|

Ausbildungsunterhalt

Ausbildungsunterhalt ist der Anspruch eines Kindes auf Finanzierung einer angemessenen, seiner Begabung, Neigung und Leistungsfähigkeit entsprechenden Berufsausbildung durch die Eltern. Er umfasst neben dem allgemeinen Lebensbedarf insbesondere ausbildungsbedingte Kosten. Das Kind muss die Ausbildung grundsätzlich zielstrebig und in angemessener Zeit betreiben; die Eltern schulden regelmäßig nur eine einheitliche Erstausbildung. Ausbildungsgänge können jedoch zusammengehören, wenn zwischen ihnen ein enger sachlicher und zeitlicher Zusammenhang besteht.

Rechtliche Bedeutung

Der Anspruch folgt aus dem Verwandtenunterhalt. Interessen des Kindes und wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Eltern sind miteinander abzuwägen.

Voraussetzungen und Folgen

Eigene Einkünfte, Ausbildungsvergütung und staatliche Leistungen werden grundsätzlich bedarfsdeckend berücksichtigt. Verzögerungen müssen nachvollziehbar erklärt werden.

Beispiel

Nach dem Abitur beginnt ein Kind zeitnah ein fachlich passendes Studium. Die Eltern können im Rahmen ihrer Leistungsfähigkeit zu Ausbildungsunterhalt verpflichtet sein.

Häufige Fragen

Wird ein Zweitstudium finanziert?

Regelmäßig nicht, sofern keine besondere sachliche Verbindung oder andere Ausnahme besteht.

Wird Ausbildungsvergütung angerechnet?

Ja, nach Abzug berufsbedingter Aufwendungen grundsätzlich bedarfsdeckend.

Muss die Ausbildung zügig erfolgen?

Ja. Das Kind trifft eine Ausbildungsobliegenheit.

Weiterführende Hinweise

Verwandte Begriffe sind Selbstbehalt, Elternzeit, Religionsmündigkeit, Internationales Familienrecht.

Vertiefend: § 1610 BGB.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Anfangsvermögen

    Das Anfangsvermögen ist im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft das Vermögen, das einem Ehegatten nach Abzug seiner Verbindlichkeiten bei Eintritt des Güterstands gehört. Es bildet zusammen mit dem Endvermögen die Grundlage für die Berechnung des Zugewinns. Bestimmte Erwerbe während der Ehe, insbesondere Erbschaften und Schenkungen, werden dem Anfangsvermögen nach gesetzlichen Regeln hinzugerechnet. Der Wert wird grundsätzlich…

  • |

    Gewaltschutzanordnung

    Eine Gewaltschutzanordnung ist eine gerichtliche Schutzentscheidung nach § 1 des Gewaltschutzgesetzes, die dem Täter bestimmte Handlungen untersagt, um weitere Verletzungen oder gesetzlich erfasste Beeinträchtigungen des Opfers zu verhindern. Sie ergeht auf Antrag des verletzten oder bedrohten Betroffenen. Inhalt und Umfang müssen dem erforderlichen Schutz entsprechen. Möglich sind insbesondere Kontakt-, Betretungs- und Aufenthaltsverbote. Die Anordnung soll…

  • Mietrecht

    Mietrecht ist der Teil des Zivilrechts, der die entgeltliche Überlassung einer Sache zum Gebrauch regelt. Im Mittelpunkt steht der Mietvertrag: Der Vermieter gewährt dem Mieter den Gebrauch der Mietsache, während der Mieter die vereinbarte Miete entrichtet. Besondere Schutzvorschriften gelten für Wohnraum, etwa bei Mieterhöhungen, Kündigungen und der Erhaltung der Wohnung. Gesetzliche Grundlagen enthalten vor allem…

  • |

    Umgangsrecht des biologischen Vaters

    Das Umgangsrecht des biologischen Vaters ermöglicht dem leiblichen, aber nicht rechtlichen Vater Kontakt zum Kind, wenn er ernsthaftes Interesse gezeigt hat und der Umgang dem Kindeswohl dient. Die Regelung in § 1686a BGB betrifft insbesondere Fälle, in denen ein anderer Mann rechtlicher Vater ist. Das Recht setzt nicht voraus, dass bereits eine sozial-familiäre Beziehung besteht….

  • |

    Schuldübernahme

    Die Schuldübernahme ist ein Vertrag, durch den ein neuer Schuldner an die Stelle des bisherigen Schuldners tritt. Sie kann nach § 414 BGB unmittelbar zwischen Gläubiger und Übernehmer oder nach § 415 BGB zwischen bisherigem Schuldner und Übernehmer mit Genehmigung des Gläubigers vereinbart werden. Der Inhalt der Forderung bleibt grundsätzlich bestehen. Sicherungsrechte können jedoch erlöschen,…

  • |

    Kunstfehler

    Kunstfehler ist eine traditionelle, heute rechtlich weniger präzise Bezeichnung für einen ärztlichen Behandlungsfehler. Gemeint ist eine medizinische Maßnahme, die gegen die anerkannten Regeln der ärztlichen Kunst beziehungsweise den geschuldeten fachlichen Standard verstößt. Der Begriff sagt noch nichts über Schwere, Verschulden, Schaden oder Kausalität aus. In Gesetz, Rechtsprechung und Fachsprache wird deshalb überwiegend der Begriff Behandlungsfehler…