Familienrecht

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    Begleiteter Umgang

    Begleiteter Umgang ist der persönliche Kontakt eines Kindes mit einem Umgangsberechtigten in Anwesenheit eines mitwirkungsbereiten Dritten. Das Familiengericht kann diese Schutzmaßnahme anordnen, wenn unbegleitete Kontakte das Kindeswohl gefährden könnten, ein vollständiger Ausschluss aber nicht erforderlich oder nicht verhältnismäßig wäre. Als Begleiter kommen Fachkräfte, Träger der Jugendhilfe oder geeignete Einzelpersonen in Betracht. Ziel sind sichere Begegnungen…

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    Betreuungsmodell

    Ein Betreuungsmodell beschreibt, wie getrennt lebende Eltern die alltägliche Betreuung, Aufenthaltszeiten und Verantwortung für ihr Kind organisieren. Übliche Gestaltungen sind Residenzmodell, Wechselmodell, Paritätsmodell und Nestmodell. Das Betreuungsmodell ist kein eigener gesetzlicher Status, sondern das Ergebnis elterlicher Vereinbarung oder einer familiengerichtlichen Umgangsregelung. Auswahl und Ausgestaltung richten sich nach dem Kindeswohl, insbesondere Bindungen, Kindeswille, Kontinuität, Entfernung der…

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    Kommunikationspflicht der Eltern

    Die Kommunikationspflicht der Eltern beschreibt die notwendige gegenseitige Information und Abstimmung über kindbezogene Angelegenheiten nach einer Trennung. Eine allgemeine Pflicht zu persönlichem Kontakt oder harmonischer Zusammenarbeit besteht nicht. Aus gemeinsamer Sorge, Wohlverhaltenspflicht und gesetzlichen Auskunftsrechten folgen jedoch konkrete Informations- und Abstimmungspflichten, besonders bei erheblichen Entscheidungen, Notfällen und der Durchführung des Umgangs. Form, Häufigkeit und Inhalt…

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    Umgangstitel

    Umgangstitel ist eine vollstreckbare gerichtliche Entscheidung oder ein gerichtlich gebilligter Vergleich, der die Durchführung des Umgangs verbindlich regelt. Damit ein Titel durchgesetzt werden kann, muss er Art, Zeit, Dauer und häufig auch Übergabemodalitäten hinreichend bestimmt festlegen. Bloße Absichtserklärungen oder unklare Absprachen genügen regelmäßig nicht. Der Titel bindet die Beteiligten, bleibt aber bei veränderten Umständen abänderbar…

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    Schulwahl

    Schulwahl ist die Entscheidung darüber, welche Schule oder Schulform ein minderjähriges Kind besucht. Bei gemeinsam sorgeberechtigten Eltern ist sie regelmäßig von erheblicher Bedeutung und deshalb gemeinsam zu treffen. Zu berücksichtigen sind Eignung, Förderbedarf, Schulweg, soziale Bindungen, pädagogisches Konzept, Betreuungsmöglichkeiten und Kindeswille. Können sich die Eltern nicht einigen, kann das Familiengericht die Entscheidungsbefugnis für die konkrete…

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    Vollstreckung von Umgangsentscheidungen

    Vollstreckung von Umgangsentscheidungen bezeichnet die familiengerichtliche Durchsetzung eines hinreichend bestimmten Umgangstitels, wenn ein Beteiligter seinen Pflichten schuldhaft nicht nachkommt. Nach dem FamFG kommen vor allem Ordnungsgeld und ersatzweise Ordnungshaft in Betracht. Die Vollstreckung dient nicht der Bestrafung, sondern der Befolgung der Regelung. Gegen das Kind selbst wird kein Zwang angewandt. Vor Maßnahmen prüft das Gericht…

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    Religionsbestimmung

    Religionsbestimmung ist die Entscheidung über die religiöse Erziehung und Zugehörigkeit eines minderjährigen Kindes. Sie richtet sich nach dem Gesetz über die religiöse Kindererziehung und ist Teil der Personensorge. Sorgeberechtigte Eltern sollen sich einigen; ein Religionswechsel oder die Abmeldung vom Religionsunterricht kann nicht stets einseitig erfolgen. Mit zunehmendem Alter erhält das Kind eigene Beteiligungs- und Entscheidungsrechte….

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    Ordnungsgeld im Umgangsrecht

    Ordnungsgeld im Umgangsrecht ist ein familiengerichtliches Ordnungsmittel zur Durchsetzung eines vollstreckbaren Umgangstitels. Es kann gegen einen Beteiligten festgesetzt werden, der einer konkreten Verpflichtung schuldhaft zuwiderhandelt. Höhe und Auswahl müssen verhältnismäßig sein; bei fehlendem Verschulden unterbleibt die Festsetzung. Das Ordnungsgeld soll künftige Befolgung sichern und wahrt zugleich das Kindeswohl. Wird es nicht beigetrieben, kann unter gesetzlichen…

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    Ausbildungswahl des Kindes

    Ausbildungswahl des Kindes ist die Entscheidung über schulische, berufliche oder sonstige Ausbildung eines Minderjährigen unter Berücksichtigung seiner Fähigkeiten, Neigungen und zunehmenden Selbstständigkeit. Sie gehört zur Personensorge, darf aber nicht allein nach Vorstellungen der Eltern getroffen werden. Nach § 1631a BGB sind Eignung und Neigung besonders zu berücksichtigen; im Zweifel soll fachkundiger Rat eingeholt werden. Mit…

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    Sorgevereinbarung

    Sorgevereinbarung ist eine Absprache von Eltern darüber, wie sie die elterliche Sorge nach Trennung oder Scheidung praktisch ausüben. Sie kann Zuständigkeiten, Informationswege und Verfahren für Entscheidungen zu Schule, Gesundheit, Aufenthalt, Vermögen oder Religion festlegen. Eine private Vereinbarung überträgt die gesetzliche Sorge jedoch nicht automatisch und bindet das Familiengericht nicht uneingeschränkt. Maßgeblich bleiben zwingendes Recht, gemeinsame…