Steuerrecht

  • Kapitalertragsteuer

    Die Kapitalertragsteuer ist eine besondere Erhebungsform der Einkommen- oder Körperschaftsteuer auf bestimmte Kapitalerträge. Sie wird regelmäßig von der auszahlenden Stelle, etwa einer Bank oder Kapitalgesellschaft, einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Bei privaten Anlegern wirkt der Abzug häufig als Abgeltungsteuer und erfüllt damit grundsätzlich die Einkommensteuerpflicht auf diese Erträge. Erfasste Erträge Zum Steuerabzug gehören insbesondere…

  • Abgeltungsteuer

    Die Abgeltungsteuer bezeichnet die grundsätzlich abschließende Besteuerung privater Einkünfte aus Kapitalvermögen durch den Kapitalertragsteuerabzug. Der Steuersatz beträgt regelmäßig 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Mit dem Einbehalt durch Bank oder andere auszahlende Stelle ist die Einkommensteuer auf diese Kapitalerträge grundsätzlich abgegolten, sofern keine gesetzliche Ausnahme eingreift. Anwendungsbereich Erfasst werden insbesondere Zinsen, Dividenden und viele…

  • Körperschaftsteuer

    Die Körperschaftsteuer ist eine Ertragsteuer auf das Einkommen juristischer Personen und bestimmter anderer Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen. Besonders bedeutsam ist sie für Kapitalgesellschaften wie GmbH und AG. Ihre Grundlagen regelt das Körperschaftsteuergesetz; für Einkommensermittlung und Verfahren gelten ergänzend zahlreiche Vorschriften des Einkommensteuerrechts und der Abgabenordnung. Steuerpflicht Unbeschränkt steuerpflichtig sind insbesondere Körperschaften mit Sitz oder Geschäftsleitung…

  • Gewerbesteuer

    Die Gewerbesteuer ist eine kommunale Ertragsteuer auf den Gewerbeertrag eines Gewerbebetriebs. Sie wird von den Gemeinden erhoben und zählt zu deren wichtigsten eigenen Einnahmequellen. Grundlage sind das Gewerbesteuergesetz, der vom Finanzamt festgestellte Gewerbesteuermessbetrag und der von der jeweiligen Gemeinde bestimmte Hebesatz. Freiberufliche und landwirtschaftliche Tätigkeiten unterliegen grundsätzlich nicht der Gewerbesteuer. Berechnung Ausgangspunkt ist der steuerliche…

  • Werbungskosten

    Werbungskosten sind Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen. Sie werden bei den Überschusseinkünften von den Einnahmen abgezogen und mindern dadurch die steuerpflichtigen Einkünfte. Typische Beispiele sind beruflich veranlasste Fahrtkosten, Arbeitsmittel oder Fortbildungskosten. Die gesetzliche Grundregel enthält § 9 des Einkommensteuergesetzes. Anwendungsbereich Werbungskosten sind insbesondere bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung…

  • Betriebsausgaben

    Betriebsausgaben sind Aufwendungen, die durch einen Betrieb veranlasst sind. Sie mindern bei den Gewinneinkünften den steuerpflichtigen Gewinn, soweit kein gesetzliches Abzugsverbot eingreift. Die Definition steht in § 4 Abs. 4 EStG. Entscheidend ist der wirtschaftliche Zusammenhang mit der betrieblichen Tätigkeit, nicht allein die Bezeichnung oder Zahlungsweise einer Ausgabe. Betriebliche Veranlassung Aufwendungen sind betrieblich veranlasst, wenn…

  • Sonderausgaben

    Sonderausgaben sind bestimmte private Aufwendungen, die das Einkommensteuergesetz ausnahmsweise zum Abzug zulässt. Sie mindern bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens die steuerliche Bemessungsgrundlage. Dazu gehören insbesondere Vorsorgeaufwendungen, Kirchensteuer, bestimmte Unterhaltsleistungen, Spenden und unter gesetzlichen Voraussetzungen Kinderbetreuungskosten. Betriebsausgaben oder Werbungskosten sind keine Sonderausgaben. Arten Das Gesetz unterscheidet allgemeine Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen. Für einzelne Positionen bestehen…

  • Außergewöhnliche Belastungen

    Außergewöhnliche Belastungen sind zwangsläufige größere Aufwendungen, die einem Steuerpflichtigen im Vergleich zur überwiegenden Mehrzahl vergleichbarer Personen entstehen. Sie können nach §§ 33 ff. EStG das zu versteuernde Einkommen mindern. Berücksichtigt wird regelmäßig nur der Teil, der die individuell berechnete zumutbare Belastung übersteigt. Typische Fälle können bestimmte Krankheits-, Pflege- oder Unterhaltskosten sein. Voraussetzungen Die Aufwendungen müssen…

  • Grundfreibetrag

    Der Grundfreibetrag ist der Teil des zu versteuernden Einkommens, der bei der Einkommensteuer steuerfrei bleibt. Er soll das verfassungsrechtlich geschützte Existenzminimum sichern. Nur soweit das zu versteuernde Einkommen den gesetzlich festgelegten Betrag übersteigt, fällt nach dem Einkommensteuertarif grundsätzlich Steuer an. Die Höhe wird regelmäßig angepasst und gilt für jeden Steuerpflichtigen. Rechtsgrundlage und Zweck Der Grundfreibetrag…

  • Einkunftsarten

    Die Einkunftsarten sind die sieben im Einkommensteuergesetz abschließend geregelten Kategorien steuerbarer Einkünfte. Nur Einnahmen, die einer dieser Kategorien zugeordnet werden können, unterliegen grundsätzlich der Einkommensteuer. Unterschieden wird zwischen Gewinneinkünften und Überschusseinkünften; die Zuordnung bestimmt insbesondere, wie das steuerliche Ergebnis ermittelt wird. Die sieben Einkunftsarten § 2 EStG nennt Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb, selbstständiger…