Bewährungsweisung

Eine Bewährungsweisung ist eine gerichtliche Anordnung, die dem Verurteilten während der Bewährungszeit ein bestimmtes Verhalten vorgibt. Weisungen sollen helfen, ein straffreies Leben zu führen und Risiken weiterer Straftaten zu vermindern. Möglich sind etwa Meldepflichten, Kontaktverbote, Therapieanweisungen oder Vorgaben zu Aufenthalt und Ausbildung. Die Weisung darf keine unzumutbaren Anforderungen stellen und muss hinreichend bestimmt sowie verhältnismäßig sein.

Rechtliche Einordnung

Im Erwachsenenstrafrecht regelt § 56c StGB Weisungen; im Jugendstrafrecht gelten ergänzende und besondere Vorschriften des JGG.

Voraussetzungen und Folgen

Verstöße führen nicht automatisch zum Widerruf. Das Gericht würdigt Schwere, Häufigkeit, Verschulden und die weitere Prognose.

Beispiel

Ein wegen Körperverletzung Verurteilter erhält die Weisung, an einem Anti-Gewalt-Training teilzunehmen und den Kontakt zum Opfer zu unterlassen.

Häufige Fragen

Wo ist Bewährungsweisung geregelt?

Maßgeblich sind die jeweils genannten Vorschriften des Strafgesetzbuchs, des Jugendgerichtsgesetzes oder des Bundeszentralregistergesetzes sowie die dazu entwickelten Grundsätze der Rechtsprechung.

Ist stets eine Einzelfallprüfung erforderlich?

Ja. Voraussetzungen und Rechtsfolgen hängen regelmäßig von Tat, Person, Verfahrenslage und den gesetzlichen Besonderheiten des Einzelfalls ab.

Verwandte Begriffe

Strafrecht, Jugendstrafrecht, Strafe, Strafzumessung

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Absolute Revisionsgründe

    Absolute Revisionsgründe sind besonders schwerwiegende Verfahrensfehler, bei denen das Gesetz unwiderlegbar vermutet, dass das Strafurteil auf dem Fehler beruht. § 338 StPO zählt sie abschließend auf. Dazu gehören unter anderem eine vorschriftswidrige Gerichtsbesetzung, die Mitwirkung eines ausgeschlossenen Richters, unzulässige Beschränkungen der Öffentlichkeit und das Fehlen der Urteilsgründe innerhalb der gesetzlichen Frist. Der Revisionsführer muss den…

  • Aussagedelikte

    Aussagedelikte sind Straftaten, die die Wahrheit und Zuverlässigkeit von Aussagen in gerichtlichen oder anderen gesetzlich bestimmten Verfahren schützen. Der Begriff gehört zum Strafrecht und dient dem Schutz bestimmter individueller oder allgemeiner Rechtsgüter. Für eine Strafbarkeit müssen die gesetzlichen objektiven und subjektiven Voraussetzungen sowie grundsätzlich Rechtswidrigkeit und Schuld vorliegen. Maßgeblich sind die einschlägigen Strafgesetze und ihre…

  • |

    Bamberger Halsgerichtsordnung

    Die Bamberger Halsgerichtsordnung von 1507 war eine frühneuzeitliche Straf- und Strafprozessordnung für das Hochstift Bamberg. Sie wurde maßgeblich von Johann Freiherr von Schwarzenberg gestaltet und deshalb auch Bambergensis genannt. Das Werk ordnete Straftatbestände, Beweisregeln, Verfahren und Strafen in vergleichsweise systematischer Form. Es verband gelehrtes römisch-kanonisches Recht mit deutscher Rechtspraxis und wurde zum wichtigsten Vorbild der…

  • Tötungsdelikte

    Tötungsdelikte sind Straftaten, deren Tatbestand die vorsätzliche oder fahrlässige Verursachung des Todes eines Menschen erfasst. Der Begriff gehört zum Strafrecht und dient dem Schutz bestimmter individueller oder allgemeiner Rechtsgüter. Für eine Strafbarkeit müssen die gesetzlichen objektiven und subjektiven Voraussetzungen sowie grundsätzlich Rechtswidrigkeit und Schuld vorliegen. Maßgeblich sind die einschlägigen Strafgesetze und ihre Auslegung durch die…

  • |

    Volksgerichtshof

    Der Volksgerichtshof war ein 1934 geschaffenes Sondergericht des nationalsozialistischen Staates für Hoch- und Landesverrat sowie später zahlreiche politische Straftaten. Er war kein rechtsstaatlich unabhängiges Gericht, sondern ein Instrument politischer Verfolgung. Seine Senate waren mit Berufsrichtern und politisch ausgewählten Beisitzern besetzt; Verteidigungsrechte wurden massiv beschränkt. Besonders unter Präsident Roland Freisler waren Verfahren von Demütigung, vorweggenommener Schuldzuweisung…

  • Sukzessive Mittäterschaft

    Sukzessive Mittäterschaft bezeichnet den nachträglichen Beitritt eines Beteiligten zu einer bereits begonnenen, aber noch nicht beendeten gemeinschaftlichen Tat. Er ordnet eine bestimmte Fallgestaltung in das System strafrechtlicher Verantwortlichkeit ein und grenzt sie von verwandten Konstellationen ab. Seine Anwendung kann Tatbestand, Rechtsfolge oder Verfahren und damit das Ergebnis der strafrechtlichen Prüfung beeinflussen. Maßgeblich sind die gesetzlichen…