Verfassungsrecht

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    Listennachfolge

    Listennachfolge bezeichnet die Besetzung eines frei gewordenen Parlamentssitzes durch einen bislang nicht berücksichtigten Bewerber derselben Partei. Im Bundestagswahlrecht wird der Nachfolger nach den gesetzlichen Regeln aus dem maßgeblichen Landeswahlvorschlag bestimmt. Bestimmte Bewerber bleiben unberücksichtigt, etwa nach einem Parteiwechsel oder einem früheren Mandatsverzicht. Ist die Liste erschöpft, kann der Sitz unbesetzt bleiben; Sonderregeln gelten für parteilose…

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    Passives Wahlrecht

    Passives Wahlrecht ist das Recht, sich als Bewerber zur Wahl zu stellen und bei erfolgreicher Wahl ein öffentliches Mandat zu erwerben. Es entspricht der Wählbarkeit und gehört zur demokratischen Teilhabe. Voraussetzungen wie Staatsangehörigkeit, Mindestalter und mögliche Ausschlussgründe richten sich nach der jeweiligen Wahlordnung. Einschränkungen müssen gesetzlich bestimmt und wegen der Bedeutung freier politischer Konkurrenz besonders…

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    Grundrechtsadressat

    Grundrechtsadressat ist derjenige, der an ein Grundrecht gebunden ist und dessen Beachtung schuldet. Nach Art. 1 Abs. 3 GG binden die Grundrechte Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht. Erfasst werden Bund, Länder und andere Träger öffentlicher Gewalt einschließlich öffentlich-rechtlicher Körperschaften. Private sind grundsätzlich keine unmittelbaren Grundrechtsadressaten, können aber über Schutzpflichten und die…

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    Erfolgswertgleichheit

    Erfolgswertgleichheit verlangt bei Verhältniswahlen, dass jede Wählerstimme grundsätzlich die gleiche rechtliche Chance besitzt, die Zusammensetzung des Parlaments zu beeinflussen. Sie geht über die bloße Zählwertgleichheit hinaus. Stimmen, die wegen Sperrklauseln oder Berechnungsregeln bei der Sitzverteilung unberücksichtigt bleiben, haben einen geringeren Erfolgswert. Abweichungen sind nur zulässig, wenn sie durch besonders gewichtige Gründe verfassungsrechtlich gerechtfertigt werden können….

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    Bundeswahlleiter

    Der Bundeswahlleiter ist das zentrale Wahlorgan für das gesamte Bundesgebiet bei Bundestags- und Europawahlen. Er bereitet die Wahl organisatorisch vor, koordiniert Landeswahlleiter, sammelt und veröffentlicht Ergebnisse und führt den Vorsitz im Bundeswahlausschuss. Das Amt wird vom Bundesministerium des Innern und für Heimat besetzt. Der Bundeswahlleiter entscheidet nur innerhalb der gesetzlichen Zuständigkeiten und ersetzt weder örtliche…

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    Personalisierte Verhältniswahl

    Personalisierte Verhältniswahl ist ein Wahlsystem, das die proportionale Sitzverteilung nach Parteistimmen mit einer personenbezogenen Wahl in Wahlkreisen verbindet. Bei der Bundestagswahl entscheidet grundsätzlich die Zweitstimme über die Zahl der Sitze einer Partei, während die Erststimme bestimmte Wahlkreisbewerber priorisiert. Seit der Reform zur Bundestagswahl 2025 erhalten erfolgreiche Parteibewerber einen Wahlkreissitz nur, soweit dieser durch Zweitstimmen gedeckt…

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    Kreiswahlleiter

    Der Kreiswahlleiter ist das zuständige Wahlorgan für einen Wahlkreis bei Bundestagswahlen. Er koordiniert die Wahlvorbereitung im Kreis, nimmt Kreiswahlvorschläge entgegen, prüft sie vor und führt den Vorsitz im Kreiswahlausschuss. Nach der Wahl sammelt er die Ergebnisse der Wahlbezirke und stellt mit dem Ausschuss das Kreiswahlergebnis fest. Er handelt unparteiisch auf Grundlage von Bundeswahlgesetz und Bundeswahlordnung….

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    Grundrechtsbindung Privater

    Grundrechtsbindung Privater bezeichnet die Frage, in welchem Umfang Grundrechte Rechtsbeziehungen zwischen Privatpersonen beeinflussen. Art. 1 Abs. 3 GG bindet unmittelbar die öffentliche Gewalt, nicht grundsätzlich den privaten Bürger. Grundrechtliche Wertungen wirken jedoch über Schutzpflichten, gesetzliche Vorschriften und die grundrechtskonforme Auslegung des Privatrechts. In besonderen Konstellationen kann die Bindung privater Akteure wegen ihrer Machtstellung oder öffentlichen…

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    Erststimme

    Die Erststimme ist bei der Bundestagswahl die Stimme für einen Wahlkreisbewerber. Sie bestimmt, welcher Bewerber im Wahlkreis die meisten Stimmen erhält und bei der Vergabe der einer Partei zustehenden Sitze vorrangig berücksichtigt wird. Seit der Bundestagswahl 2025 führt ein Erststimmensieg eines Parteibewerbers nur dann zu einem Sitz, wenn das Mandat durch den Zweitstimmenanteil seiner Partei…

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    Wahlvorstand

    Der Wahlvorstand ist das ehrenamtlich tätige Wahlorgan für einen Wahlbezirk oder die Feststellung eines Briefwahlergebnisses. Er besteht aus dem Wahlvorsteher, seinem Stellvertreter und mehreren Beisitzern. Am Wahltag sorgt er für einen ordnungsgemäßen Ablauf, wahrt Wahlgeheimnis und Öffentlichkeit, prüft die Wahlberechtigung anhand des Wählerverzeichnisses, zählt die Stimmen aus und stellt das Ergebnis im Wahlbezirk fest. Tätigkeit…