Widerstandsrecht

Widerstandsrecht ist das Recht, sich gegen eine rechtswidrige oder verfassungsfeindliche Herrschaft zu wehren. Art. 20 Abs. 4 GG schützt Widerstand gegen jeden, der die verfassungsmäßige Ordnung beseitigen will, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Grundgedanke

Der Begriff gehört zur Rechtsphilosophie und verbindet Fragen nach Gerechtigkeit, Legitimität und Geltung des Rechts.

Rechtliche Bedeutung

Er dient als Maßstab für Begründung, Bewertung oder Begrenzung rechtlicher und staatlicher Ordnung.

Beispiel

Seine Bedeutung zeigt sich, wenn formell geltendes Recht auf grundlegende Freiheits-, Gleichheits- oder Gerechtigkeitsanforderungen trifft.

Häufige Fragen

Ist der Begriff unmittelbar geltendes Recht?

Das hängt vom Zusammenhang ab. Manche Grundsätze sind ausdrücklich positivrechtlich verankert, andere dienen vor allem der rechtsphilosophischen Analyse.

Welche praktische Bedeutung hat er?

Er prägt Gesetzgebung, Auslegung und die Beurteilung staatlicher Entscheidungen.

Verwandte Begriffe

Recht und Moral, Rechtspositivismus, Naturrecht, Rechtssicherheit

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Allgemeines Preußisches Landrecht

    Allgemeines Preußisches Landrecht ist die 1794 in Kraft getretene umfassende Kodifikation für die preußischen Staaten, die Privat-, Staats-, Verwaltungs- und Strafrecht regelte. Seine historische Bedeutung erschließt sich aus dem Zusammenhang mit politischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklungen. Historischer Kontext Der Begriff gehört zur Rechtsgeschichte und steht in Beziehung zu Römischem Recht, Gemeinem Recht und modernen Kodifikationen….

  • |

    Corpus Iuris Civilis

    Corpus Iuris Civilis ist die unter Kaiser Justinian im 6. Jahrhundert zusammengestellte Sammlung des römischen Rechts und wichtigste Grundlage seiner späteren europäischen Rezeption. Seine historische Bedeutung erschließt sich aus dem Zusammenhang mit politischen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Entwicklungen. Historischer Kontext Der Begriff gehört zur Rechtsgeschichte und steht in Beziehung zu Römischem Recht, Gemeinem Recht und modernen…

  • Analogie

    Eine Analogie ist die Übertragung der Rechtsfolge einer gesetzlichen Regelung auf einen vom Wortlaut nicht erfassten, aber vergleichbaren Sachverhalt. Sie setzt grundsätzlich eine planwidrige Regelungslücke und eine vergleichbare Interessenlage voraus. Die Analogie dient der methodisch gebundenen Rechtsfortbildung. Sie ist von einer bloß weiten Auslegung zu unterscheiden. Voraussetzungen Das Gesetz muss eine Lücke enthalten, die dem…

  • Gesetz

    Ein Gesetz ist eine staatlich gesetzte, verbindliche Rechtsregel. Im formellen Sinn ist es ein Beschluss des zuständigen Parlaments im verfassungsrechtlich vorgesehenen Gesetzgebungsverfahren. Im materiellen Sinn bezeichnet der Begriff jede abstrakt-generelle Rechtsnorm mit Außenwirkung, unabhängig davon, ob sie vom Parlament, von der Exekutive oder einer Selbstverwaltungskörperschaft erlassen wurde. Formelles und materielles Gesetz Ein Parlamentsgesetz ist Gesetz…

  • Überpositives Recht

    Überpositives Recht bezeichnet rechtliche oder gerechtigkeitsbezogene Maßstäbe, die nicht allein auf staatlicher Setzung beruhen und dem positiven Recht übergeordnet sein sollen. Als Grundlagen werden etwa Vernunft, Naturrecht, Menschenwürde oder elementare Gerechtigkeitsprinzipien genannt. Der Begriff wird besonders bedeutsam, wenn extrem ungerechte staatliche Normen beurteilt werden sollen. Grundgedanke Überpositives Recht dient als kritischer Maßstab für gesetztes Recht….

  • Rechtsvertrauen

    Rechtsvertrauen bezeichnet die Erwartung, dass rechtliche Regeln verlässlich gelten, staatliche Stellen sie nachvollziehbar anwenden und Gerichte wirksamen Schutz gewähren. Es umfasst Vertrauen in Beständigkeit, Berechenbarkeit und Fairness der Rechtsordnung. Rechtsvertrauen entsteht nicht allein durch Gesetzestexte, sondern durch persönliche Erfahrungen mit Verwaltung, Justiz und Rechtsdurchsetzung. Es ist eine wichtige Voraussetzung freiwilliger Normbefolgung, gesellschaftlicher Kooperation und der…