltung richtet sich nach Kindeswohl, Kindeswille, Entfernung der Wohnungen, Alltagsorganisation und…