Verwendungsersatz im Eigentümer-Besitzer-Verhältnis
Verwendungsersatz im Eigentümer-Besitzer-Verhältnis betrifft Aufwendungen des unberechtigten Besitzers auf eine fremde Sache. §§ 994 bis 1003 BGB unterscheiden notwendige und nützliche Verwendungen sowie den redlichen, bösgläubigen oder verklagten Besitzer. Notwendige Verwendungen können weitergehend ersatzfähig sein; nützliche nur unter engeren Voraussetzungen. Der Besitzer kann ein Zurückbehaltungsrecht haben, muss Ansprüche aber rechtzeitig geltend machen und besondere Ausschlussregeln beachten.
Rechtliche Einordnung
Verwendungen sind willentliche Vermögensaufwendungen, die der Sache zugutekommen, ohne sie grundlegend in ihrem Wesen zu verändern.
Voraussetzungen und Rechtsfolgen
Voraussetzungen
Erforderlich sind eine Vindikationslage, eine ersatzfähige Verwendung und die jeweils verlangte Schutzwürdigkeit des Besitzers.
Rechtsfolgen
Der Eigentümer schuldet gegebenenfalls Ersatz; bis zur Befriedigung kann dem Besitzer ein gesetzliches Zurückbehaltungsrecht zustehen.
Beispiel
Ein redlicher Besitzer lässt das undichte Dach eines fremden Hauses reparieren und verlangt Ersatz der notwendigen Kosten.
Häufige Fragen
Sind gewöhnliche Erhaltungskosten ersatzfähig?
Das hängt insbesondere von gezogenen Nutzungen und der konkreten Anspruchsgrundlage ab.
Was sind nützliche Verwendungen?
Aufwendungen, die den objektiven Wert der Sache erhöhen, ohne notwendig zu sein.
Kann der Besitzer die Sache behalten?
Unter den Voraussetzungen des § 1000 BGB kann ein Zurückbehaltungsrecht bestehen.
Weiterführende Hinweise
Zusammenhänge erläutern die Wörterbuchartikel Eigentum, Besitz, Übereignung. Vertiefend helfen die nicht werblichen Informationsangebote zivilrecht-faq.de sowie der Gesetzestext des Bürgerlichen Gesetzbuchs.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.