Nötigung

Nötigung ist das rechtswidrige Erzwingen eines Verhaltens durch Gewalt oder Drohung mit einem empfindlichen Übel. Der Täter muss einen anderen dadurch zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung veranlassen und vorsätzlich handeln. Nach § 240 StGB ist die Tat nur rechtswidrig, wenn die Anwendung des Mittels zum angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist. Auch der Versuch ist strafbar; besonders schwere Fälle können einen erhöhten Strafrahmen auslösen.

Nötigungsmittel

Gewalt setzt eine körperlich wirkende Zwangseinwirkung voraus. Eine Drohung stellt ein zukünftiges Übel in Aussicht, auf dessen Eintritt der Täter Einfluss zu haben vorgibt. Empfindlich ist das Übel, wenn seine Ankündigung geeignet ist, einen besonnenen Menschen zum verlangten Verhalten zu bewegen.

Verwerflichkeit

Für die Rechtswidrigkeit werden Mittel, Zweck und ihre Verbindung umfassend bewertet. Ein für sich erlaubtes Mittel kann durch einen verwerflichen Zweck oder eine besonders missbilligenswerte Verknüpfung strafbar werden.

Beispiel

Ein Täter droht mit der Veröffentlichung privater Informationen, falls das Opfer ihm kein Geld zahlt. Darin kann eine Nötigung und je nach Zielsetzung eine Erpressung liegen.

Häufige Fragen

Ist jede Drohung eine Nötigung?

Nein. Das angekündigte Übel muss empfindlich sein und die Mittel-Zweck-Verknüpfung verwerflich.

Ist Drängeln im Straßenverkehr Nötigung?

Je nach Intensität, Dauer und Gefährlichkeit kann aggressives Auffahren oder Blockieren den Tatbestand erfüllen.

Verwandte Begriffe

Gewalt, Drohung, Verwerflichkeit, Erpressung, Vorsatz.

Weitere Informationen bietet strafrecht-faq.de.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • | |

    Völkermord

    Völkermord ist eine internationale Straftat, bei der bestimmte Handlungen in der Absicht begangen werden, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören. Zu den erfassten Handlungen gehören insbesondere Tötung, schwere körperliche oder seelische Schädigung, zerstörerische Lebensbedingungen, Geburtenverhinderung und gewaltsame Überführung von Kindern. Entscheidend ist die besondere Zerstörungsabsicht. Völkermord kann…

  • Geldstrafe

    Die Geldstrafe ist eine strafrechtliche Sanktion, deren Höhe in Tagessätzen bestimmt wird. Die Zahl der Tagessätze richtet sich nach der Schuld, die Höhe eines Tagessatzes grundsätzlich nach den wirtschaftlichen Verhältnissen des Täters. Tagessatzsystem Nach § 40 StGB wird die Geldstrafe grundsätzlich in fünf bis dreihundertsechzig Tagessätzen verhängt. Bei Gesamtstrafen können andere Höchstgrenzen gelten. Höhe des…

  • |

    Vorsatz

    Vorsatz: Vorsatz bedeutet Wissen und Wollen der Verwirklichung der Merkmale eines Straftatbestands. Einordnung Der Begriff gehört zur Prüfung von Straftatbeständen. Maßgeblich sind das StGB und die hierzu entwickelten allgemeinen strafrechtlichen Grundsätze. Bedeutung Für eine Strafbarkeit müssen die gesetzlichen Voraussetzungen im konkreten Fall erfüllt sein. Enge Bezüge bestehen zu Objektivem Tatbestand, Subjektivem Tatbestand, Vorsatz, Fahrlässigkeit und…

  • |

    Fahrlässigkeit

    Fahrlässigkeit: Fahrlässigkeit liegt vor, wenn der Täter die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt und dadurch einen vorhersehbaren sowie vermeidbaren Tatbestand verwirklicht. Einordnung Der Begriff gehört zur Prüfung von Straftatbeständen. Maßgeblich sind das StGB und die hierzu entwickelten allgemeinen strafrechtlichen Grundsätze. Bedeutung Für eine Strafbarkeit müssen die gesetzlichen Voraussetzungen im konkreten Fall erfüllt sein….

  • |

    Steuerhinterziehung

    Steuerhinterziehung ist eine Steuerstraftat, bei der jemand den Finanzbehörden vorsätzlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, sie pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis lässt oder pflichtwidrig Steuerzeichen nicht verwendet und dadurch Steuern verkürzt oder ungerechtfertigte Steuervorteile erlangt. Der Grundtatbestand steht in § 370 der Abgabenordnung. Voraussetzungen Erforderlich sind eine tatbestandsmäßige Handlung oder Unterlassung, eine Steuerverkürzung…

  • |

    Subjektiver Tatbestand

    Subjektiver Tatbestand: Der subjektive Tatbestand umfasst die inneren Merkmale einer Straftat, insbesondere Vorsatz und gegebenenfalls besondere Absichten. Einordnung Der Begriff gehört zur Prüfung von Straftatbeständen. Maßgeblich sind das StGB und die hierzu entwickelten allgemeinen strafrechtlichen Grundsätze. Bedeutung Für eine Strafbarkeit müssen die gesetzlichen Voraussetzungen im konkreten Fall erfüllt sein. Enge Bezüge bestehen zu Objektivem Tatbestand,…