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Wirtschaftlicher Totalschaden

Wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die erforderlichen Reparaturkosten den Wert des Fahrzeugs vor dem Unfall im Verhältnis zu seinem Restwert wirtschaftlich übersteigen. Maßgeblich sind regelmäßig Wiederbeschaffungswert, Reparaturaufwand und Restwert. Der Geschädigte kann dann grundsätzlich den Wiederbeschaffungsaufwand verlangen, also Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert. Unter engen Voraussetzungen darf er wegen seines besonderen Interesses am vertrauten Fahrzeug dennoch bis zur sogenannten 130-Prozent-Grenze reparieren lassen.

Rechtliche Einordnung

Ausgangspunkt ist der Grundsatz der Naturalrestitution nach § 249 BGB. Der Geschädigte darf den zur Wiederherstellung erforderlichen Geldbetrag verlangen, muss aber das Wirtschaftlichkeitsgebot und das Bereicherungsverbot beachten.

Bedeutung und Abgrenzung

Der wirtschaftliche Totalschaden ist vom technischen Totalschaden abzugrenzen. Technisch kann eine Reparatur unmöglich sein; wirtschaftlich wäre sie zwar machbar, aber gegenüber der Ersatzbeschaffung unverhältnismäßig teuer.

Beispiel

Ein Fahrzeug war vor dem Unfall 10.000 Euro wert und besitzt noch einen Restwert von 2.000 Euro. Bei Reparaturkosten von 14.000 Euro liegt regelmäßig ein wirtschaftlicher Totalschaden vor; grundsätzlich sind 8.000 Euro Wiederbeschaffungsaufwand ersatzfähig.

Häufige Fragen

Muss das Fahrzeug verkauft werden?

Nein. Der Geschädigte darf es grundsätzlich behalten; der objektiv ermittelte Restwert wird aber bei der Abrechnung berücksichtigt.

Was ist der Wiederbeschaffungsaufwand?

Er ist die Differenz zwischen Wiederbeschaffungswert und anzurechnendem Restwert.

Ist eine Reparatur trotzdem möglich?

Ja, bei fachgerechter vollständiger Reparatur und weiterer Nutzung kann unter zusätzlichen Voraussetzungen die 130-Prozent-Rechtsprechung eingreifen.

Verwandte Begriffe und Quellen

Verkehrsunfall, Schadensersatz, Halterhaftung, Betriebsgefahr, Mitverschulden und Kfz-Haftpflichtversicherung

Vertiefende Informationen bietet verkehrsrecht-faq.de. Maßgebliche Rechtsgrundlagen finden sich insbesondere im Straßenverkehrsgesetz, in der Straßenverkehrs-Ordnung, im Ordnungswidrigkeitengesetz und im Bürgerlichen Gesetzbuch.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.

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