Regelbeispiel

Regelbeispiel beschreibt einen gesetzlich benannten typischen Fall, bei dessen Vorliegen regelmäßig ein besonders schwerer oder minder schwerer Fall angenommen wird. Er ordnet eine bestimmte Fallgestaltung in das System strafrechtlicher Verantwortlichkeit ein und grenzt sie von verwandten Konstellationen ab. Seine Anwendung kann Tatbestand, Rechtsfolge oder Verfahren und damit das Ergebnis der strafrechtlichen Prüfung beeinflussen. Maßgeblich sind die gesetzlichen Vorschriften und ihre Auslegung durch Rechtsprechung und Strafrechtswissenschaft.

Rechtliche Bedeutung

Regelbeispiele sind grundsätzlich keine eigenständigen Tatbestände, sondern Strafzumessungsregeln. Ihre Indizwirkung kann durch besondere Umstände entkräftet werden; umgekehrt kann ein unbenannter vergleichbarer Fall genügen.

Voraussetzungen und Folgen

undefined

Beispiel

Ein Diebstahl erfüllt ein gesetzliches Regelbeispiel, weil der Täter zur Ausführung in einen umschlossenen Raum einbricht.

Häufige Fragen

Welche Bedeutung hat Regelbeispiel?

Der Begriff beeinflusst die rechtliche Einordnung einer Tat, den Schuldspruch, die Strafbarkeit eines Beteiligten oder die Durchführung des Strafverfahrens.

Kommt es auf den Einzelfall an?

Ja. Entscheidend sind der konkrete Sachverhalt, die anwendbare Vorschrift und die von Rechtsprechung und Literatur entwickelten Abgrenzungen.

Verwandte Begriffe

Strafrecht, Mittäterschaft, Beihilfe, Prozessrecht

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Beschützergarant

    Beschützergarant ist ein Garant, dem der Schutz eines bestimmten Rechtsguts oder einer bestimmten Person vor Gefahren anvertraut ist. Er ordnet eine bestimmte Fallgestaltung in das System strafrechtlicher Verantwortlichkeit ein und grenzt sie von verwandten Konstellationen ab. Seine Anwendung kann Tatbestand, Zurechnung, Rechtswidrigkeit oder Schuld und damit das Ergebnis der Strafbarkeitsprüfung beeinflussen. Maßgeblich sind die gesetzlichen…

  • Ingerenz

    Ingerenz bezeichnet die Begründung einer Garantenpflicht durch pflichtwidriges Vorverhalten, das eine nahe Gefahr für ein geschütztes Rechtsgut geschaffen hat. Er ordnet eine bestimmte Fallgestaltung in das System strafrechtlicher Verantwortlichkeit ein und grenzt sie von verwandten Konstellationen ab. Seine Anwendung kann Tatbestand, Zurechnung, Rechtswidrigkeit oder Schuld und damit das Ergebnis der Strafbarkeitsprüfung beeinflussen. Maßgeblich sind die…

  • Cybercrime

    Cybercrime bezeichnet Straftaten, die sich gegen IT-Systeme oder Daten richten oder mithilfe digitaler Technik begangen werden. Dazu zählen insbesondere Ausspähen und Abfangen von Daten, Computersabotage, Computerbetrug, Phishing, Ransomware und unbefugte Systemzugriffe. Je nach Tat gelten unterschiedliche Strafnormen, Versuchsstrafbarkeit und Qualifikationen. Ermittlungen betreffen häufig internationale Zuständigkeit, digitale Spuren, Beschlagnahme von Geräten und Datenschutz. Der Begriff selbst…

  • |

    Rechtswidrigkeit

    Rechtswidrigkeit: Rechtswidrigkeit bedeutet, dass eine tatbestandsmäßige Handlung im Widerspruch zur Rechtsordnung steht und nicht gerechtfertigt ist. Einordnung Der Begriff gehört zur Prüfung einer Straftat. Maßgeblich sind das StGB und die allgemeinen strafrechtlichen Grundsätze. Bedeutung Nach der Tatbestandsmäßigkeit werden insbesondere Rechtswidrigkeit und Schuld geprüft. Rechtfertigungs- oder Entschuldigungsgründe können die Bewertung verändern. Beispiel Wer einen Angreifer in…

  • |

    Straftatbestand

    Straftatbestand: Ein Straftatbestand beschreibt die gesetzlichen Merkmale eines Verhaltens, dessen Verwirklichung grundsätzlich mit Strafe bedroht ist. Einordnung Der Begriff gehört zum deutschen Strafrecht. Ausgangspunkt ist das Strafgesetzbuch; daneben bestehen zahlreiche strafrechtliche Nebengesetze. Prüfung Eine Straftat wird grundsätzlich anhand von Tatbestandsmäßigkeit, Rechtswidrigkeit und Schuld geprüft. Zum Tatbestand gehören objektive und subjektive Merkmale. Beispiel Wer eine fremde…

  • Konkurrenzen im Strafrecht

    Konkurrenzen im Strafrecht regeln, wie mehrere verwirklichte Strafvorschriften oder mehrere Taten im Schuldspruch und bei der Strafzumessung zueinander stehen. Er ordnet eine bestimmte Fallgestaltung in das System strafrechtlicher Verantwortlichkeit ein und grenzt sie von verwandten Konstellationen ab. Seine Anwendung kann Tatbestand, Rechtsfolge oder Verfahren und damit das Ergebnis der strafrechtlichen Prüfung beeinflussen. Maßgeblich sind die…