|

Entfristungsklage

Entfristungsklage ist die Klage eines Arbeitnehmers auf Feststellung, dass sein Arbeitsverhältnis nicht aufgrund einer vereinbarten Befristung beendet wurde. Sie dient der gerichtlichen Kontrolle, ob Befristungsgrund, Dauer, Form und weitere gesetzliche Voraussetzungen eingehalten sind. Besonders wichtig ist die kurze Klagefrist: Die Unwirksamkeit muss grundsätzlich innerhalb von drei Wochen nach dem vereinbarten Vertragsende geltend gemacht werden.

Rechtliche Bedeutung

Die Klagefrist folgt aus § 17 TzBfG. Für das Verfahren gelten die Regeln des Kündigungsschutzgesetzes entsprechend sowie das Arbeitsgerichtsgesetz. Zuständig ist das Arbeitsgericht.

Voraussetzungen und Abgrenzung

Wird die Frist versäumt, gilt die Befristung grundsätzlich als wirksam, selbst wenn materielle Fehler vorliegen. In besonderen Fällen kann eine nachträgliche Zulassung möglich sein. Maßgeblich ist regelmäßig die zuletzt vereinbarte Befristung.

Beispiel

Ein schriftlich auf den 30. Juni befristeter Vertrag soll enden. Der Arbeitnehmer hält die sachgrundlose Befristung wegen Vorbeschäftigung für unwirksam und erhebt rechtzeitig Feststellungsklage.

Häufige Fragen

Muss der Arbeitnehmer bis zum Vertragsende warten?

Nein. Die Klage kann bereits vor dem vereinbarten Ende erhoben werden.

Was ist das Ziel der Klage?

Die Feststellung eines fortbestehenden unbefristeten Arbeitsverhältnisses über den Befristungstermin hinaus.

Verwandte Begriffe

Befristeter Arbeitsvertrag, Sachgrundlose Befristung, Feststellungsklage, Rechtsmittelfrist

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

Ähnliche Beiträge

  • |

    Straferlass

    Der Straferlass nach § 56g StGB ist die gerichtliche Entscheidung, mit der eine zur Bewährung ausgesetzte Freiheitsstrafe nach Ablauf der Bewährungszeit endgültig nicht mehr vollstreckt wird. Voraussetzung ist, dass das Gericht die Strafaussetzung nicht widerruft. Der Erlass beseitigt weder den Schuldspruch noch das Urteil und ist von Tilgung, Gnade und Freispruch zu unterscheiden. Unter engen…

  • Wiedereinsetzung in den vorigen Stand

    Die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ermöglicht es einem Verfahrensbeteiligten, die Folgen einer unverschuldet versäumten gesetzlichen Frist zu beseitigen. Wird sie gewährt, wird das Verfahren so behandelt, als wäre die versäumte Handlung rechtzeitig vorgenommen worden. Voraussetzung sind regelmäßig ein fristgerechter Antrag, die glaubhafte Darlegung des fehlenden Verschuldens und das rechtzeitige Nachholen der versäumten Handlung. Einzelheiten…

  • |

    Sitzungsprotokoll im Strafprozess

    Sitzungsprotokoll im Strafprozess ist die gesetzlich vorgeschriebene Niederschrift über Ablauf und wesentliche Förmlichkeiten der Hauptverhandlung. Es dokumentiert insbesondere Ort und Zeit, Besetzung, Beteiligte, Verfahrenshandlungen, Anträge, Beschlüsse und die Urteilsverkündung. Für bestimmte wesentliche Förmlichkeiten besitzt das Protokoll besondere Beweiskraft: Ihr Vorliegen oder Fehlen kann grundsätzlich nur durch das Protokoll nachgewiesen werden. Inhalt, Fertigstellung und Berichtigung unterliegen…

  • |

    Beweislast bei Annahme als Erfüllung

    Die Beweislast bei Annahme als Erfüllung bezeichnet die gesetzliche Verteilung des Beweisrisikos nach § 363 BGB. Hat der Gläubiger eine angebotene Leistung als Erfüllung angenommen, muss er beweisen, dass eine andere als die geschuldete oder eine unvollständige Leistung erbracht wurde, wenn er sie deshalb nicht gelten lassen will. Die Vorschrift verändert die Beweislast; sie beseitigt…

  • Tarifvertrag

    Tarifvertrag ist ein Vertrag zwischen tariffähigen Parteien, insbesondere einer Gewerkschaft und einem Arbeitgeberverband oder einzelnen Arbeitgeber. Er regelt Rechte und Pflichten der Vertragsparteien und kann verbindliche Normen über Inhalt, Abschluss und Beendigung von Arbeitsverhältnissen sowie betriebliche und betriebsverfassungsrechtliche Fragen enthalten. Tarifnormen wirken unter gesetzlichen Voraussetzungen unmittelbar und zwingend. Rechtliche Bedeutung Maßgeblich ist das Tarifvertragsgesetz. Tarifgebunden…

  • Rechtsmittelinstanz

    Rechtsmittelinstanz ist ein Gericht, das eine Entscheidung eines vorgeordneten Gerichts aufgrund eines zulässigen Rechtsmittels überprüft. Umfang und Maßstab hängen vom Rechtsmittel ab: Die Berufung kann Tatsachen und Recht erfassen, während die Revision grundsätzlich auf Rechtsfehler beschränkt ist. Die höhere Instanz kann die Entscheidung bestätigen, ändern, aufheben oder die Sache zurückverweisen. Ein Anspruch auf mehrere Instanzen…