Versäumnisurteil
Ein Versäumnisurteil ist eine gerichtliche Entscheidung, die im Zivilprozess wegen Säumnis einer Partei ergehen kann. Erscheint der Beklagte nicht oder verteidigt er sich nicht rechtzeitig, prüft das Gericht das schlüssige Vorbringen des Klägers nur eingeschränkt; bei Säumnis des Klägers wird die Klage grundsätzlich abgewiesen. Gegen das Urteil ist regelmäßig Einspruch möglich. Das Verfahren soll beschleunigt werden, ohne die säumige Partei endgültig rechtsschutzlos zu stellen.
Funktion
Der Begriff gehört zum Prozessrecht und beeinflusst Zugang, Ablauf, Kosten oder Überprüfung gerichtlichen Rechtsschutzes.
Voraussetzungen und Rechtsfolgen
Die Einzelheiten richten sich nach Gerichtsbarkeit, Verfahrensart und der jeweils anwendbaren Prozessordnung. Gesetzliche Formen und Fristen sind sorgfältig zu unterscheiden.
Beispiel
Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, prüft das zuständige Gericht anhand des konkreten Verfahrens und der eingereichten Erklärungen.
Häufige Fragen
Gelten in allen Gerichtsbarkeiten dieselben Regeln?
Nein. ZPO, VwGO, StPO und weitere Verfahrensordnungen können unterschiedliche Regelungen enthalten.
Welche Bedeutung haben Fristen?
Prozessuale Fristen können für Zulässigkeit, Rechtskraft und die Wahrung von Rechtsschutz entscheidend sein.
Verwandte Begriffe
Rechtsmittel, Prozessvoraussetzungen, Wiedereinsetzung in den vorigen Stand
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.