|

Vermögensverzeichnis des Kindes

Vermögensverzeichnis des Kindes ist eine von den Eltern zu erstellende Übersicht über bestimmtes Vermögen, das ihrer Verwaltung unterliegt und dem Kind insbesondere von Todes wegen oder anlässlich eines Sterbefalls zufällt. Nach § 1640 BGB ist das Verzeichnis mit einer Versicherung der Richtigkeit und Vollständigkeit beim Familiengericht einzureichen. Die Pflicht entfällt unter anderem, wenn der Wert des betreffenden Erwerbs 15.000 Euro nicht übersteigt oder eine zulässige abweichende Anordnung vorliegt.

Rechtliche Bedeutung

Das Verzeichnis ermöglicht gerichtliche Kontrolle der Vermögenssorge und dokumentiert den Ausgangsbestand. Es betrifft nicht automatisch jedes bereits vorhandene Vermögen des Kindes.

Voraussetzungen und Folgen

Erfasst werden die Vermögensgegenstände und Werte in nachvollziehbarer Form. Bei ungenügender Einreichung kann das Gericht eine Aufnahme durch Behörde, Beamten oder Notar anordnen.

Beispiel

Ein minderjähriges Kind erbt Wertpapiere und Bankguthaben im Wert von 40.000 Euro. Die Eltern erstellen eine vollständige Übersicht und reichen sie versichert beim Familiengericht ein.

Häufige Fragen

Gilt die Pflicht bei jeder Erbschaft?

Nein. § 1640 BGB enthält insbesondere eine Wertgrenze von 15.000 Euro und weitere Ausnahmen.

Müssen Haushaltsgegenstände einzeln aufgeführt werden?

Bei Haushaltsgegenständen genügt nach dem Gesetz grundsätzlich die Angabe des Gesamtwerts.

Was geschieht bei einem mangelhaften Verzeichnis?

Das Familiengericht kann anordnen, dass eine zuständige Stelle oder ein Notar das Verzeichnis aufnimmt.

Weiterführende Hinweise

Ergänzend sind die Wörterbuchartikel Elterliche Sorge, Kindeswohl, Kindeswille und Getrenntleben hilfreich. Vertiefende, nicht werbliche Informationen bietet § 1640 BGB.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Widerklage

    Widerklage ist eine selbständige Klage des Beklagten gegen den Kläger innerhalb eines bereits anhängigen Zivilprozesses. Sie ermöglicht, einen eigenen Anspruch im selben Verfahren geltend zu machen, statt lediglich die Abweisung der ursprünglichen Klage zu beantragen. Für die Widerklage müssen die allgemeinen Prozessvoraussetzungen vorliegen. Ein sachlicher Zusammenhang mit der Hauptklage kann eine besondere Zuständigkeit begründen. Über…

  • | |

    Gewährleistungsausschluss beim Immobilienkauf

    Gewährleistungsausschluss beim Immobilienkauf Gewährleistungsausschluss beim Immobilienkauf ist eine vertragliche Regelung, nach der der Verkäufer für Sachmängel ganz oder teilweise nicht nach den gesetzlichen Vorschriften einstehen soll. Bei gebrauchten Immobilien ist ein solcher Ausschluss üblich und grundsätzlich zulässig. Er erfasst jedoch regelmäßig keine ausdrücklich vereinbarte Beschaffenheit. Auf den Ausschluss kann sich der Verkäufer außerdem nicht berufen,…

  • |

    Holschuld

    Eine Holschuld liegt vor, wenn der Schuldner die Leistung an seinem Wohn- oder Geschäftssitz bereitstellen muss und der Gläubiger sie dort abholen soll. Leistungs- und Erfolgsort befinden sich beim Schuldner. Mangels besonderer Vereinbarung entspricht dies häufig der gesetzlichen Grundregel des § 269 BGB. Der Schuldner muss die Sache aussondern und ordnungsgemäß anbieten; Transport und Transportgefahr…

  • | |

    WEG-Verwalter

    WEG-Verwalter Der WEG-Verwalter ist das von den Wohnungseigentümern bestellte Organ, das die laufende Verwaltung der Gemeinschaft der Wohnungseigentümer führt und den Verband gerichtlich sowie außergerichtlich vertritt. Er setzt Beschlüsse um, bereitet Versammlungen vor, verwaltet Gelder und trifft Maßnahmen ordnungsmäßiger Verwaltung, die untergeordnet oder dringend sind. Bestellung und Verwaltervertrag sind rechtlich zu trennen. Die Eigentümer können…

  • Erbe

    Ein Erbe ist die Person, auf die das Vermögen des Erblassers mit dessen Tod im Wege der Gesamtrechtsnachfolge übergeht. Er tritt grundsätzlich unmittelbar in die vererblichen Rechte und Pflichten des Verstorbenen ein. Die Erbenstellung kann auf Testament, Erbvertrag oder gesetzlicher Erbfolge beruhen. Sind mehrere Personen berufen, werden sie Miterben und bilden bis zur Auseinandersetzung des…

  • | |

    Reallast

    Reallast Reallast ist ein beschränkt dingliches Recht, durch das ein Grundstück in der Weise belastet wird, dass an den Berechtigten wiederkehrende Leistungen aus dem Grundstück zu erbringen sind. Leistungen können Geld, Naturalien, Pflege oder andere wiederkehrende Handlungen sein. Die Reallast entsteht durch Einigung und Grundbucheintragung. Für einzelne fällige Leistungen haftet das Grundstück; daneben kann je…