Fundrecht
Fundrecht ist die Gesamtheit der Vorschriften über verlorene und gefundene Sachen, insbesondere in den §§ 965 bis 984 BGB. Wer eine verlorene Sache findet und an sich nimmt, muss den Fund grundsätzlich anzeigen, die Sache verwahren und gegebenenfalls abliefern. Der Finder kann Aufwendungsersatz und Finderlohn beanspruchen. Meldet sich der Empfangsberechtigte nicht, kann nach Ablauf der gesetzlichen Frist Eigentum auf den Finder oder bei Behördenfunden auf den zuständigen Rechtsträger übergehen.
Rechtliche Grundlagen
Verloren ist eine besitzlose, aber nicht herrenlose Sache. Fundrecht gilt daher nicht für bewusst aufgegebenes Eigentum. Sonderregeln bestehen etwa für Funde in Behörden oder Verkehrsmitteln und für Schatzfunde.
Verfassungsrechtlicher Bezug
Die Regeln schützen das Eigentum des Verlierers aus Artikel 14 GG und berücksichtigen zugleich berechtigte Interessen des ehrlichen Finders. Gesetzliche Fristen schaffen Rechtssicherheit.
Beispiel
Jemand findet ein Mobiltelefon im Park. Er muss den Fund anzeigen und sorgfältig verwahren; er darf es nicht einfach behalten oder verwenden.
Häufige Fragen
Wo muss ein Fund gemeldet werden?
Regelmäßig beim Empfangsberechtigten oder bei der zuständigen Behörde, häufig dem Fundbüro.
Wann entsteht ein Anspruch auf Finderlohn?
Wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind und die Sache dem Berechtigten zurückgegeben wird.
Wird der Finder immer Eigentümer?
Nein. Eigentumserwerb setzt insbesondere ordnungsgemäße Anzeige und Fristablauf voraus; Sonderregeln bleiben möglich.
Weiterführende Hinweise
Siehe auch Zivilrecht, Eigentum, Besitz, Vertragsfreiheit, Allgemeines Persönlichkeitsrecht und Schadensersatz. Vertiefend: Zivilrecht FAQ, Grundrechte FAQ und Das Grundgesetz.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung.