Kumulative Kausalität
Kumulative Kausalität liegt vor, wenn mehrere unabhängig gesetzte Bedingungen erst gemeinsam den tatbestandlichen Erfolg herbeiführen und jede für sich nicht ausgereicht hätte. Er ordnet eine bestimmte Fallgestaltung in das System strafrechtlicher Verantwortlichkeit ein und grenzt sie von verwandten Konstellationen ab. Seine Anwendung kann Tatbestand, Zurechnung, Rechtswidrigkeit oder Schuld und damit das Ergebnis der Strafbarkeitsprüfung beeinflussen. Maßgeblich sind die gesetzlichen Vorschriften und ihre Auslegung durch Rechtsprechung und Strafrechtswissenschaft.
Rechtliche Bedeutung
Nach der Bedingungstheorie ist jeder Beitrag ursächlich, weil der Erfolg entfiele, wenn man ihn bei gleichbleibenden übrigen Umständen hinwegdenkt. Zusätzlich bedarf es objektiver Zurechnung.
Voraussetzungen und Folgen
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Beispiel
Zwei Täter geben unabhängig voneinander jeweils eine für sich nicht tödliche Dosis Gift; erst beide Dosen zusammen bewirken den Tod.
Häufige Fragen
Warum ist Kumulative Kausalität strafrechtlich wichtig?
Der Begriff beeinflusst, ob ein Verhalten tatbestandsmäßig, zurechenbar, rechtswidrig oder schuldhaft ist und welche Form strafrechtlicher Verantwortlichkeit in Betracht kommt.
Ist die Bewertung immer eindeutig?
Nein. Sie hängt vom konkreten Tatbestand, vom festgestellten Sachverhalt und häufig von dogmatischen Abgrenzungen ab.
Verwandte Begriffe
Strafrecht, Vorsatz, Objektive Zurechnung, Unterlassen im Strafrecht
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.