Prozessrecht

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    Tatprovokation

    Tatprovokation ist die staatlich veranlasste oder gelenkte Einwirkung auf eine Person, damit sie eine Straftat begeht, zu der sie ohne diese Einflussnahme möglicherweise nicht bereit gewesen wäre. Zulässige verdeckte Ermittlungen dürfen vorhandene Tatbereitschaft aufklären, aber keine Straftat in rechtsstaatswidriger Weise hervorrufen. Maßgeblich sind Intensität, Dauer, Druck, Zielperson und bereits bestehender Verdacht. Eine unzulässige Provokation kann…

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    Offenkundige Tatsache

    Eine offenkundige Tatsache ist ein Umstand, der keines förmlichen Beweises bedarf, weil er entweder allgemein bekannt oder dem Gericht aus seiner amtlichen Tätigkeit zuverlässig bekannt ist. Allgemeinkundig sind Tatsachen, über die sich verständige Menschen aus allgemein zugänglichen, verlässlichen Quellen ohne besondere Fachkunde informieren können. Im Strafprozess darf Offenkundigkeit nicht vorschnell angenommen werden. Wird der Umstand…

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    Gegenerklärung im Revisionsverfahren

    Die Gegenerklärung im Revisionsverfahren ist die Stellungnahme des Gerichts oder der Staatsanwaltschaft zu den vom Revisionsführer erhobenen Verfahrensrügen. Nach Eingang der Revisionsbegründung kann insbesondere das Ausgangsgericht tatsächliche Vorgänge aus der Hauptverhandlung erläutern, die für die Beurteilung einer Rüge bedeutsam sind. Die Erklärung darf das Sitzungsprotokoll nicht beliebig ersetzen oder neue Urteilsgründe schaffen. Sie wird dem…

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    Plädoyer

    Plädoyer ist der Schlussvortrag eines Verfahrensbeteiligten nach Abschluss der Beweisaufnahme in der strafrechtlichen Hauptverhandlung. Zunächst trägt die Staatsanwaltschaft ihre rechtliche und tatsächliche Würdigung samt Antrag vor, anschließend erhalten Nebenkläger, Privatkläger, Verteidiger und Angeklagter das Wort. Das Plädoyer bewertet das Beweisergebnis, behandelt Schuld- und Rechtsfolgenfragen und formuliert einen Entscheidungsvorschlag. Es ist kein Beweismittel und bindet das…

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    Beweisermittlungsantrag

    Ein Beweisermittlungsantrag ist ein Antrag im Strafverfahren, der eine weitere Aufklärung anstößt, aber nicht alle förmlichen Anforderungen eines Beweisantrags erfüllt. Häufig fehlt eine bestimmte Beweistatsache, ein klar bezeichnetes Beweismittel oder die Behauptung, das Beweismittel werde das behauptete Ergebnis erbringen. Das Gericht entscheidet darüber nach seiner Pflicht zur Amtsaufklärung. Es darf den Antrag nicht schematisch wie…

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    Beschlussverwerfung der Revision

    Die Beschlussverwerfung der Revision ist die Entscheidung des Revisionsgerichts, ein strafprozessuales Rechtsmittel ohne mündliche Hauptverhandlung durch Beschluss zurückzuweisen. Eine unzulässige Revision kann nach § 349 Absatz 1 StPO verworfen werden. Hält das Revisionsgericht eine zulässige Revision auf begründeten Antrag der Staatsanwaltschaft einstimmig für offensichtlich unbegründet, ist eine Verwerfung nach Absatz 2 möglich. Vor dieser Sachentscheidung…

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    Observation

    Observation ist die planmäßige, meist verdeckte Beobachtung einer Person, eines Ortes oder eines Objekts durch Strafverfolgungsbehörden. Kurzfristige Beobachtungen können auf allgemeinen Ermittlungsbefugnissen beruhen; eine längerfristige Observation unterliegt den besonderen Voraussetzungen der Strafprozessordnung. Sie setzt insbesondere einen hinreichenden Straftatverdacht, Erforderlichkeit und Verhältnismäßigkeit voraus. Technische Mittel wie Ortungsgeräte können ergänzend eingesetzt werden, benötigen aber eine eigene Rechtsgrundlage….

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    Urteilsverkündung im Strafprozess

    Urteilsverkündung im Strafprozess ist die öffentliche Bekanntgabe der gerichtlichen Entscheidung nach Beratung des Gerichts. Sie erfolgt durch Verlesung der Urteilsformel und Eröffnung der wesentlichen Urteilsgründe. Zwischen Schluss der Verhandlung und Verkündung gelten gesetzliche zeitliche Grenzen; bei längerer Unterbrechung ist die Verhandlung fortzusetzen. Der Angeklagte muss grundsätzlich anwesend sein, soweit das Gesetz keine Ausnahme zulässt. Mit…

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    Beweisanregung

    Eine Beweisanregung ist der formlose Hinweis eines Verfahrensbeteiligten an das Strafgericht, eine bestimmte Beweiserhebung zu erwägen. Anders als ein förmlicher Beweisantrag enthält sie nicht notwendig eine bestimmte Tatsachenbehauptung und ein konkret bezeichnetes Beweismittel oder beansprucht keine Entscheidung nach den besonderen Ablehnungsregeln. Das Gericht muss die Anregung im Rahmen seiner Amtsaufklärung berücksichtigen. Ob es ihr folgt,…

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    Bindungswirkung der Revisionsentscheidung

    Die Bindungswirkung der Revisionsentscheidung verpflichtet das Gericht, an das eine Strafsache nach Aufhebung des Urteils zurückverwiesen wird, die rechtliche Beurteilung des Revisionsgerichts seiner neuen Entscheidung zugrunde zu legen. Sie erfasst die tragenden rechtlichen Erwägungen, auf denen die Aufhebung beruht, nicht jedoch Tatsachen, die in der neuen Hauptverhandlung anders festgestellt werden dürfen. Die Bindung sichert Einheitlichkeit…