Rechtsgeschichte

Historische Rechtsordnungen, Kodifikationen, Gerichte und Entwicklungen des deutschen und europäischen Rechts.

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    Actio locati

    Die Actio locati ist die römischrechtliche Klage des Locator aus einer Locatio conductio. Dieses Vertragsmodell umfasste unter anderem entgeltliche Gebrauchsüberlassung, Arbeitsleistung und Werkherstellung. Wer als Locator handelt, richtet sich nach der Vertragsart; bei der Sachmiete ist es der Vermieter, beim Werkvertrag grundsätzlich der Besteller. Die Klage dient seinen vertraglichen Ansprüchen und gehört zu den Klagen…

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    Actio conducti

    Die Actio conducti ist die römischrechtliche Klage des Conductor aus einer Locatio conductio. Bei einer entgeltlichen Gebrauchsüberlassung steht sie dem Mieter gegenüber dem Vermieter zu; beim Werkvertrag ist grundsätzlich der Werkunternehmer Conductor. Welche Leistung oder Haftung mit der Klage verfolgt wird, bestimmt der jeweilige Vertrag. Als Klage nach Treu und Glauben berücksichtigt sie die Pflichten…

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    Actio pro socio

    Die Actio pro socio ist die römischrechtliche Klage eines Gesellschafters gegen einen anderen aus einer Societas. Sie dient der Durchsetzung gesellschaftlicher Pflichten und dem Ausgleich der aus dem gemeinsamen Unternehmen folgenden Ansprüche. Maßgeblich sind die Vereinbarung über Beiträge, Gewinn und Verlust sowie die gebotene Loyalität. Als Klage nach Treu und Glauben erfasst sie insbesondere Abrechnung…

  • Actio tutelae

    Die Actio tutelae ist die römischrechtliche Klage aus der Verwaltung einer Vormundschaft. Mit der direkten Klage konnte der frühere Mündel nach Ende der maßgeblichen Verwaltung insbesondere Rechenschaft, Herausgabe des verwalteten Vermögens und Ersatz für pflichtwidrige Verwaltung verlangen. Eine Gegenklage ermöglichte dem Vormund die Verfolgung berechtigter eigener Ansprüche. Die Klage gehört zur Geschichte des Vormundschaftsrechts und…

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    Actio communi dividundo

    Die Actio communi dividundo war im römischen Recht die Klage zur Aufhebung einer Gemeinschaft an einer Sache. Sie ermöglichte die Teilung gemeinsamen Eigentums auch dann, wenn keine Gesellschaft bestand. Der Richter konnte einzelne Gegenstände oder Grundstücksteile einem Beteiligten zuweisen und Wertunterschiede durch Geldzahlungen ausgleichen. Außerdem konnten Nutzungen und notwendige Aufwendungen unter den Teilhabern abgerechnet werden….

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    Actio familiae erciscundae

    Die Actio familiae erciscundae war im römischen Recht die Klage eines Miterben auf Teilung einer gemeinschaftlichen Erbschaft. Der Richter konnte Nachlassgegenstände einzelnen Erben zuweisen und ungleiche Werte durch Geldzahlungen ausgleichen. Zugleich wurden bestimmte Ansprüche zwischen den Miterben berücksichtigt, etwa wegen allein gezogener Früchte oder verbrauchter Nachlassgegenstände. Die Klage gehörte zu den gemischten Klagen und verband…

  • Liber Augustalis

    Der Liber Augustalis ist eine 1231 in Melfi erlassene Gesetzessammlung Friedrichs II. für das Königreich Sizilien. Die auch als Konstitutionen von Melfi bezeichnete Sammlung regelte unter anderem königliche Verwaltung, Gerichtsbarkeit, Strafrecht und private Rechtsverhältnisse. Sie verband die Zusammenfassung älterer Normen mit neuen Bestimmungen und stärkte den königlichen Herrschaftsanspruch. Obwohl Friedrich zugleich Kaiser war, handelte es…

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    Virginia Declaration of Rights

    Die Virginia Declaration of Rights ist eine am 12. Juni 1776 beschlossene amerikanische Rechtserklärung, die natürliche Rechte und Grundsätze legitimer Staatsgewalt für Virginia formulierte. Der wesentlich von George Mason entworfene Text behandelte unter anderem Freiheit, Eigentum, Gewaltenteilung, Pressefreiheit, Religionsausübung und Strafverfahrensgarantien. Er beeinflusste spätere amerikanische Freiheitsdokumente. Der allgemeine Anspruch seiner Formulierungen ist jedoch von der…

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    Magna Carta

    Die Magna Carta ist eine englische Königsurkunde, die König Johann 1215 unter dem Druck aufständischer Barone gewährte. Sie begrenzte bestimmte königliche Befugnisse, bestätigte ständische Freiheiten und enthielt Regeln für Rechtspflege, Abgaben und Herrschaftsausübung. Ihre ursprünglichen Begünstigten waren vor allem privilegierte Gruppen und freie Männer. Spätere Fassungen und Auslegungen machten sie zu einem Bezugspunkt rechtsstaatlicher Herrschaftsbegrenzung;…

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    Mayflower Compact

    Der Mayflower Compact ist eine 1620 an Bord der Mayflower geschlossene Vereinbarung englischer Siedler zur gemeinsamen politischen Ordnung ihrer künftigen Kolonie. Die Unterzeichner verbanden sich zu einem Gemeinwesen und versprachen Gehorsam gegenüber den für das gemeinsame Wohl zu erlassenden Regeln. Die Vereinbarung diente der Organisation nach der Ankunft außerhalb des vorgesehenen Siedlungsgebiets. Sie gilt als…