| |

Kriegsverbrechen

Kriegsverbrechen sind schwere Verletzungen des humanitären Völkerrechts, für die natürliche Personen strafrechtlich verantwortlich sind. Sie können in internationalen und nichtinternationalen bewaffneten Konflikten begangen werden. Dazu zählen unter anderem vorsätzliche Angriffe auf Zivilpersonen, Folter, Geiselnahme, bestimmte rechtswidrige Vertreibungen und der Missbrauch geschützter Zeichen. Erforderlich ist ein hinreichender Zusammenhang mit dem bewaffneten Konflikt. Verantwortlichkeit kann unmittelbare Täter, Anordnende und unter Voraussetzungen militärische oder zivile Vorgesetzte treffen.

Tatbestände

Die Genfer Konventionen, Gewohnheitsrecht und das Römische Statut erfassen verschiedene schwere Verstöße. Nicht jede Verletzung des humanitären Rechts ist automatisch ein Kriegsverbrechen.

Verfolgung

Nationale Gerichte tragen die Hauptverantwortung. Unter Voraussetzungen kann der Internationale Strafgerichtshof tätig werden. Für bestimmte Taten bestehen weitreichende internationale Verfolgungszuständigkeiten.

Beispiel

Ein militärischer Befehlshaber ordnet wissentlich einen Angriff auf Zivilpersonen an, die nicht unmittelbar an Feindseligkeiten teilnehmen. Darin kann ein Kriegsverbrechen liegen.

Häufige Fragen

Können nur Soldaten Kriegsverbrechen begehen?

Nein. Auch Zivilpersonen können Täter sein, wenn der erforderliche Konfliktzusammenhang besteht.

Ist jeder zivile Tod ein Kriegsverbrechen?

Nein. Entscheidend sind Zielauswahl, Vorsatz, Verhältnismäßigkeit, Vorsorgemaßnahmen und die konkreten Umstände.

Verwandte Begriffe

Völkerstrafrecht, Humanitäres Völkerrecht, Zivilperson, Kombattant, Vorgesetztenverantwortlichkeit.

Weitere strafrechtliche Erläuterungen bietet strafrecht-faq.de.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Kommunale Selbstverwaltung

    Die kommunale Selbstverwaltung ist das verfassungsrechtlich gewährleistete Recht der Gemeinden, alle Angelegenheiten der örtlichen Gemeinschaft im Rahmen der Gesetze eigenverantwortlich zu regeln. Sie ist in Artikel 28 Absatz 2 des Grundgesetzes und zusätzlich in den Landesverfassungen geschützt. Die Garantie umfasst einen eigenen Aufgabenbereich und organisatorische, personelle, finanzielle, planerische und rechtsetzende Befugnisse. Gesetzliche Eingriffe sind möglich,…

  • |

    UN-Generalversammlung

    Die UN-Generalversammlung ist das zentrale Plenarorgan der Vereinten Nationen, in dem alle Mitgliedstaaten mit jeweils einer Stimme vertreten sind. Sie berät über nahezu alle Fragen im Zuständigkeitsbereich der UN-Charta, verabschiedet Resolutionen, beschließt den Haushalt und wirkt bei Wahlen sowie Ernennungen mit. Ihre Beschlüsse sind gegenüber Mitgliedstaaten grundsätzlich nicht rechtsverbindlich, besitzen aber erhebliche politische, interpretative und…

  • |

    Beschlagnahme

    Die Beschlagnahme ist die hoheitliche Sicherstellung eines Gegenstands gegen den Willen des Gewahrsamsinhabers, damit er im Strafverfahren als Beweismittel oder zur Sicherung einer späteren Einziehung zur Verfügung steht. Sie darf nur auf gesetzlicher Grundlage erfolgen und unterliegt dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Häufig geht ihr eine freiwillige Sicherstellung voraus; fehlt deren Einverständnis, kommt eine Beschlagnahme in…

  • |

    Baueinstellungsverfügung

    Baueinstellungsverfügung ist eine bauaufsichtliche Anordnung, durch die Bauarbeiten vorläufig oder dauerhaft gestoppt werden. Sie dient der Abwehr baurechtswidriger Zustände. Einordnung Der Begriff gehört zum Baurecht und zum Bauordnungsrecht. Beispiel Die Behörde entscheidet nach Maßgabe des Landesrechts und des konkreten Bauvorhabens. Häufige Fragen Ist Rechtsschutz möglich? Gegen belastende Verwaltungsakte kommen die vorgesehenen Rechtsbehelfe in Betracht. Verwandte…

  • |

    Allgemeine Rechtsgrundsätze

    Allgemeine Rechtsgrundsätze sind grundlegende rechtliche Wertungen und Strukturprinzipien, die in den Rechtsordnungen allgemein anerkannt sind und zur Lösung völkerrechtlicher Fragen herangezogen werden können. Sie bilden neben Verträgen und Völkergewohnheitsrecht eine klassische Völkerrechtsquelle. Ihre Funktion besteht vor allem darin, Regelungslücken zu schließen und ein kohärentes Verfahren zu ermöglichen. Beispiele sind Treu und Glauben, Rechtskraft, Verbot des…

  • |

    Gebundene Entscheidung

    Eine gebundene Entscheidung liegt vor, wenn das Gesetz der Behörde bei erfüllten Voraussetzungen keinen Entscheidungsspielraum lässt. Die gesetzlich vorgesehene Rechtsfolge muss dann eintreten. Abgrenzung zum Ermessen Bei einer gebundenen Entscheidung bestimmt das Gesetz die Rechtsfolge abschließend. Beim Ermessen darf die Behörde dagegen innerhalb rechtlicher Grenzen zwischen mehreren zulässigen Entscheidungen wählen. Erkennen einer gebundenen Entscheidung Formulierungen…