|

Einstellung mangels hinreichenden Tatverdachts

Die Einstellung mangels hinreichenden Tatverdachts beendet das Ermittlungsverfahren nach § 170 Absatz 2 StPO, wenn die Ermittlungen keinen genügenden Anlass zur Erhebung der öffentlichen Klage bieten. Maßgeblich ist, ob eine Verurteilung bei vorläufiger Bewertung der verfügbaren Beweise wahrscheinlicher ist als ein Freispruch. Die Entscheidung ist kein Freispruch und entfaltet grundsätzlich keinen Strafklageverbrauch. Werden neue Beweise bekannt und ist die Tat nicht verjährt, kann das Ermittlungsverfahren erneut aufgenommen werden.

Rechtliche Bedeutung

Die Staatsanwaltschaft muss belastende und entlastende Umstände würdigen. Bleibt die Beweislage unzureichend, darf sie keine Anklage erheben.

Voraussetzungen und Folgen

Beschuldigter und Antragsteller werden unter den gesetzlichen Voraussetzungen benachrichtigt. Für den Verletzten können Beschwerde und Klageerzwingungsverfahren in Betracht kommen.

Beispiel

Mehrere widersprüchliche Aussagen lassen keinen verlässlichen Tatnachweis erwarten. Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren mangels hinreichenden Tatverdachts ein.

Häufige Fragen

Ist die Einstellung ein Freispruch?

Nein. Sie erfolgt ohne gerichtliches Urteil und begründet grundsätzlich keinen Strafklageverbrauch.

Kann später erneut ermittelt werden?

Ja, insbesondere bei neuen Beweismitteln und solange keine Verjährung eingetreten ist.

Kann der Verletzte sich wehren?

Je nach Fall kommen Beschwerde und anschließend ein Klageerzwingungsverfahren in Betracht.

Weiterführende Hinweise

Im Zusammenhang stehen Beschuldigter, Ermittlungsverfahren, Staatsanwaltschaft, Strafanzeige und Untersuchungshaft. Vertiefende Informationen bietet strafrecht-faq.de. Maßgeblich ist außerdem § 170 Absatz 2 StPO.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • Rechtmäßiges Alternativverhalten

    Rechtmäßiges Alternativverhalten beschreibt die hypothetische Frage, ob der tatbestandliche Erfolg auch bei pflichtgemäßem Verhalten des Täters mit Sicherheit oder jedenfalls nach dem maßgeblichen Beweismaß eingetreten wäre. Besonders bei Fahrlässigkeits- und Unterlassungsdelikten begrenzt die Figur die Erfolgszurechnung. Nur wenn gerade die Pflichtverletzung für den Erfolg relevant geworden ist, besteht der erforderliche Pflichtwidrigkeitszusammenhang; bloße abstrakte Regelverstöße genügen…

  • Unterbringung in einer Entziehungsanstalt

    Unterbringung in einer Entziehungsanstalt ist eine Maßregel für Täter mit Hang zum übermäßigen Konsum berauschender Mittel, wenn Behandlung eine Aussicht auf Erfolg bietet. Der Begriff gehört zum Strafrecht und beeinflusst Rechtsfolgen, Vollstreckung oder die Behandlung junger Täter. Voraussetzungen und Rechtsfolgen ergeben sich aus den einschlägigen gesetzlichen Vorschriften und der Rechtsprechung. Seine Anwendung muss schuldangemessen, verhältnismäßig…

  • Echtes Unterlassungsdelikt

    Ein echtes Unterlassungsdelikt ist ein Straftatbestand, dessen gesetzlich beschriebenes Unrecht gerade im Nichtvornehmen einer gebotenen Handlung liegt. Die Strafbarkeit folgt unmittelbar aus dem besonderen Tatbestand und nicht erst aus § 13 StGB. Deshalb ist grundsätzlich keine besondere Garantenstellung erforderlich. Der Täter muss jedoch Normadressat sein, die verlangte Handlung tatsächlich vornehmen können und sie pflichtwidrig unterlassen….

  • Konkurrenzen im Strafrecht

    Konkurrenzen im Strafrecht regeln, wie mehrere verwirklichte Strafvorschriften und mehrere Straftaten im Schuldspruch und bei der Strafbemessung zueinander stehen. Zunächst ist zu klären, ob eine Vorschrift eine andere wegen Spezialität, Subsidiarität oder Konsumtion verdrängt. Bleiben mehrere Gesetzesverletzungen bestehen, unterscheidet das Gesetz zwischen Tateinheit nach § 52 StGB und Tatmehrheit nach § 53 StGB. Die Konkurrenzlehre…

  • | |

    Straßenverkehrsdelikte

    Straßenverkehrsdelikte sind Straftaten, die Sicherheit und Ordnung des Straßenverkehrs oder besondere Pflichten von Verkehrsteilnehmern schützen. Dazu zählen insbesondere gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr, Gefährdung des Straßenverkehrs, verbotene Kraftfahrzeugrennen, Trunkenheit im Verkehr, unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und Fahren ohne Fahrerlaubnis. Die Tatbestände unterscheiden zwischen abstrakter und konkreter Gefahr, Vorsatz und Fahrlässigkeit sowie verkehrsinternem und verkehrsfremdem Verhalten….

  • |

    Bestechung

    Bestechung begeht nach § 334 StGB, wer einem Amtsträger, Europäischen Amtsträger, besonders Verpflichteten oder Soldaten einen Vorteil für diesen oder einen Dritten als Gegenleistung für eine vergangene oder künftige pflichtwidrige Diensthandlung anbietet, verspricht oder gewährt. Für Vorteile an Richter und Schiedsrichter gelten besondere Regelungen. Spiegelbildlich zur Bestechlichkeit setzt die Tat eine konkrete Unrechtsvereinbarung voraus; ein…